Quadratische Bodenfliesen
AFB IEin Baumarkt verkauft quadratische Bodenfliesen. Die Kantenlänge einer Fliese wird mit \(x\) bezeichnet und in Dezimetern angegeben. Für den Flächeninhalt einer Fliese gilt dann $$A(x)=x^{2}\qquad\text{mit}\quad [A]=\mathrm{dm}^{2}.$$
- Berechne den Flächeninhalt einer Fliese für die Kantenlängen \(x=2\), \(x=3\) und \(x=5\).
- Gib an um welche Potenzfunktion es sich handelt, und benenne dabei Basis und Exponent.
- Begründe warum im Sachzusammenhang nur positive Werte für \(x\) sinnvoll sind, obwohl der Definitionsbereich der Funktion \(D=\mathbb{R}\) lautet.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(A(2)=2^{2}=2\cdot 2=4\), also \(4\ \mathrm{dm}^{2}\). \(A(3)=3^{2}=9\), also \(9\ \mathrm{dm}^{2}\). \(A(5)=5^{2}=25\), also \(25\ \mathrm{dm}^{2}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Es handelt sich um die Potenzfunktion mit dem Exponenten \(n=2\), also \(f(x)=x^{2}\). Die Basis ist die Variable \(x\), der Exponent ist die feste Zahl \(2\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Rein rechnerisch lässt sich jede reelle Zahl einsetzen, denn \((-3)^{2}=9\) ist ein gültiges Ergebnis. Eine Kantenlänge ist jedoch eine Länge und damit nie negativ; für \(x=0\) gäbe es überhaupt keine Fliese. Im Sachzusammenhang schränkt man den Definitionsbereich deshalb auf \(x>0\) ein — der mathematische Definitionsbereich \(D=\mathbb{R}\) bleibt davon unberührt.
Würfelförmiger Regenwassertank
AFB IIEin Gartencenter bietet würfelförmige Regenwassertanks an. Die Kantenlänge \(x\) wird in Dezimetern angegeben. Für das Fassungsvermögen gilt $$V(x)=x^{3}\qquad\text{mit}\quad [V]=\mathrm{dm}^{3}=\ell.$$ Ein Kubikdezimeter entspricht also genau einem Liter.
- Berechne das Fassungsvermögen für die Kantenlängen \(x=6\), \(x=8\) und \(x=10\).
- Bestimme die kleinste ganzzahlige Kantenlänge in Dezimetern, bei der der Tank mindestens 700 Liter fasst.
- Überprüfe die Werbeaussage „Eine um 20 % größere Kante bedeutet 20 % mehr Volumen“ am Beispiel \(x=10\).
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(V(6)=6^{3}=6\cdot 6\cdot 6=216\), also \(216\ \ell\). \(V(8)=8^{3}=512\), also \(512\ \ell\). \(V(10)=10^{3}=1000\), also \(1000\ \ell\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Aus Teilaufgabe 1 ist \(V(8)=512<700\) bekannt — acht Dezimeter reichen also nicht. Für \(x=9\) gilt \(V(9)=9\cdot 9\cdot 9=729\ \ell\). Wegen \(729\ge 700\) ist \(x=9\ \mathrm{dm}\) die kleinste passende ganzzahlige Kantenlänge.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Eine um 20 % größere Kante bedeutet \(x=10\cdot 1{,}2=12\). Damit ist \(V(12)=12\cdot 12\cdot 12=1728\ \ell\). Der Zuwachs beträgt \(1728-1000=728\ \ell\), bezogen auf die ursprünglichen \(1000\ \ell\) also \(72{,}8\ \%\). Die Werbeaussage ist damit nicht zutreffend: Weil alle drei Kanten wachsen, wirkt sich der Faktor \(1{,}2\) dreifach aus, denn \(1{,}2^{3}=1{,}728\).
Speicherbedarf eines Bildes
AFB IIEin quadratisches Digitalbild besteht aus \(n\) Bildpunkten pro Zeile und ebenso vielen pro Spalte. Für jeden Bildpunkt wird genau ein Byte gespeichert. Für den Speicherbedarf gilt $$S(n)=n^{2}\qquad\text{mit}\quad [S]=\text{Byte}.$$
- Berechne den Speicherbedarf für \(n=512\), \(n=1024\) und \(n=2048\).
- Gib an wie groß der Speicherbedarf für \(n=1024\) in Mebibyte ist. Dabei gilt \(1\ \mathrm{MiB}=1\,048\,576\) Byte.
- Bestimme die kleinste Bildpunktzahl \(n\), die ein Vielfaches von 100 ist und für die der Speicherbedarf mindestens 5 000 000 Byte beträgt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(S(512)=512^{2}=262\,144\) Byte, \(S(1024)=1024^{2}=1\,048\,576\) Byte, \(S(2048)=2048^{2}=4\,194\,304\) Byte.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Der berechnete Wert \(1\,048\,576\) Byte stimmt genau mit der Angabe für ein Mebibyte überein. Der Speicherbedarf beträgt also \(1\ \mathrm{MiB}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Für \(n=2200\) gilt \(S(2200)=2200^{2}=4\,840\,000\) Byte. Das liegt noch unter der geforderten Grenze von 5 000 000 Byte. Für \(n=2300\) gilt \(S(2300)=2300^{2}=5\,290\,000\) Byte. Da \(5\,290\,000\ge 5\,000\,000\) ist und \(S\) für positive \(n\) immer weiter wächst, ist \(n=2300\) die gesuchte kleinste Bildpunktzahl.
Drei Größen an einem Würfel
AFB IIAn einem Würfel mit der Kantenlänge \(x\) (in Zentimetern) betrachtet man drei Größen: die Kantenlänge selbst mit \(k(x)=x\), den Flächeninhalt einer Seitenfläche mit \(A(x)=x^{2}\) und das Volumen mit \(V(x)=x^{3}\). Alle drei sind Potenzfunktionen — sie unterscheiden sich nur im Exponenten.
- Erstelle eine Wertetabelle mit den drei Größen \(k\), \(A\) und \(V\) für \(x=0{,}5\), \(x=1\), \(x=2\) und \(x=3\).
- Beschreibe wie sich die drei Werte für \(x=0{,}5\) und für \(x=3\) der Größe nach zueinander verhalten, und erkläre den Unterschied.
- Bestimme die Kantenlänge, für die die Maßzahl des Volumens 1000 beträgt, und gib zusätzlich die Maßzahl der Seitenfläche an.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Für \(x=0{,}5\): \(k=0{,}5\); \(A=0{,}5^{2}=0{,}25\); \(V=0{,}5^{3}=0{,}125\). Für \(x=1\): \(k=1\); \(A=1\); \(V=1\). Für \(x=2\): \(k=2\); \(A=4\); \(V=8\). Für \(x=3\): \(k=3\); \(A=9\); \(V=27\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Für \(x=0{,}5\) gilt \(V<A<k\), also \(0{,}125<0{,}25<0{,}5\) — die Größe mit dem größten Exponenten liefert hier den kleinsten Wert. Für \(x=3\) gilt umgekehrt \(k<A<V\), also \(3<9<27\). Die Ursache: Bei \(x=0{,}5\) multipliziert man wiederholt mit einer Zahl unter eins, das Ergebnis wird also mit jedem weiteren Faktor kleiner. Bei \(x=3\) multipliziert man mit einer Zahl über eins, das Ergebnis wächst. Genau bei \(x=1\) sind alle drei Werte gleich — das ist der gemeinsame Punkt \(P(1\,|\,1)\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gesucht ist die Zahl \(x\) mit \(x^{3}=1000\). Wegen \(10^{3}=10\cdot 10\cdot 10=1000\) ist \(x=10\). Die Kantenlänge beträgt also \(10\ \mathrm{cm}\). Für die Seitenfläche gilt dann \(A(10)=10^{2}=100\), also \(100\ \mathrm{cm}^{2}\).
Ein vierstelliger Zahlencode
AFB IIIEin Fahrradschloss besitzt vier Ringe. Auf jedem Ring stehen \(x\) verschiedene Zeichen, und jedes Zeichen darf mehrfach vorkommen. Für die Anzahl der möglichen Codes gilt $$N(x)=x^{4}.$$
- Berechne die Anzahl der möglichen Codes für \(x=5\) und für \(x=10\).
- Bestimme die kleinste Anzahl \(x\) von Zeichen pro Ring, für die es mehr als 100 000 verschiedene Codes gibt.
- Erläutere den Unterschied zur Funktion \(M(k)=10^{k}\), die die Anzahl der Codes bei \(k\) Ringen mit je zehn Zeichen angibt, und ordne beide Funktionen ihrem Funktionstyp zu.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(N(5)=5^{4}=5\cdot 5\cdot 5\cdot 5=625\) mögliche Codes. \(N(10)=10^{4}=10\,000\) mögliche Codes.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Für \(x=17\) gilt \(17^{4}=17^{2}\cdot 17^{2}=289\cdot 289=83\,521\). Das sind noch weniger als 100 000 Codes. Für \(x=18\) gilt \(18^{4}=324\cdot 324=104\,976\). Wegen \(104\,976>100\,000\) und weil \(N\) für wachsende positive \(x\) immer größer wird, sind mindestens \(x=18\) Zeichen pro Ring nötig.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Bei \(N(x)=x^{4}\) ist die Anzahl der Zeichen pro Ring variabel, während die Anzahl der Ringe mit vier fest vorgegeben ist; die Variable steht daher in der Basis. Bei \(M(k)=10^{k}\) ist es genau umgekehrt: Die Zeichenzahl ist mit zehn fest, verändert wird die Anzahl der Ringe; die Variable steht im Exponenten. \(N\) ist damit eine Potenzfunktion mit dem natürlichen Exponenten \(4\), \(M\) dagegen eine Exponentialfunktion zur festen Basis \(10\). Dass \(N(10)=10^{4}=10\,000\) und \(M(4)=10^{4}=10\,000\) denselben Wert liefern, ist kein Widerspruch: An dieser einen Stelle stimmen Basis und Exponent zufällig überein — die Rollen von Variable und fester Zahl sind aber vertauscht.
