Säuren und Basen nach Brønsted
Säure-Base-Reaktionen sind Protonenübergänge; Säure und Base sind Rollen, keine Stoffklassen (3.1.1–3.1.4).
Brønsted-Konzept (3.1.1)
Säure = Protonendonator, Base = Protonenakzeptor mit freiem Elektronenpaar; das Bindungselektronenpaar bleibt beim Donator.
Korrespondierende Paare (3.1.2)
Zwei Teilchen, die sich um genau ein Proton unterscheiden; jede Protolyse koppelt zwei Paare. Ampholyte: H₂O, HCO₃⁻, HSO₄⁻.
Oxonium und Hydroxid (3.1.3)
In Wasser gibt es kein freies H⁺: H₃O⁺ trägt die sauren, OH⁻ die alkalischen Eigenschaften; Formalladung O: +1 bzw. −1.
Mehrprotonige Säuren (3.1.4)
Protonen gehen stufenweise über; jede Stufe ist schwächer, weil das Proton von einem negativeren Teilchen gelöst werden muss.
Dissoziation ist keine Protolyse
NaOH liefert OH⁻ durch Lösen des Ionengitters; bei NH₃ entsteht OH⁻ erst durch Protonenübergang von H₂O auf NH₃.
pH-Wert und Säurestärke
Aus der Autoprotolyse folgt die pH-Skala; KS und KB messen die Stärke, α und Näherungsformeln liefern den pH-Wert (3.2.1–3.2.6).
Autoprotolyse (3.2.1)
Wasser protolysiert sich selbst, sehr wenig und endotherm; KW gilt in jeder wässrigen Lösung und steigt mit T.
pH-Wert (3.2.2)
Negativer dekadischer Logarithmus des Zahlenwerts; eine Stufe = Faktor 10. Neutral bei 25 °C: pH 7.
KS und KB (3.2.3)
MWG der Protolyse, c(H₂O) in die Konstante gezogen. Je kleiner pKs, desto stärker die Säure und desto schwächer ihre Base.
Stark und schwach (3.2.4)
Starke Säuren (pKs < 0) protolysieren vollständig; bei schwachen steigt α beim Verdünnen (Ostwald).
pH berechnen (3.2.5)
Stark: pH = −lg c₀. Schwach: Näherung, wenn α < 5 %, sonst quadratische Gleichung. Basen über pOH.
Salzlösungen (3.2.6)
Anionen schwacher Säuren → alkalisch; NH₄⁺, Metall-Aqua-Ionen → sauer; Ampholyte: KS gegen KB.
Stärke ist nicht gleich pH-Wert
Der pH-Wert hängt von pKs und c₀ ab — eine verdünnte starke Säure kann einen höheren pH-Wert haben als eine konzentrierte schwache.
Titrationen und Indikatoren
Die Maßanalyse bestimmt Konzentrationen; die Titrationskurve zeigt Äquivalenz- und Halbäquivalenzpunkt, Indikatoren machen den Sprung sichtbar (3.3.1–3.3.5).
Titration (3.3.1)
Maßlösung aus der Bürette bis zum Farbumschlag; an der Meniskus-Unterkante ablesen, mehrfach titrieren. Stöchiometrie beachten.
Titrationskurven (3.3.2)
pH gegen V: starke Säure mit großem Sprung um pH 7; schwache Säure höherer Start, Pufferbereich, kleinerer Sprung im Alkalischen.
ÄP und HÄP (3.3.3)
Am ÄP liegt nur die korrespondierende Base vor (Verdünnung beachten); am HÄP ist c(HA) = c(A⁻).
Indikatorwahl (3.3.4)
Umschlagsbereich im Sprung, möglichst um pH(ÄP): schwache Säure → Phenolphthalein, schwache Base → Methylrot.
Indikatoren als Säuren (3.3.5)
HInd und Ind⁻ haben verschiedene Farben; das Verhältnis ändert sich je pH-Stufe um den Faktor 10.
Titriert wird die gesamte Säure
Schwache und starke Säure gleicher Stoffmenge verbrauchen gleich viel Lauge — die schwache Säure protolysiert während der Titration nach.
Pufferlösungen
Eine schwache Säure und ihre korrespondierende Base fangen H₃O⁺ und OH⁻ ab; die Henderson-Hasselbalch-Gleichung liefert pH, Bereich und Kapazität (3.4.1–3.4.3).
Pufferreaktionen (3.4.1)
A⁻ fängt H₃O⁺ ab, HA fängt OH⁻ ab; nur das Verhältnis ändert sich. Beispiele: Acetat-, Ammonium-, Phosphat-, Blutpuffer.
Henderson-Hasselbalch (3.4.2)
Erst Reaktion (Stoffmengen), dann Gleichung; Verdünnen ändert das Verhältnis und damit den pH-Wert nicht.
Pufferbereich (3.4.3)
Zwischen den Verhältnissen 1 : 10 und 10 : 1; System mit pKs nahe am Ziel-pH wählen.
Pufferkapazität (3.4.3)
Stoffmenge H₃O⁺ bzw. OH⁻ bis zum Rand des Pufferbereichs; wächst mit der Konzentration, sinkt beim Verdünnen.
Bereich und Kapazität trennen
Der Pufferbereich hängt nur vom pKs ab, die Kapazität von den Stoffmengen: Ein konzentrierterer Puffer hat denselben Bereich, hält aber länger.
