Deckblatt
Hilfsmittel: wissenschaftlicher Taschenrechner (ohne CAS), Formelsammlung, Zeichengeräte.
Anforderungen: Alle Lösungswege müssen nachvollziehbar dargestellt werden — Ansatz, Rechnung, Ergebnis mit Einheit. Bei Begründungen zählt die fachliche Argumentation, nicht nur das Ergebnis. Runde Endergebnisse sinnvoll (in der Regel auf eine Nachkommastelle).
Bearbeitung: Die Aufgaben sind unabhängig voneinander lösbar. Richtwert: rund 1,5 Minuten je Bewertungseinheit. Der Erwartungshorizont ist zunächst ausgeblendet — öffne ihn erst nach dem Bearbeiten.
Timer
Windkraftanlage — Potenzfunktionen
14 BE2.1 Potenzfunktionen
Die elektrische Leistung einer kleinen Windkraftanlage hängt von der Windgeschwindigkeit \(v\) (in \(\mathrm{m/s}\)) ab. Für den Betriebsbereich \(3\le v\le 12\) wird sie durch $$P(v)=0{,}5\cdot v^{3}\qquad\text{mit}\quad [P]=\mathrm{kW}$$ beschrieben. Zum Vergleich hat der Hersteller eines Konkurrenzmodells das Modell \(g(v)=2\cdot v^{2}\) veröffentlicht.
- Berechne die Leistung für \(v=4\ \mathrm{m/s}\) und \(v=8\ \mathrm{m/s}\) und zeige allgemein, dass sich die Leistung verachtfacht, wenn sich die Windgeschwindigkeit verdoppelt.3 BE
- Bestimme die Windgeschwindigkeit, bei der die Anlage \(108\ \mathrm{kW}\) liefert.2 BE
- Ermittle rechnerisch, für welche Windgeschwindigkeiten das Modell \(P\) eine größere Leistung als das Modell \(g\) liefert, und deute das Ergebnis im Sachzusammenhang.3 BE
- Untersuche die Funktionen \(h(x)=0{,}5x^{3}\) und \(k(x)=2x^{2}\) mit \(D=\mathbb{R}\) auf Symmetrie und begründe ohne Rechnung, wie sich der Graph von \(h\) verändert, wenn der Vorfaktor \(0{,}5\) durch \(-0{,}5\) ersetzt wird.3 BE
- Gib an den Wertebereich von \(P\) im Betriebsbereich. Bestimme einen Term der Umkehrfunktion \(v(P)\) und berechne damit die Windgeschwindigkeit für eine Leistung von \(250\ \mathrm{kW}\).3 BE
Erwartungshorizont zu Aufgabe a) · 3 BE
\(P(4)=0{,}5\cdot 4^{3}=0{,}5\cdot 64=32\), also \(32\ \mathrm{kW}\). \(P(8)=0{,}5\cdot 8^{3}=0{,}5\cdot 512=256\), also \(256\ \mathrm{kW}\). Tatsächlich ist \(256=8\cdot 32\).
Allgemein: $$P(2v)=0{,}5\cdot(2v)^{3}=0{,}5\cdot 2^{3}\cdot v^{3}=8\cdot\bigl(0{,}5\cdot v^{3}\bigr)=8\cdot P(v)$$ Der Faktor \(2\) wirkt wegen des Exponenten \(3\) dreifach, deshalb verachtfacht sich die Leistung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b) · 2 BE
Ansatz: \(0{,}5\cdot v^{3}=108\). Division durch \(0{,}5\) liefert \(v^{3}=216\), Ziehen der dritten Wurzel \(v=\sqrt[3]{216}=6\). Die Anlage liefert bei \(6\ \mathrm{m/s}\) genau \(108\ \mathrm{kW}\). Probe: \(0{,}5\cdot 216=108\). ✓
Erwartungshorizont zu Aufgabe c) · 3 BE
Gesucht sind alle \(v>0\) mit \(P(v)>g(v)\): $$0{,}5\cdot v^{3}>2\cdot v^{2}\quad\Big|:v^{2}\ (v>0)\qquad\Rightarrow\qquad 0{,}5\cdot v>2\qquad\Rightarrow\qquad v>4$$ Für \(v=4\) sind beide Leistungen gleich: \(P(4)=g(4)=32\ \mathrm{kW}\) — die Graphen schneiden sich in \(S(4\,|\,32)\).
Deutung: Bei schwachem Wind (\(3\le v<4\)) liefert das Konkurrenzmodell \(g\) mehr Leistung, ab \(4\ \mathrm{m/s}\) überholt die Anlage mit dem kubischen Modell und liegt bei kräftigem Wind deutlich vorn (bei \(12\ \mathrm{m/s}\): \(864\ \mathrm{kW}\) gegenüber \(288\ \mathrm{kW}\)). Der Grund ist der höhere Exponent: \(v^{3}\) wächst schneller als \(v^{2}\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe d) · 3 BE
Symmetrie: \(h(-x)=0{,}5\cdot(-x)^{3}=-0{,}5x^{3}=-h(x)\) — der Graph von \(h\) ist punktsymmetrisch zum Ursprung (ungerader Exponent). \(k(-x)=2\cdot(-x)^{2}=2x^{2}=k(x)\) — der Graph von \(k\) ist achsensymmetrisch zur \(y\)-Achse (gerader Exponent).
Vorzeichenwechsel des Vorfaktors: Für jedes \(x\) gilt \(-0{,}5x^{3}=-h(x)\). Jeder Funktionswert erhält das entgegengesetzte Vorzeichen, der Graph wird also an der \(x\)-Achse gespiegelt: Er verläuft dann vom II. in den IV. Quadranten und ist streng monoton fallend statt steigend. Die Punktsymmetrie zum Ursprung bleibt erhalten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe e) · 3 BE
Wertebereich: \(P\) ist auf \([3;12]\) streng monoton steigend, also \(W=[P(3);P(12)]=[13{,}5;864]\) in \(\mathrm{kW}\).
Umkehrfunktion: Aus \(P=0{,}5\cdot v^{3}\) folgt \(v^{3}=2P\) und damit $$v(P)=\sqrt[3]{2P}=(2P)^{\frac13},\qquad D_{v}=[13{,}5;864].$$ Für \(P=250\): \(v(250)=\sqrt[3]{500}\approx 7{,}94\). Bei etwa \(7{,}9\ \mathrm{m/s}\) liefert die Anlage \(250\ \mathrm{kW}\). Probe: \(0{,}5\cdot 7{,}94^{3}\approx 250{,}3\). ✓
Beleuchtungsstärke — negative Exponenten
10 BE2.1 Potenz- & Wurzelfunktionen
Die Beleuchtungsstärke \(E\) (in Lux) einer punktförmigen Lichtquelle nimmt mit dem Abstand \(r\) (in \(\mathrm{m}\)) ab. Für eine bestimmte Werkstattlampe gilt $$E(r)=800\cdot r^{-2},\qquad r>0.$$
- Berechne die Beleuchtungsstärke in \(2\ \mathrm{m}\) und in \(4\ \mathrm{m}\) Abstand und beschreibe allgemein, wie sich \(E\) bei einer Verdopplung des Abstands verändert.3 BE
- Bestimme den Abstand, in dem die Beleuchtungsstärke noch \(32\ \mathrm{lx}\) beträgt.2 BE
- Gib an die Definitions- und die Wertemenge von \(E\). Beschreibe das Verhalten des Graphen für \(r\to 0\) und für \(r\to\infty\) und nenne die Asymptoten.3 BE
- Zeige, dass sich der Abstand aus der Beleuchtungsstärke mit \(r(E)=\sqrt{800}\cdot E^{-\frac12}\) berechnen lässt, und gib an, um welchen Funktionstyp es sich bei \(r(E)\) handelt.2 BE
Erwartungshorizont zu Aufgabe a) · 3 BE
\(E(2)=800\cdot 2^{-2}=\dfrac{800}{4}=200\), also \(200\ \mathrm{lx}\). \(E(4)=800\cdot 4^{-2}=\dfrac{800}{16}=50\), also \(50\ \mathrm{lx}\).
Allgemein: $$E(2r)=800\cdot(2r)^{-2}=\frac{800}{4r^{2}}=\frac14\cdot E(r)$$ Bei doppeltem Abstand sinkt die Beleuchtungsstärke auf ein Viertel — sie nimmt quadratisch mit dem Abstand ab.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b) · 2 BE
Ansatz: \(\dfrac{800}{r^{2}}=32\). Umstellen liefert \(r^{2}=\dfrac{800}{32}=25\), also \(r=5\) (die negative Lösung \(r=-5\) entfällt, da \(r>0\)). In \(5\ \mathrm{m}\) Abstand beträgt die Beleuchtungsstärke \(32\ \mathrm{lx}\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c) · 3 BE
Definitionsmenge: \(D=\mathbb{R}^{+}\) (im Sachzusammenhang \(r>0\); rein mathematisch wäre \(D=\mathbb{R}\setminus\{0\}\)). Wertemenge: \(W=\mathbb{R}^{+}\), da \(800\cdot r^{-2}>0\) für alle \(r\ne 0\).
Verhalten: Für \(r\to 0\) wird der Nenner \(r^{2}\) beliebig klein, also \(E\to\infty\) — die \(y\)-Achse (\(r=0\)) ist senkrechte Asymptote. Für \(r\to\infty\) wird der Bruch beliebig klein, also \(E\to 0\) — die \(r\)-Achse (\(E=0\)) ist waagerechte Asymptote. Der Graph ist der rechte Ast einer Hyperbel, streng monoton fallend und rechtsgekrümmt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d) · 2 BE
Aus \(E=\dfrac{800}{r^{2}}\) folgt \(r^{2}=\dfrac{800}{E}\) und wegen \(r>0\): $$r(E)=\sqrt{\frac{800}{E}}=\frac{\sqrt{800}}{\sqrt{E}}=\sqrt{800}\cdot E^{-\frac12}\approx 28{,}3\cdot E^{-\frac12}.$$ Dabei wurde \(\sqrt{E}=E^{\frac12}\) und \(\frac{1}{E^{\frac12}}=E^{-\frac12}\) benutzt.
\(r(E)\) ist eine Potenzfunktion mit negativem, gebrochenem Exponenten \(n=-\tfrac12\) und Vorfaktor \(a=\sqrt{800}\) — die Umkehrfunktion von \(E\).
Gezeiten im Hafen — Sinusfunktion
12 BE2.2 Winkelfunktionen
Der Wasserstand \(h\) (in \(\mathrm{m}\)) in einem Hafenbecken wird für einen Tag durch $$h(t)=1{,}5\cdot\sin\!\Bigl(\frac{\pi}{6}\,(t-3)\Bigr)+4,\qquad 0\le t\le 24,$$ modelliert. Dabei ist \(t\) die Zeit in Stunden seit Mitternacht. Ein Frachtschiff benötigt eine Wassertiefe von mindestens \(4{,}75\ \mathrm{m}\).
- Gib an Amplitude, Periode und mittleren Wasserstand sowie den höchsten und den niedrigsten Wasserstand des Tages.4 BE
- Berechne den Wasserstand um 6 Uhr und um 12 Uhr.2 BE
- Bestimme rechnerisch alle Zeitpunkte des Tages, zu denen der Wasserstand genau \(4{,}75\ \mathrm{m}\) beträgt, und gib an, in welchen Zeitfenstern das Frachtschiff einlaufen kann.4 BE
- Zeige, dass sich der Wasserstand auch durch \(h(t)=1{,}5\cdot\cos\!\bigl(\frac{\pi}{6}(t-6)\bigr)+4\) beschreiben lässt, und erkläre den Zusammenhang der beiden Verschiebungen mit der Periode.2 BE
Erwartungshorizont zu Aufgabe a) · 4 BE
Vergleich mit \(f(t)=a\cdot\sin\bigl(b\,(t-c)\bigr)+d\): Amplitude \(a=1{,}5\ \mathrm{m}\); Periode \(T=\dfrac{2\pi}{b}=\dfrac{2\pi}{\pi/6}=12\ \mathrm{h}\); mittlerer Wasserstand \(d=4\ \mathrm{m}\).
Hochwasser: \(d+a=5{,}5\ \mathrm{m}\), Niedrigwasser: \(d-a=2{,}5\ \mathrm{m}\). (Die Verschiebung \(c=3\) legt fest, dass die Kurve um 3 Uhr den mittleren Wasserstand steigend durchläuft.)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b) · 2 BE
\(h(6)=1{,}5\cdot\sin\bigl(\tfrac{\pi}{6}\cdot 3\bigr)+4=1{,}5\cdot\sin\bigl(\tfrac{\pi}{2}\bigr)+4=1{,}5\cdot 1+4=5{,}5\), also \(5{,}5\ \mathrm{m}\) (Hochwasser).
\(h(12)=1{,}5\cdot\sin\bigl(\tfrac{\pi}{6}\cdot 9\bigr)+4=1{,}5\cdot\sin\bigl(\tfrac{3\pi}{2}\bigr)+4=1{,}5\cdot(-1)+4=2{,}5\), also \(2{,}5\ \mathrm{m}\) (Niedrigwasser).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c) · 4 BE
Ansatz: \(1{,}5\cdot\sin\bigl(\tfrac{\pi}{6}(t-3)\bigr)+4=4{,}75\ \Rightarrow\ \sin\bigl(\tfrac{\pi}{6}(t-3)\bigr)=0{,}5\).
Der Sinus hat innerhalb einer Periode zwei Lösungen: \(\tfrac{\pi}{6}(t-3)=\tfrac{\pi}{6}+2k\pi\) oder \(\tfrac{\pi}{6}(t-3)=\tfrac{5\pi}{6}+2k\pi\) mit \(k\in\mathbb{Z}\). Multiplikation mit \(\tfrac{6}{\pi}\): $$t-3=1+12k\quad\text{oder}\quad t-3=5+12k\qquad\Rightarrow\qquad t=4+12k\quad\text{oder}\quad t=8+12k.$$ Im Intervall \([0;24]\) ergeben sich \(t\in\{4;\,8;\,16;\,20\}\), also um 4 Uhr, 8 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr.
Zeitfenster: Zwischen 4 und 8 Uhr liegt das Hochwasser (6 Uhr, \(5{,}5\ \mathrm{m}\)), ebenso zwischen 16 und 20 Uhr (18 Uhr). Dort gilt \(h(t)\ge 4{,}75\). Das Schiff kann also von 4 bis 8 Uhr und von 16 bis 20 Uhr einlaufen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d) · 2 BE
Es gilt \(\sin(x)=\cos\bigl(x-\tfrac{\pi}{2}\bigr)\). Damit: $$1{,}5\cdot\sin\!\Bigl(\frac{\pi}{6}(t-3)\Bigr)+4=1{,}5\cdot\cos\!\Bigl(\frac{\pi}{6}(t-3)-\frac{\pi}{2}\Bigr)+4=1{,}5\cdot\cos\!\Bigl(\frac{\pi}{6}\bigl(t-3-3\bigr)\Bigr)+4=1{,}5\cdot\cos\!\Bigl(\frac{\pi}{6}(t-6)\Bigr)+4,$$ denn \(\tfrac{\pi}{2}=\tfrac{\pi}{6}\cdot 3\). ✓
Erklärung: Sinus und Cosinus sind um eine Viertelperiode gegeneinander verschoben. Bei \(T=12\ \mathrm{h}\) ist das eine Verschiebung um \(3\ \mathrm{h}\): Die Sinusform startet um 3 Uhr beim mittleren Wasserstand, die Cosinusform um 6 Uhr beim Maximum — genau dort, wo das Hochwasser liegt.
Abkühlender Kaffee — Exponentialfunktion
14 BE2.3 Exponentialfunktionen
Ein frisch aufgebrühter Kaffee kühlt in einem Raum ab. Seine Temperatur \(T\) (in \(^\circ\mathrm{C}\)) nach \(t\) Minuten wird durch $$T(t)=65\cdot 0{,}9^{\,t}+20$$ beschrieben.
- Gib an die Anfangstemperatur des Kaffees und die Raumtemperatur und begründe beides anhand des Funktionsterms.3 BE
- Berechne die Temperatur des Kaffees nach 10 Minuten.2 BE
- Bestimme rechnerisch, nach welcher Zeit der Kaffee auf \(40\ ^\circ\mathrm{C}\) abgekühlt ist.3 BE
- Zeige, dass die Differenz zwischen Kaffee- und Raumtemperatur in jeder Minute um \(10\ \%\) abnimmt, und bestimme, nach welcher Zeit sich diese Differenz halbiert hat.3 BE
- Fünf Minuten später wird ein zweiter, gleich heißer Kaffee eingegossen. Gib an einen Funktionsterm \(S(t)\) für dessen Temperatur und erkläre mithilfe der Potenzgesetze, warum sich die Verschiebung des Graphen von \(T\) auch als Streckung in \(y\)-Richtung auffassen lässt.3 BE
Erwartungshorizont zu Aufgabe a) · 3 BE
Anfangstemperatur: \(T(0)=65\cdot 0{,}9^{0}+20=65+20=85\), also \(85\ ^\circ\mathrm{C}\) — der Vorfaktor \(a=65\) ist die anfängliche Differenz zur Raumtemperatur.
Raumtemperatur: Wegen \(0<0{,}9<1\) gilt \(0{,}9^{t}\to 0\) für \(t\to\infty\), also \(T(t)\to 20\). Die Gerade \(y=20\) ist waagerechte Asymptote: Der Kaffee nähert sich der Raumtemperatur von \(20\ ^\circ\mathrm{C}\) beliebig nahe an, ohne sie zu unterschreiten. Der Parameter \(c=20\) verschiebt den Graphen um 20 nach oben.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b) · 2 BE
\(T(10)=65\cdot 0{,}9^{10}+20\approx 65\cdot 0{,}3487+20\approx 22{,}66+20\approx 42{,}7\). Nach 10 Minuten hat der Kaffee noch etwa \(42{,}7\ ^\circ\mathrm{C}\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c) · 3 BE
Ansatz: \(65\cdot 0{,}9^{t}+20=40\ \Rightarrow\ 0{,}9^{t}=\dfrac{20}{65}=\dfrac{4}{13}\).
Logarithmieren: $$t=\log_{0{,}9}\!\Bigl(\frac{4}{13}\Bigr)=\frac{\ln\bigl(\frac{4}{13}\bigr)}{\ln(0{,}9)}\approx\frac{-1{,}1787}{-0{,}1054}\approx 11{,}2$$ Der Kaffee ist nach etwa \(11{,}2\) Minuten, also nach gut 11 Minuten, auf \(40\ ^\circ\mathrm{C}\) abgekühlt. Probe: \(T(11{,}2)\approx 65\cdot 0{,}3077+20\approx 40{,}0\). ✓
Erwartungshorizont zu Aufgabe d) · 3 BE
Abnahme um 10 %: Die Differenz ist \(D(t)=T(t)-20=65\cdot 0{,}9^{t}\). Eine Minute später gilt $$D(t+1)=65\cdot 0{,}9^{t+1}=65\cdot 0{,}9^{t}\cdot 0{,}9=0{,}9\cdot D(t).$$ Die Differenz wird also jede Minute mit dem Faktor \(0{,}9\) multipliziert, d. h. sie nimmt um \(10\ \%\) ab — unabhängig davon, wie groß sie gerade ist (exponentielle Abnahme).
Halbwertszeit: \(0{,}9^{t}=0{,}5\ \Rightarrow\ t=\dfrac{\ln(0{,}5)}{\ln(0{,}9)}\approx\dfrac{-0{,}6931}{-0{,}1054}\approx 6{,}6\). Nach etwa \(6{,}6\) Minuten hat sich der Temperaturunterschied zum Raum halbiert (von \(65\ \mathrm{K}\) auf \(32{,}5\ \mathrm{K}\)).
Erwartungshorizont zu Aufgabe e) · 3 BE
Funktionsterm: Der zweite Kaffee startet 5 Minuten später mit derselben Temperatur, sein Graph ist der um 5 nach rechts verschobene Graph von \(T\): $$S(t)=65\cdot 0{,}9^{\,t-5}+20\qquad(t\ge 5).$$ Probe: \(S(5)=65\cdot 0{,}9^{0}+20=85\). ✓
Verschiebung = Streckung: Mit dem Potenzgesetz \(n^{x+b}=n^{x}\cdot n^{b}\) folgt $$0{,}9^{\,t-5}=0{,}9^{t}\cdot 0{,}9^{-5}=\frac{1}{0{,}9^{5}}\cdot 0{,}9^{t}\approx 1{,}694\cdot 0{,}9^{t},$$ also \(S(t)\approx 110{,}1\cdot 0{,}9^{t}+20\). Der um 5 nach rechts verschobene Graph ist zugleich der mit dem Faktor \(0{,}9^{-5}\approx 1{,}69\) von der Asymptote \(y=20\) aus in \(y\)-Richtung gestreckte Graph. Bei Exponentialfunktionen sind Verschiebung in \(x\)-Richtung und Streckung in \(y\)-Richtung dasselbe — deshalb kommt die allgemeine Form \(a\cdot n^{x+b}+c\) im Grunde mit einem der beiden Parameter \(a\) oder \(b\) aus.
Lernfortschritt — Logarithmusfunktion
10 BE2.4 Logarithmusfunktionen
Eine Sprachlern-App schätzt den Kenntnisstand \(K\) (in Punkten) eines Nutzers in Abhängigkeit von der Anzahl \(x\) der absolvierten Übungsstunden durch $$K(x)=3\cdot\log_{2}(x+1)+2.$$
- Berechne den Kenntnisstand für \(x=0\), \(x=1\), \(x=7\) und \(x=15\) Übungsstunden.2 BE
- Gib an die maximale Definitionsmenge von \(K\) und die Gleichung der senkrechten Asymptote. Begründe rechnerisch, dass \(K\) im Sachzusammenhang keine Nullstelle besitzt.3 BE
- Bestimme rechnerisch, nach wie vielen Übungsstunden ein Kenntnisstand von 20 Punkten erreicht ist.3 BE
- Beschreibe, wie der Graph von \(K\) aus dem Graphen von \(g(x)=\log_{2}(x)\) hervorgeht, und zeige, dass die Umkehrfunktion von \(K\) den Term \(x(K)=2^{\frac{K-2}{3}}-1\) hat.2 BE
Erwartungshorizont zu Aufgabe a) · 2 BE
\(K(0)=3\cdot\log_{2}(1)+2=3\cdot 0+2=2\); \(K(1)=3\cdot\log_{2}(2)+2=3\cdot 1+2=5\); \(K(7)=3\cdot\log_{2}(8)+2=3\cdot 3+2=11\); \(K(15)=3\cdot\log_{2}(16)+2=3\cdot 4+2=14\) Punkte.
Auffällig: Jede Verdopplung von \(x+1\) bringt genau 3 Punkte mehr — typisch für logarithmisches Wachstum: Anfangs geht es schnell voran, später bringt jede weitere Stunde immer weniger.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b) · 3 BE
Definitionsmenge: Der Logarithmus ist nur für positive Argumente definiert: \(x+1>0\ \Leftrightarrow\ x>-1\), also \(D=\;]-1;\infty[\). Im Sachzusammenhang sind nur \(x\ge 0\) sinnvoll. Senkrechte Asymptote: \(x=-1\) (der Graph von \(\log_{2}\) ist um 1 nach links verschoben).
Nullstelle: \(3\cdot\log_{2}(x+1)+2=0\ \Rightarrow\ \log_{2}(x+1)=-\tfrac23\ \Rightarrow\ x+1=2^{-\frac23}\ \Rightarrow\ x=2^{-\frac23}-1\approx 0{,}63-1=-0{,}37\). Diese Nullstelle liegt außerhalb des Sachbereichs \(x\ge 0\). Da \(K\) streng monoton steigend ist und schon \(K(0)=2>0\) gilt, ist \(K(x)>0\) für alle Übungsstunden \(x\ge 0\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c) · 3 BE
Ansatz: \(3\cdot\log_{2}(x+1)+2=20\ \Rightarrow\ 3\cdot\log_{2}(x+1)=18\ \Rightarrow\ \log_{2}(x+1)=6\).
Nach der Definition des Logarithmus: \(x+1=2^{6}=64\), also \(x=63\). Nach 63 Übungsstunden ist ein Kenntnisstand von 20 Punkten erreicht. Probe: \(3\cdot\log_{2}(64)+2=3\cdot 6+2=20\). ✓
Erwartungshorizont zu Aufgabe d) · 2 BE
Transformationen (in dieser Reihenfolge): Der Graph von \(g(x)=\log_{2}(x)\) wird um \(1\) nach links verschoben (\(x+1\)), dann mit dem Faktor \(3\) in \(y\)-Richtung gestreckt (Vorfaktor \(a=3\)) und schließlich um \(2\) nach oben verschoben (\(c=2\)). Die senkrechte Asymptote wandert dabei von \(x=0\) nach \(x=-1\), die Nullstelle von \(g\) bei \(x=1\) wird zum Punkt \((0\,|\,2)\).
Umkehrfunktion: Auflösen von \(K=3\cdot\log_{2}(x+1)+2\) nach \(x\): $$\log_{2}(x+1)=\frac{K-2}{3}\qquad\Rightarrow\qquad x+1=2^{\frac{K-2}{3}}\qquad\Rightarrow\qquad x(K)=2^{\frac{K-2}{3}}-1.$$ Dabei wurde benutzt, dass die Exponentialfunktion zur Basis 2 die Umkehrung des Logarithmus zur Basis 2 ist: \(2^{\log_{2}(y)}=y\). Kontrolle mit c): \(x(20)=2^{6}-1=63\). ✓
Auswertung — Punkte in Note umrechnen
Trage ein, wie viele Bewertungseinheiten du dir je Aufgabe nach dem Erwartungshorizont gibst. Die Umrechnung folgt dem Notenschlüssel der Oberstufe.
Noch keine Punkte eingetragen.
Notenschlüssel
| Anteil | Punkte | NP | Note |
|---|---|---|---|
| ≥ 95 % | ab 57 BE | 15 | 1 (sehr gut) |
| ≥ 90 % | ab 54 BE | 14 | 1 (sehr gut) |
| ≥ 85 % | ab 51 BE | 13 | 1 (sehr gut) |
| ≥ 80 % | ab 48 BE | 12 | 2 (gut) |
| ≥ 75 % | ab 45 BE | 11 | 2 (gut) |
| ≥ 70 % | ab 42 BE | 10 | 2 (gut) |
| ≥ 65 % | ab 39 BE | 9 | 3 (befriedigend) |
| ≥ 60 % | ab 36 BE | 8 | 3 (befriedigend) |
| ≥ 55 % | ab 33 BE | 7 | 3 (befriedigend) |
| ≥ 50 % | ab 30 BE | 6 | 4 (ausreichend) |
| ≥ 45 % | ab 27 BE | 5 | 4 (ausreichend) |
| ≥ 40 % | ab 24 BE | 4 | 4 (ausreichend) |
| ≥ 33 % | ab 20 BE | 3 | 5 (mangelhaft) |
| ≥ 27 % | ab 17 BE | 2 | 5 (mangelhaft) |
| ≥ 20 % | ab 12 BE | 1 | 5 (mangelhaft) |
| < 20 % | ab 0 BE | 0 | 6 (ungenügend) |
