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AbituraufgabenDer pH-Wert

Ein Aquarium, das tagsüber alkalischer wird, und eine Salzsäure, die sich nicht in eine Lauge verdünnen lässt.

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Ein Aquarium im Tageslauf

AFB I–II

In einem dicht bepflanzten Aquarium wird der pH-Wert des Wassers einen Tag lang gemessen (M1). Wasserpflanzen verbrauchen bei Licht Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese; nachts geben Pflanzen und Fische durch die Atmung Kohlenstoffdioxid ab. Gelöstes \(\ce{CO2}\) bildet mit Wasser Kohlensäure: \(\ce{CO2 + 2 H2O <=> HCO3- + H3O+}\). Das Licht brennt von 8 bis 20 Uhr.

M1pH-Werte im Aquarium (25 °C)
Uhrzeit2:006:0010:0014:0018:0022:00
pH-Wert6,96,87,17,67,77,2
  1. Entnehmen Sie M1 den niedrigsten und den höchsten pH-Wert mit Uhrzeit.
  2. Berechnen Sie für beide Werte \(c(\ce{H3O+})\) und den Faktor, um den sich die Oxonium-Ionen-Konzentration im Tagesverlauf ändert.
  3. Erklären Sie den Verlauf der pH-Werte im Tagesverlauf.
  4. Zeichnen Sie ein pH-Zeit-Diagramm der Messwerte (x-Achse 0 bis 24 Uhr, y-Achse pH 6,5 bis 8,0) und markieren Sie die Beleuchtungsphase.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Achten Sie auf die Uhrzeiten in der Tabelle.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(c(\ce{H3O+}) = 10^{-\mathrm{pH}}\); der Faktor ist der Quotient der beiden Konzentrationen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Welche Richtung nimmt das Gleichgewicht, wenn CO₂ entzogen bzw. zugeführt wird?Erklären: auf Gesetzmäßigkeiten zurückführen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Beschriften Sie beide Achsen mit Größe und Einheit.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Niedrigster pH-Wert: 6,8 um 6:00 Uhr; höchster pH-Wert: 7,7 um 18:00 Uhr.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

6:00 Uhr: \(c(\ce{H3O+}) = 10^{-6{,}8}\,\mathrm{mol\,L^{-1}} = 1{,}6\cdot10^{-7}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\). 18:00 Uhr: \(c(\ce{H3O+}) = 10^{-7{,}7}\,\mathrm{mol\,L^{-1}} = 2{,}0\cdot10^{-8}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\).

Faktor: \(10^{0{,}9} \approx 7{,}9\) — morgens enthält das Wasser fast achtmal so viele Oxonium-Ionen wie abends.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Bei Licht entziehen die Pflanzen dem Wasser \(\ce{CO2}\). Nach Le Chatelier verschiebt sich das Gleichgewicht \(\ce{CO2 + 2 H2O <=> HCO3- + H3O+}\) nach links, Oxonium-Ionen werden verbraucht, der pH-Wert steigt bis zum Ende der Beleuchtung (18–20 Uhr).

Im Dunkeln findet keine Fotosynthese statt; durch die Atmung reichert sich \(\ce{CO2}\) an, das Gleichgewicht verschiebt sich nach rechts, es entstehen Oxonium-Ionen, der pH-Wert sinkt bis zum Morgen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Punkte bei (2 | 6,9), (6 | 6,8), (10 | 7,1), (14 | 7,6), (18 | 7,7), (22 | 7,2) eintragen und verbinden; Achsen „Uhrzeit t in h“ und „pH-Wert“; Beleuchtungsphase 8–20 Uhr schraffieren. Das Diagramm zeigt ein Minimum am Morgen und ein Maximum gegen Ende der Beleuchtung.

2

Verdünnen ohne Ende?

AFB II–III

Eine Salzsäure mit \(c = 0{,}1\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) wird schrittweise jeweils 1 : 10 verdünnt; nach jedem Schritt wird der pH-Wert mit einem pH-Meter gemessen (M2). Chlorwasserstoff protolysiert in Wasser vollständig.

M2Verdünnungsreihe von Salzsäure (25 °C)
Verdünnungsstufe12345678
\(c_0(\ce{HCl})\) in \(\mathrm{mol\,L^{-1}}\)10⁻¹10⁻²10⁻³10⁻⁴10⁻⁵10⁻⁶10⁻⁷10⁻⁸
gemessener pH-Wert1,02,03,04,05,06,06,86,9
  1. Zeigen Sie rechnerisch, dass der pH-Wert einer Salzsäure bei einer Verdünnung 1 : 10 um genau eine Einheit steigt.
  2. Werten Sie die Messreihe M2 aus, indem Sie die Messwerte mit den nach der Definition des pH-Werts erwarteten Werten vergleichen.
  3. Erläutern Sie die Abweichungen bei den Stufen 7 und 8.
  4. Beurteilen Sie die Behauptung: „Wenn man Salzsäure nur oft genug verdünnt, erhält man eine alkalische Lösung.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Setzen Sie \(c/10\) in die Definition ein und nutzen Sie die Logarithmusgesetze.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartet wird \(\mathrm{pH} = -\lg c_0\).Auswerten: Daten zu einer Gesamtaussage zusammenführen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Welche Oxonium-Ionen-Quelle gibt es außer dem Chlorwasserstoff?
Hinweis zu Aufgabe d)
Kann die Oxonium-Ionen-Konzentration durch Verdünnen je kleiner werden als die Hydroxid-Ionen-Konzentration?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\mathrm{pH}_\text{neu} = -\lg\dfrac{c}{10} = -(\lg c - \lg 10) = -\lg c + 1 = \mathrm{pH}_\text{alt} + 1\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Erwartet: pH 1, 2, …, 8. Die Stufen 1 bis 6 stimmen mit den Messwerten überein. Bei Stufe 7 (erwartet 7,0, gemessen 6,8) und Stufe 8 (erwartet 8,0, gemessen 6,9) weichen die Messwerte deutlich ab; der pH-Wert nähert sich 7, ohne ihn zu überschreiten.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Bei sehr kleinen Säurekonzentrationen liefert die Autoprotolyse des Wassers mit \(10^{-7}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) mehr bzw. ebenso viele Oxonium-Ionen wie die Säure. Bei Stufe 7 addieren sich beide Beiträge zu mehr als \(10^{-7}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (exakt \(1{,}6\cdot10^{-7}\), pH 6,8), bei Stufe 8 dominiert das Wasser (pH knapp unter 7). Zusätzlich kann gelöstes \(\ce{CO2}\) aus der Luft den pH-Wert leicht senken.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Behauptung ist falsch. Durch Verdünnen sinkt nur die Konzentration der Säure; die Lösung enthält aber immer mindestens so viele Oxonium-Ionen wie Hydroxid-Ionen, denn jedes Hydroxid-Ion aus der Autoprotolyse entsteht zusammen mit einem Oxonium-Ion, und aus der Säure kommen weitere hinzu. Der pH-Wert nähert sich daher von unten dem Wert 7 (reines Wasser), überschreitet ihn aber nie. Eine alkalische Lösung entsteht nur durch Zugabe einer Base.