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Abituraufgaben: Pufferbereich

Zwei Seen mit gleichem pH-Wert und ein Bioreaktor voller Milchsäure — Pufferkapazität entscheidet.

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Zwei Seen im sauren Regen

AFB I–II

Der pH-Wert von Seen wird vor allem durch das Paar Kohlensäure/Hydrogencarbonat gepuffert (pKs = 6,35; Kohlensäure hier einschließlich gelöstem CO₂). Zwei Seen haben beide pH 7,2:

SeeUntergrundc(HCO₃⁻) in mmol/LpH
AKalkstein2,507,2
BGranit0,107,2

Fische und Laich werden unterhalb von etwa pH 5,5 geschädigt. Vereinfachend wird angenommen, dass kein CO₂ entweicht.

  1. Formulieren Sie die Reaktionsgleichung, mit der das Seewasser eingetragene Säure abfängt.
  2. Berechnen Sie die Konzentration an Kohlensäure in beiden Seen.
  3. Berechnen Sie für beide Seen die Stoffmenge an H₃O⁺ pro Liter, bis der pH-Wert die Grenze des Pufferbereichs (pKs − 1 = 5,35) erreicht.
  4. Beurteilen Sie die Gefährdung beider Seen durch sauren Regen (pH ≈ 4,2) und erläutern Sie eine Gegenmaßnahme.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Base des Pufferpaares.
Hinweis zu Aufgabe b)
Henderson-Hasselbalch nach c(H₂CO₃) auflösen.
Hinweis zu Aufgabe c)
(n(HCO₃⁻) − x) : (n(H₂CO₃) + x) = 1 : 10
Hinweis zu Aufgabe d)
Gleicher pH, unterschiedliche Kapazität.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\ce{HCO3- + H3O+ -> H2CO3 + H2O}\) (bzw. \(\ce{-> CO2 + 2 H2O}\)).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

c(HCO₃⁻) : c(H₂CO₃) = 10^(7,2 − 6,35) = 10^0,85 = 7,08. See A: c(H₂CO₃) = 2,50 : 7,08 = 0,353 mmol/L. See B: 0,10 : 7,08 = 0,0141 mmol/L.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

x = (10 · c(HCO₃⁻) − c(H₂CO₃)) : 11. See A: (25,0 − 0,353) : 11 = 2,24 mmol/L. See B: (1,00 − 0,014) : 11 = 0,090 mmol/L — etwa 25-mal weniger.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der pH-Wert sagt nichts über die Gefährdung — beide Seen haben pH 7,2, aber See B hat nur 1/25 der Kapazität. Regen mit pH 4,2 enthält rund 0,063 mmol/L H₃O⁺; See B kann schon durch Niederschlag in der Größenordnung seines eigenen Volumens den Pufferbereich verlassen und unter pH 5,5 fallen, See A kaum. Gegenmaßnahme: Kalkung (CaCO₃) — Carbonat neutralisiert Säure und erhöht c(HCO₃⁻) und damit die Pufferkapazität.

2

Phosphatpuffer im Bioreaktor

AFB II–III

Milchsäurebakterien werden in einem Bioreaktor mit 10 L Nährlösung gezüchtet, die bei pH 7,0 gepuffert ist: Phosphatpuffer \(\ce{H2PO4-}/\ce{HPO4^2-}\) (pKs = 7,21) mit einer Gesamtkonzentration beider Partner von 0,10 mol/L. Die Bakterien wachsen nur oberhalb von pH 6,5. Erwartet wird die Bildung von 0,20 mol Milchsäure (pKs = 3,86).

  1. Formulieren Sie die Gleichung der Pufferreaktion und begründen Sie, warum sie praktisch vollständig abläuft.
  2. Berechnen Sie die Stoffmengen an H₂PO₄⁻ und HPO₄²⁻ zu Beginn.
  3. Berechnen Sie den pH-Wert, nachdem 0,20 mol Milchsäure gebildet wurden.
  4. Beurteilen Sie, ob der Puffer ausreicht, wenn 0,30 mol Milchsäure entstehen, und entwickeln Sie eine Lösung.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
pKs-Werte vergleichen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Verhältnis aus Henderson-Hasselbalch, Summe = 1,0 mol.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erst bilanzieren, dann einsetzen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Neu bilanzieren; Kapazität hängt von der Konzentration ab.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\ce{CH3CH(OH)COOH + HPO4^2- -> CH3CH(OH)COO- + H2PO4-}\). Milchsäure (pKs 3,86) ist eine viel stärkere Säure als H₂PO₄⁻ (pKs 7,21); das Gleichgewicht liegt weit rechts (K = 10^3,35 ≈ 2 · 10³).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

n(HPO₄²⁻) : n(H₂PO₄⁻) = 10^(7,0 − 7,21) = 0,617. Gesamt 1,0 mol → n(H₂PO₄⁻) = 1,0 : 1,617 = 0,619 mol, n(HPO₄²⁻) = 0,381 mol.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

n(HPO₄²⁻) = 0,381 − 0,20 = 0,181 mol; n(H₂PO₄⁻) = 0,619 + 0,20 = 0,819 mol. pH = 7,21 + lg(0,181/0,819) = 7,21 − 0,66 = 6,55 — knapp über 6,5.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

n(HPO₄²⁻) = 0,081 mol, n(H₂PO₄⁻) = 0,919 mol → pH = 7,21 + lg 0,088 = 6,16 < 6,5: nicht ausreichend, die Kapazität gegen Säure ist fast erschöpft. Lösung: Pufferkonzentration verdoppeln (0,20 mol/L): n(HPO₄²⁻) = 0,763 mol, n(H₂PO₄⁻) = 1,237 mol; nach 0,30 mol: 0,463 : 1,537 → pH = 7,21 − 0,52 = 6,69 ✓. Alternativ pH-geregelte Zudosierung von Natronlauge.