Das Keynote-Referat
AFB I–IILina hat ihr Geschichtsreferat auf ihrem iPad in Keynote vorbereitet, mit Bildern, Übergängen zwischen den Folien und einer eigenen Schriftart. Am Morgen des Vortrags kopiert sie die Datei vortrag.key auf einen USB-Stick. Am Schul-PC, der mit dem Beamer verbunden ist, läuft Windows mit PowerPoint. Als sie die Datei öffnen will, erscheint nur eine Fehlermeldung.
- Beschreiben Sie das Problem am Schul-PC und seine Ursache.
- Ordnen Sie Keynote, PowerPoint und iPadOS in die beiden Software-Familien aus Kapitel 2.2.1 ein.
- Stellen Sie zwei Wege dar, auf denen Lina ihren Vortrag trotzdem am Schul-PC zeigen kann, und nennen Sie jeweils einen Nachteil.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
.key, und welche Programme können es lesen?Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
PowerPoint kann die Datei nicht öffnen. Ursache: .key ist ein proprietäres Format von Apple, das zuverlässig nur Apples eigene Programme lesen. Auf dem Windows-PC ist Keynote nicht installiert und lässt sich dort auch nicht installieren; PowerPoint kennt den inneren Aufbau der Datei nicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Keynote und PowerPoint sind Anwendungssoftware: Präsentationsprogramme, die eine konkrete Aufgabe für den Menschen erledigen; sie sind Gegenstücke. iPadOS ist das Betriebssystem des iPads und damit Systemsoftware; es verwaltet die Hardware und stellt Keynote die nötigen Ressourcen bereit.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Export als .pptx: In Keynote über „Exportieren“ eine PowerPoint-Datei erzeugen. Nachteil: Layout, Übergänge und die eigene Schriftart können sich verändern — die Datei muss vorher geprüft werden.
Export als .pdf: sieht auf jedem Gerät exakt gleich aus. Nachteil: Übergänge und Animationen gehen verloren, Änderungen sind kaum noch möglich.
Web-Version unter icloud.com: Datei im Browser mit Keynote öffnen. Nachteil: Am Schul-PC wird Internet und eine Anmeldung mit Apple-Account benötigt.
Zwei der drei Wege mit je einem passenden Nachteil genügen. Sinnvoll ist in jedem Fall, das Original vortrag.key zu behalten.
Neue Geräte für den Jahrgang
AFB II–IIIEine Schule möchte alle 120 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 mit eigenen Geräten ausstatten, die vier Jahre lang genutzt werden sollen. Drei Angebote liegen vor (Zahlen vereinfacht). Wichtig ist der Schule, dass Arbeiten mit Lehrkräften, Eltern und Praktikumsbetrieben ausgetauscht werden können — dort wird überwiegend mit Windows gearbeitet — und dass Unterlagen auch nach Jahren noch lesbar sind.
- Ermitteln Sie die Gesamtkosten der drei Varianten für 120 Geräte über vier Jahre.
- Zeigen Sie am Beispiel von Variante A, dass die Schule dabei in einen Lock-in geraten kann.
- Legen Sie sich begründet auf eine Variante fest. Beziehen Sie neben den Kosten mindestens zwei weitere Kriterien ein.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
A: 120 · 420 € = 50 400 € (keine Lizenzkosten).
B: 120 · 550 € + 120 · 30 € · 4 = 66 000 € + 14 400 € = 80 400 €.
C: 120 · 500 € = 60 000 € (keine Lizenzkosten).
Variante A ist am günstigsten, B am teuersten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Bei Variante A entstehen vier Jahre lang alle Arbeiten in den proprietären Formaten .pages, .numbers und .key. Diese lassen sich nur mit Apple-Programmen zuverlässig öffnen; die Office-Programme laufen nur auf Apple-Geräten bzw. mit Apple-Account im Browser. Will die Schule später wechseln, müsste sie sehr viele Dateien einzeln exportieren — mit dem Risiko, dass Layout verloren geht — oder erneut Apple-Geräte kaufen. Dieser hohe Wechselaufwand ist genau der Lock-in-Effekt: Der günstige Einstieg bindet die Schule an den Hersteller.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
A: am günstigsten, gute Zusammenarbeit über iCloud; aber proprietäre Formate, Austausch mit Windows nur per Export, Lock-in.
B: .docx und Co. sind im Austausch mit Eltern und Betrieben der Quasi-Standard, großer Funktionsumfang; aber am teuersten, Abo-Kosten laufen weiter, Bindung an Microsoft.
C: offene Standards, gut für Langzeitlesbarkeit und herstellerunabhängig, keine Lizenzkosten; LibreOffice öffnet auch .docx, beim Austausch kann das Layout aber leicht verrutschen, und die Bedienung ist vielen weniger vertraut.
Jede Festlegung ist zulässig, wenn sie eindeutig genau eine Variante nennt, die Kosten aus a) einbezieht, mindestens zwei weitere Kriterien abwägt und Nachteile der gewählten Variante nicht verschweigt.
