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Abituraufgaben: Gleichgewichtskonstanten

Stickoxide im Brennraum und Doppelmoleküle im Essigdampf — zweimal führt die Tabelle zur Gleichgewichtskonstante.

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1

Stickstoffmonoxid im Motor

AFB I–II

Im Brennraum eines Motors reagiert Luft bei etwa 2000 K teilweise zu Stickstoffmonoxid: \(\ce{N2 + O2} \rightleftharpoons \ce{2 NO}\). Bei 2000 K gilt \(K_c = 4{,}1 \cdot 10^{-4}\). Luft enthält bei 2000 K und 1 bar \(c(\ce{N2}) = 4{,}7 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}\) und \(c(\ce{O2}) = 1{,}26 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}\) (Gesamtkonzentration aller Gase \(6{,}0 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}\)).

  1. Stellen Sie das MWG auf und begründen Sie, warum \(K_c\) keine Einheit hat.
  2. Erstellen Sie die Tabelle Anfang – Änderung – Gleichgewicht mit der Umsatzvariablen \(x\).
  3. Berechnen Sie \(c(\ce{NO})\) im Gleichgewicht. Nehmen Sie an, dass \(x\) klein gegenüber den Anfangswerten ist.
  4. Beurteilen Sie die Näherung aus c).

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Koeffizienten links und rechts vergleichen.
Hinweis zu Aufgabe b)
NO entsteht mit dem Koeffizienten 2.
Hinweis zu Aufgabe c)
Nenner mit den Anfangswerten nähern.
Hinweis zu Aufgabe d)
Wie groß ist x im Vergleich zu c(O₂)?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(K_c = \dfrac{c^2(\ce{NO})}{c(\ce{N2}) \cdot c(\ce{O2})}\); \(\Delta n = 2 - 2 = 0\), die Einheiten kürzen sich.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Anfang: \(4{,}7 \cdot 10^{-3}\) | \(1{,}26 \cdot 10^{-3}\) | 0; Änderung: \(-x\) | \(-x\) | \(+2x\); GG: \(4{,}7 \cdot 10^{-3} - x\) | \(1{,}26 \cdot 10^{-3} - x\) | \(2x\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(4x^2 \approx K_c \cdot c(\ce{N2}) \cdot c(\ce{O2}) = 4{,}1 \cdot 10^{-4} \cdot 4{,}7 \cdot 10^{-3} \cdot 1{,}26 \cdot 10^{-3} \approx 2{,}43 \cdot 10^{-9}\,\tfrac{\text{mol}^2}{\text{L}^2}\) ⇒ \(c(\ce{NO}) = 2x \approx 4{,}9 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\); das entspricht etwa 0,8 % der Gasteilchen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(x \approx 2{,}5 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\) sind etwa 2 % von \(c(\ce{O2})\) und 0,5 % von \(c(\ce{N2})\). Die Näherung ändert das Ergebnis nur um rund 1 % (exakt: \(4{,}87 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\)) und ist damit gerechtfertigt; bei größerem \(K\) müsste man die quadratische Gleichung lösen.

2

Ethansäure-Dimere im Dampf

AFB II–III

Ethansäure-Moleküle bilden in der Gasphase über zwei Wasserstoffbrücken Dimere: \(\ce{2 CH3COOH} \rightleftharpoons \ce{(CH3COOH)2}\). In einem evakuierten Kolben wird eine abgewogene Portion vollständig verdampft und der Druck gemessen (\(R = 8{,}314\,\text{J/(mol·K)}\)):

GrößeWert
Masse Ethansäure0,600 g (M = 60,0 g/mol)
Volumen des Kolbens1,00 L
Temperatur125 °C (398 K)
gemessener Druck22,5 kPa
  1. Erklären Sie, warum der gemessene Druck kleiner ist als für 10,0 mmol einzelne Moleküle erwartet (33,1 kPa).
  2. Berechnen Sie die Gesamtstoffmenge der Gasteilchen.
  3. Ermitteln Sie mit einer Tabelle Anfang – Änderung – Gleichgewicht \(K_c\).
  4. Beurteilen Sie mithilfe des Reaktionsquotienten, wie sich der Anteil der Dimere ändert, wenn dieselbe Portion in einem 2,00-L-Kolben verdampft wird.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Druck hängt von der Teilchenzahl ab.
Hinweis zu Aufgabe b)
Ideales Gasgesetz.
Hinweis zu Aufgabe c)
Pro Dimer verschwinden zwei Monomere: n(gesamt) = 10,0 mmol − y.
Hinweis zu Aufgabe d)
Alle Konzentrationen zunächst halbieren, dann Q bilden.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Druck eines Gases ist proportional zur Zahl der Teilchen. Je zwei Moleküle bilden ein Dimer, dadurch sinkt die Teilchenzahl unter 10,0 mmol — und der Druck unter 33,1 kPa.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(n = \dfrac{p \cdot V}{R \cdot T} = \dfrac{22\,500\,\text{Pa} \cdot 1{,}00 \cdot 10^{-3}\,\text{m}^3}{8{,}314\,\tfrac{\text{J}}{\text{mol·K}} \cdot 398\,\text{K}} \approx 6{,}80 \cdot 10^{-3}\,\text{mol}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Anfang: 10,0 mmol Monomer, 0 Dimer; Änderung: \(-2y\) | \(+y\); GG: \(10{,}0 - 2y\) | \(y\). Gesamt \(10{,}0 - y = 6{,}80\) ⇒ \(y = 3{,}20\,\text{mmol}\). \(c(\text{Monomer}) = 3{,}60 \cdot 10^{-3}\), \(c(\text{Dimer}) = 3{,}20 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}\) ⇒ \(K_c = \dfrac{3{,}20 \cdot 10^{-3}}{(3{,}60 \cdot 10^{-3})^2} \approx 2{,}5 \cdot 10^2\,\text{L/mol}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Direkt nach dem Verdünnen: \(Q = \dfrac{c_D/2}{(c_M/2)^2} = 2\,K_c\), also \(Q > K_c\): Die Rückreaktion überwiegt, Dimere zerfallen, bis wieder \(Q = K_c\) gilt. Im größeren Volumen ist der Dimer-Anteil daher kleiner — ein Ergebnis, das nur die Rechnung mit Konzentrationen (\(\Delta n \ne 0\)) zeigt.