Drei Aufgaben mit Material zu Säurestärke, Titration und Puffern, 60 BE, 135 Minuten — die Generalprobe mit Notenpunkte-Schlüssel.
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Drei Aufgaben mit Material, zusammen 60 Bewertungseinheiten (BE). Hilfsmittel: Taschenrechner, Periodensystem. Rechnen Sie auf Papier und tragen Sie nur die Ergebnisse ein; der Erwartungshorizont wird nach dem Auswerten freigeschaltet.
AFB I–III
Aufgabe 1: Säuren und Salze im Vergleich
20 BE
A1
Säurestärke und pH-Wert
20 BE
Material 1: pH-Werte wässriger Lösungen, jeweils \(c_0 = 0{,}10\,\text{mol/L}\), gemessen bei 25 °C.
Lösung
HCl
CH₃COOH
NH₄Cl
pH
1,00
2,88
5,13
Lösung
NaCl
CH₃COONa
Na₂CO₃
pH
7,00
8,88
11,66
a) Geben Sie die zutreffende Protolysegleichung für Essigsäure mit den korrekten Paaren an. 2 BE
b) Berechnen Sie aus dem gemessenen pH-Wert den \(\mathrm{p}K_\mathrm{S}\)-Wert der Essigsäure (ohne Näherung). 4 BE
c) Berechnen Sie den Protolysegrad der Essigsäure in Prozent. 3 BE
%
d) Ordnen Sie jeder Salzlösung die zutreffende Erklärung zu. 4 BE
e) Berechnen Sie aus dem pH-Wert der Natriumcarbonat-Lösung den \(\mathrm{p}K_\mathrm{S}\)-Wert des Hydrogencarbonat-Ions (ohne Näherung). 4 BE
f) Beurteilen Sie die Aussagen zum Verdünnen der Säuren aus Material 1 auf das Hundertfache. (mehrere Antworten richtig)3 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)
Erwartungshorizont:
a) Säure/Base-Paare unterscheiden sich um ein Proton und stehen auf verschiedenen Seiten; freie H⁺ gibt es in Wasser nicht. (2 BE)
f) Salzsäure: c(H₃O⁺) = c₀, Faktor 100 → +2. Essigsäure: pH = ½(pKs − lg c₀) → nur +1, weil α steigt (Ostwald). KS hängt nicht von c₀ ab. (3 BE)
AFB I–III
Aufgabe 2: Fruchtsäure im Peeling
20 BE
A2
Titration
20 BE
Material 2: 20,0 mL einer Glycolsäure-Lösung (Hydroxyethansäure, einprotonig; Wirkstoff eines Fruchtsäure-Peelings) werden mit Natronlauge \((c = 0{,}10\,\text{mol/L})\) titriert; die pH-Werte werden mit einer pH-Elektrode gemessen.
V in mL
0
4,0
8,0
12,0
pH
2,47
3,37
3,83
4,31
V in mL
14,0
15,0
15,5
16,0
pH
4,68
5,01
5,32
8,24
V in mL
16,5
17,0
20,0
pH
11,14
11,43
12,00
a) Ermitteln Sie aus der Messreihe den Äquivalenzpunkt und berechnen Sie die Ausgangskonzentration der Glycolsäure. 3 BE
mol/L
b) Bestimmen Sie den \(\mathrm{p}K_\mathrm{S}\)-Wert der Glycolsäure aus der Messreihe. 3 BE
c) Berechnen Sie den pH-Wert am Äquivalenzpunkt und vergleichen Sie mit dem Messwert. 4 BE
d) Entscheiden Sie sich für den geeigneten Indikator. 3 BE
e) Beurteilen Sie die Aussagen zur Titrationskurve. (mehrere Antworten richtig)4 BE
f) Berechnen Sie den pH-Wert nach Zugabe von 20,0 mL Natronlauge. 3 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)
Erwartungshorizont:
a) Größter Sprung zwischen 15,5 und 16,5 mL → \(V_\text{ÄP} = 16{,}0\,\text{mL}\); \(c_0 = 0{,}10 \cdot 16{,}0 : 20{,}0 = 0{,}080\,\text{mol/L}\). (3 BE)
b) Halbäquivalenzpunkt bei 8,0 mL: pH = pKs = 3,83. (3 BE)
c) \(n(\ce{A-}) = 1{,}6\,\text{mmol}\) in 36,0 mL → \(c = 0{,}0444\,\text{mol/L}\); \(\mathrm{p}K_\mathrm{B} = 10{,}17\); \(\mathrm{pOH} = \tfrac12(10{,}17 + 1{,}35) \approx 5{,}76\) → \(\mathrm{pH} \approx 8{,}24\) — stimmt mit dem Messwert überein; am ÄP liegt nur Glycolat vor (Base). (4 BE)
d) ÄP bei pH 8,24 im Alkalischen, der Sprung reicht etwa von 5,3 bis 11 → Phenolphthalein; Methylorange und Methylrot schlagen im Pufferbereich, also viel zu früh um. (3 BE)
e) Richtig: Puffer HA/A⁻ vor dem ÄP; OH⁻-Überschuss nach dem ÄP. Falsch: gleiche Stoffmenge Säure → gleicher Verbrauch; am ÄP alkalisch. (4 BE)
f) Überschuss \(n(\ce{OH-}) = 2{,}0 - 1{,}6 = 0{,}4\,\text{mmol}\) in 40,0 mL → \(c = 0{,}010\,\text{mol/L}\), pOH 2 → pH 12,0; die Base Glycolat trägt daneben nichts Merkliches bei. (3 BE)
AFB I–III
Aufgabe 3: Ein Acetat-Puffer unter Last
20 BE
A3
Puffer
20 BE
Material 3: 500 mL Acetat-Puffer enthalten \(c(\ce{CH3COOH}) = 0{,}20\,\text{mol/L}\) und \(c(\ce{CH3COONa}) = 0{,}10\,\text{mol/L}\); \(\mathrm{p}K_\mathrm{S}(\ce{CH3COOH}) = 4{,}75\). Weitere Puffersysteme:
Säure/Base
pKS
HCOOH/HCOO⁻
3,75
H₂PO₄⁻/HPO₄²⁻
7,21
NH₄⁺/NH₃
9,25
a) Geben Sie die zutreffenden Pufferreaktionen an. (mehrere Antworten richtig)3 BE
b) Berechnen Sie den pH-Wert des Puffers. 3 BE
c) Berechnen Sie den pH-Wert nach Zugabe von 5,0 mL Salzsäure \((c = 2{,}0\,\text{mol/L})\). 4 BE
d) Berechnen Sie die Pufferkapazität des ursprünglichen Puffers gegen Säure (Stoffmenge H₃O⁺ bis pH = pKs − 1). 4 BE
mmol
e) Ordnen Sie jedem Ziel-pH-Wert das am besten geeignete Puffersystem zu. 3 BE
f) Beurteilen Sie die Aussagen: Der Puffer aus Material 3 wird mit Wasser auf 1,0 L aufgefüllt. (mehrere Antworten richtig)3 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)
Erwartungshorizont:
a) Die Pufferbase fängt H₃O⁺ ab, die Puffersäure gibt ein Proton an OH⁻ ab; Na⁺ ist Zuschauer-Ion. (3 BE)
f) Verdünnen ändert das Verhältnis nicht → pH bleibt; die absoluten Stoffmengen und damit die Kapazität des ganzen Ansatzes bleiben, pro Liter halbiert sie sich. Der Pufferbereich hängt nur vom pKs ab. (3 BE)