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Abituraufgaben: ER-Diagramme interpretieren

Zwei Abituraufgaben: ER-Diagramme lesen, Kardinalitäten deuten und Daten gegen das Modell prüfen.

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1

Ein Musikfestival

AFB I–II

Für ein Musikfestival wird eine Datenbank geplant. Material 1 zeigt das ER-Diagramm des Planungsteams.

Material 1: ER-Diagramm Musikfestival
nm1n11BandBuehneMusikerTechnikertrittAufspieltInbetreutBandnameGenreUhrzeitBuehnennamePlaetzeMusikerNrNameInstrumentKuerzelName
  1. Nennen Sie die Entitätstypen und jeweils ihr Schlüsselattribut. 3 BE
  2. Beschreiben Sie die drei Beziehungstypen einschließlich ihrer Kardinalitäten in Worten. 6 BE
  3. Erläutern Sie, warum Uhrzeit dem Beziehungstyp trittAuf und nicht einem der Entitätstypen zugeordnet ist. 3 BE
  4. Ein Gitarrist spielt in zwei Bands. Untersuchen Sie, ob sich dieser Sachverhalt im Modell speichern lässt, und geben Sie gegebenenfalls die nötige Änderung an. 4 BE

Insgesamt 16 BE

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Rechtecke und unterstrichene Ellipsen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Je Beziehungstyp zwei Sätze: „Eine Band … höchstens …“ und umgekehrt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Hängt die Uhrzeit nur von der Band oder nur von der Bühne ab?
Hinweis zu Aufgabe d)
Schauen Sie auf die Kardinalität an der Kante bei Band.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Band (Bandname), Buehne (Buehnenname), Musiker (MusikerNr), Techniker (Kuerzel) — je 0,5 BE für Entitätstyp und Schlüssel, zusammen 3 BE (bei 4 Paaren wird auf 3 BE gedeckelt).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

trittAuf (n:m): Eine Band kann auf mehreren Bühnen auftreten, auf einer Bühne treten mehrere Bands auf. spieltIn (1:n): Ein Musiker spielt in höchstens einer Band, eine Band hat beliebig viele Musiker. betreut (1:1): Jede Bühne wird von höchstens einem Techniker betreut, jeder Techniker betreut höchstens eine Bühne. Je Beziehungstyp 2 BE (beide Richtungen).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Eine Uhrzeit gehört zu einem konkreten Auftritt, also zu einem Paar aus Band und Bühne. Dieselbe Band tritt auf verschiedenen Bühnen zu verschiedenen Zeiten auf, auf derselben Bühne spielen verschiedene Bands zu verschiedenen Zeiten — die Uhrzeit hängt von beiden Entitäten zugleich ab.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Nein: Die 1 an der Kante bei Band erlaubt jedem Musiker höchstens eine Band. Änderung: Die Kardinalität von spieltIn wird zu n:m (bei Band m statt 1). Folge: Die Beziehung braucht später eine eigene Tabelle.

2

Vorgesetzte und Projekte

AFB II–III

Eine Firma modelliert Mitarbeiter und Projekte (Material 2). Material 3 enthält einen Auszug aus den Daten der Beziehung istVorgesetzterVon. Die Kante mit der 1 gehört zur Rolle „Vorgesetzter“, die Kante mit dem n zur Rolle „Untergebener“.

Material 2: ER-Diagramm Firma
mn1nProjektMitarbeiterarbeitetAnistVorgesetzterVonProjNrTitelStundenPersNrName
Material 3: Paare der Beziehung istVorgesetzterVon
VorgesetzterUntergebener
M1 AlbersM2 Brück
M1 AlbersM3 Cordes
M2 BrückM4 Demir
M3 CordesM4 Demir
M2 BrückM5 Engel
  1. Interpretieren Sie die rekursive Beziehung istVorgesetzterVon in zwei Sätzen. 4 BE
  2. Überprüfen Sie, ob die Daten in Material 3 zum Diagramm passen. Begründen Sie Ihr Ergebnis. 5 BE
  3. Die Geschäftsführung schlägt vor, arbeitetAn als 1:n-Beziehung zu modellieren („jeder Mitarbeiter arbeitet nur an einem Projekt“). Beurteilen Sie den Vorschlag auch im Hinblick auf das Attribut Stunden. 5 BE

Insgesamt 14 BE

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Formulieren Sie je einen Satz aus Sicht des Vorgesetzten und aus Sicht des Untergebenen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Zählen Sie für jeden Untergebenen, wie viele Vorgesetzte er hat.
Hinweis zu Aufgabe c)
Was geht verloren, wenn jemand an zwei Projekten arbeitet? Wo würde Stunden dann stehen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Ein Mitarbeiter kann Vorgesetzter beliebig vieler Mitarbeiter sein. Jeder Mitarbeiter hat höchstens einen Vorgesetzten (die Geschäftsführung hat keinen). Je Satz 2 BE.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Daten passen nicht: M4 Demir hat zwei Vorgesetzte (M2 und M3), das Diagramm erlaubt höchstens einen (1 an der Vorgesetzten-Kante). Alle anderen Untergebenen haben genau einen Vorgesetzten; dass M1 mehrere Untergebene hat, ist durch das n erlaubt. Dass M1 selbst keinen Vorgesetzten hat, ist erlaubt, da keine Mindestzahl verlangt wird.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Pro: einfacheres Modell, später nur ein Fremdschlüssel in Mitarbeiter statt eigener Tabelle. Contra: Mitarbeiter in mehreren Projekten (in der Praxis üblich) wären nicht darstellbar; Stunden müsste an Mitarbeiter wandern und bedeutet dann nur noch die Stunden im einzigen Projekt. Erwartet wird ein begründetes Urteil, z. B.: Der Vorschlag passt nur, wenn die Firma die Regel wirklich durchsetzt; sonst ist n:m angemessen.