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Achtzehn gemischte Aufgaben aus allen sechs Kapiteln — von AFB I bis AFB III, mit sofortiger Rückmeldung und gestuften Tipps.

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Runde 1: Grundlagen sichern

Sechs kurze Aufgaben auf AFB I — je eine aus jedem Kapitel. Wer hier stolpert, wiederholt zuerst die Zusammenfassung des Kapitels (Link im Selbsttest).

A1
Säure, Base oder beides? Kap. 3
AFB I

Bestimmen Sie für jedes Teilchen, wie es in wässriger Lösung nach Brønsted reagieren kann.

Setze in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
TeilchenSäureBaseAmpholyt
\(\ce{NH4+}\)
\(\ce{CO3^2-}\)
\(\ce{HCO3-}\)
\(\ce{H2O}\)
\(\ce{CH3COO-}\)
\(\ce{H2PO4-}\)
Ampholyte können ein Proton abgeben und aufnehmen: HCO₃⁻, H₂O, H₂PO₄⁻. Das Acetat-Ion hat kein abspaltbares Proton mehr (das H der Methylgruppe ist nicht acide) — ein häufiger Fehler.
Ansatz: Zeichnen Sie gedanklich die korrespondierende Säure und Base zu jedem Teilchen.
Weiter: Nur Teilchen mit einem sauren H-Atom und einem freien Elektronenpaar sind Ampholyte.
A2
Oxidationszahl im Thiosulfat Kap. 4
AFB I

Geben Sie die mittlere Oxidationszahl des Schwefels im Thiosulfat-Ion \(\ce{S2O3^2-}\) an.

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
Ansatz: \(2x + 3\cdot(-2) = -2\) ⇒ \(x = +2\). Die beiden S-Atome sind strukturell verschieden (0 und +4) — die mittlere Oxidationszahl ist trotzdem +2.
Ansatz: Die Summe aller Oxidationszahlen ergibt die Ionenladung.
Weiter: Sauerstoff hat hier −II.
A3
Richtung und Tempo Kap. 1
AFB I

Beschreiben Sie mit den passenden Begriffen, was über Ablauf und Geschwindigkeit einer Reaktion entscheidet.

Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

Ob eine Reaktion freiwillig abläuft, zeigt die : Ist \(\Delta_r G < 0\), heißt die Reaktion . Neben der Reaktionsenthalpie trägt die über den Term \(-T\cdot\Delta S\) dazu bei. Wie schnell die Reaktion abläuft, bestimmt dagegen die ; ein senkt sie, ohne \(\Delta_r G\) zu ändern.

Die „Enthalpie“ ist der Ablenker: Sie allein entscheidet weder über Freiwilligkeit noch über Geschwindigkeit.
Ansatz: Unterscheiden Sie Thermodynamik (Richtung) und Kinetik (Tempo).
Weiter: Gibbs-Helmholtz: \(\Delta G = \Delta H - T\Delta S\).
A4
Mehr Ammoniak im Gleichgewicht Kap. 2
AFB I

Nennen Sie alle Maßnahmen, die bei \(\ce{N2 + 3 H2}\rightleftharpoons\ce{2 NH3}\) (\(\Delta_r H < 0\)) den Stoffmengenanteil von Ammoniak im Gleichgewicht erhöhen.

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Argon bei konstantem Volumen ändert keine Partialdrücke der Reaktionspartner — also auch nicht Q. Der Katalysator beschleunigt nur die Einstellung.
Ansatz: Le Chatelier: Das System weicht dem Zwang aus.
Weiter: Zählen Sie die Gasteilchen links (4) und rechts (2).
A5
Reagenzien und Reaktionstyp Kap. 5
AFB I

Ordnen Sie jedem Reaktionsansatz den Reaktionstyp zu.

Ansatz: Achten Sie auf die Bedingungen (Licht, Temperatur, Katalysator).
Weiter: Welche Teilchenart greift jeweils an?
A6
Wie entsteht das Polymer? Kap. 6
AFB I

Ordnen Sie die Kunststoffe nach ihrer Bildungsreaktion ein.

Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1Polymerisation
2Polykondensation
3Polyaddition
Polymerisation: C=C wird geöffnet, nichts wird abgespalten. Polykondensation: Wasser (o. Ä.) wird frei. Polyaddition: H-Atom wandert, nichts wird abgespalten (Diisocyanat + Diol).
Ansatz: Suchen Sie nach C=C im Monomer.
Weiter: Wird bei der Verknüpfung ein kleines Molekül abgespalten?
2

Runde 2: Kapitel verknüpfen

Sieben Aufgaben auf AFB II: Rechnen, Mechanismen, Gleichgewichte — oft aus zwei Kapiteln zugleich, wie in der Abiturprüfung.

A7
Von ΔG zu K Kap. 1Kap. 2
AFB II

Berechnen Sie für \(\ce{H2(g) + I2(g)}\rightleftharpoons\ce{2 HI(g)}\) mit \(\Delta_r H^\circ = -9{,}4\,\text{kJ/mol}\) und \(\Delta_r S^\circ = +21{,}8\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)}\) die Gleichgewichtskonstante bei 700 K (\(\Delta H\), \(\Delta S\) temperaturunabhängig).

Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
  1. \(\Delta_r G^\circ(700\,\text{K})\) in kJ/mol kJ/mol
  2. \(\ln K\)
  3. \(K\)
ΔS in kJ umrechnen: −9,4 − 700 · 0,0218 = −24,7 kJ/mol. Dann ln K = 24 660 : (8,314 · 700) ≈ 4,24 und K ≈ 69. Wer ΔG in kJ einsetzt, erhält K ≈ 1.
Ansatz: Gibbs-Helmholtz, dann \(\Delta_r G^\circ = -R\,T\ln K\).
Weiter: R in J/(mol·K), ΔG in J/mol.
A8
Essig titrieren Kap. 3
AFB II

Werten Sie die Titration aus: Speiseessig wird 1 : 10 verdünnt. 20,0 mL der verdünnten Lösung verbrauchen bis zum Umschlag von Phenolphthalein 16,4 mL Natronlauge (c = 0,100 mol/L). Geben Sie die Massenkonzentration an Essigsäure (M = 60,05 g/mol) im unverdünnten Essig an.

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
n(NaOH) = 1,64 mmol = n(Essigsäure) in 20,0 mL → c = 0,0820 mol/L; mal 10 → 0,820 mol/L; β = 0,820 · 60,05 ≈ 49,2 g/L (≈ 5 % Essig). Häufiger Fehler: Verdünnungsfaktor vergessen (4,92 g/L).
Ansatz: Stoffmengenverhältnis 1 : 1.
Weiter: Erst c der verdünnten Lösung, dann mal 10, dann mal M.
A9
Redoxgleichung in Schritten Kap. 4
AFB II

Stellen Sie das Vorgehen beim Aufstellen einer Redoxgleichung in saurer Lösung (z. B. Permanganat mit Oxalsäure) in der richtigen Reihenfolge dar.

Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Oxidationszahlen bestimmen und Donator/Akzeptor erkennen
2Teilgleichungen für Oxidation und Reduktion mit Elektronen aufstellen
3Ladungen mit H₃O⁺ (bzw. H⁺) ausgleichen
4Sauerstoff- und Wasserstoffatome mit H₂O ausgleichen
5Mit dem kgV der Elektronenzahlen erweitern und addieren
6Atome und Ladungen der Gesamtgleichung kontrollieren
Beim Permanganat: MnO₄⁻ + 8 H⁺ + 5 e⁻ → Mn²⁺ + 4 H₂O; Oxalsäure gibt 2 e⁻ ab → kgV 10.
Ansatz: Die Elektronen kommen vor dem Ladungsausgleich.
Weiter: Erst am Ende werden die Teilgleichungen addiert.
A10
Mechanismus-Check Kap. 5
AFB II

Analysieren Sie den Lösungstext zur Reaktion von Cyclohexen mit Brom und markieren Sie die fehlerhaften Zeilen.

In diesem Text stecken Fehler. Klicke genau die falschen Zeilen an — die richtigen musst du stehen lassen.
Elektrophile Addition: Polarisierung → Bromonium-Ion → Rückseitenangriff. Radikale entstehen nur bei Licht und Alkanen.
Ansatz: Welche Teilchenart greift die Doppelbindung an?
Weiter: Denken Sie an die räumliche Abschirmung durch das Bromonium-Ion.
A11
Isoelektrischer Punkt Kap. 6Kap. 3
AFB II

Ermitteln Sie den isoelektrischen Punkt von Glycin aus \(\mathrm{p}K_{S1} = 2{,}34\) (Carboxygruppe) und \(\mathrm{p}K_{S2} = 9{,}60\) (Ammoniumgruppe).

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
pI = ½ (2,34 + 9,60) = 5,97. Dort liegt Glycin fast nur als Zwitterion vor — die Nettoladung ist null, es wandert in der Elektrophorese nicht. Nicht pH 7!
Ansatz: Am pI sind Kation und Anion gleich häufig.
Weiter: Mittelwert der beiden pKs-Werte, die das Zwitterion begrenzen.
A12
Puffer und Löslichkeit Kap. 3Kap. 2
AFB II

Entscheiden Sie, ob die Aussagen fachlich zutreffen.

Fünf Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Puffer-pH hängt vom Verhältnis ab, Löslichkeit vom Produkt der Ionenkonzentrationen.
Ansatz: Henderson-Hasselbalch: \(\mathrm{pH} = \mathrm{p}K_S + \lg\frac{c(A^-)}{c(HA)}\).
Weiter: Löslichkeitsprodukt: \(Q = K_L\) in gesättigter Lösung.
A13
Vernickeln berechnen Kap. 4
AFB II

Stellen Sie die Größengleichung für die Masse des abgeschiedenen Nickels (Ni²⁺ + 2 e⁻ → Ni) aus Stromstärke I und Zeit t auf.

Setze den Bauplan von links nach rechts zusammen. Ein Klick legt den Baustein auf den nächsten freien Platz, ein Klick im Bauplan legt ihn zurück. Enter funktioniert genauso.
m = n · M und n = Q/(z·F) = I·t/(z·F). Mit z = 2 für Ni²⁺. Die Falle „/F“ vergisst die Ladungszahl.
Ansatz: Ladung Q = I · t.
Weiter: Pro Nickel-Ion werden 2 Elektronen benötigt.
3

Runde 3: Urteilen und entwickeln

Fünf Aufgaben auf AFB III mit einer Trickaufgabe. Formulieren Sie Ihr Urteil zuerst auf Papier, dann prüfen Sie.

A14
Ethanol statt Benzin? Kap. 1Kap. 5
AFB III

Beurteilen Sie Ethanol als Ersatz für Benzin. Daten: Heizwert Ethanol 26,8 MJ/kg (\(\rho = 0{,}79\,\text{kg/L}\)), Benzin 43,5 MJ/kg (\(\rho = 0{,}75\,\text{kg/L}\)). Wählen Sie alle fachlich haltbaren Aussagen.

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Energie- und Klimabilanz trennen: CO₂ entsteht immer, es ist beim Bioethanol aber zuvor von Pflanzen gebunden worden. Über die Geschwindigkeit sagt ΔH nichts.
Ansatz: Rechnen Sie Heizwert · Dichte.
Weiter: Unterscheiden Sie Energiebilanz, Stoffbilanz und Kinetik.
A15
Esterausbeute planen Kap. 2Kap. 5
AFB III

Planen Sie die Herstellung von Ethylacetat mit hoher Ausbeute (\(\Delta_r H \approx 0\), \(K \approx 4\)): Ordnen Sie jede Maßnahme ihrer Wirkung auf die Gleichgewichtslage zu.

Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1mehr Ester
2weniger Ester
3Lage unverändert
Nur Q-Änderungen verschieben die Lage; Katalysator und Druck (ohne Gase) nicht. Achtung: Konzentrierte Schwefelsäure bindet zusätzlich Wasser — in kleiner Menge wirkt sie aber vor allem katalytisch.
Ansatz: Stellen Sie das MWG auf und überlegen Sie, wie sich Q ändert.
Weiter: Bei ΔH ≈ 0 bringt Temperatur für die Lage fast nichts.
A16
Trickaufgabe: extrem verdünnte Salzsäure Kap. 3
AFB III

Überprüfen Sie die Behauptung „Salzsäure mit \(c = 1{,}0\cdot 10^{-8}\,\text{mol/L}\) hat den pH-Wert 8“ und geben Sie den tatsächlichen pH-Wert an (Autoprotolyse berücksichtigen).

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
Eine Säure kann nie basisch reagieren. \(c(\ce{H3O+}) = 10^{-8} + c(\ce{OH-})\) mit \(K_W = c(\ce{H3O+})\cdot c(\ce{OH-})\) ⇒ quadratische Gleichung, \(c(\ce{H3O+}) \approx 1{,}05\cdot 10^{-7}\) mol/L, pH ≈ 6,98.
Ansatz: Wasser liefert selbst \(10^{-7}\) mol/L Oxonium-Ionen.
Weiter: \(x^2 - 10^{-8}x - 10^{-14} = 0\) mit dem Gleichungslöser lösen.
A17
Wasserstoff als Stromspeicher Kap. 4Kap. 1
AFB III

Bewerten Sie die Speicherkette Elektrolyse → Wasserstoff → Brennstoffzelle. Daten: \(\Delta_r H^\circ\) und \(\Delta_r G^\circ\) der Wasserbildung −286 bzw. −237 kJ/mol; Elektrolyseur bei 1,9 V, Brennstoffzelle bei 0,70 V. Wählen Sie alle haltbaren Aussagen.

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Kette: 1,48/1,9 · 0,70/1,48 ≈ 37 %. Die Bewertung hängt vom Einsatz ab: Für saisonale Speicherung von Überschussstrom kann das trotzdem sinnvoll sein — ein Pauschalurteil ist keine Bewertung.
Ansatz: ΔG = −z·F·ΔE mit z = 2.
Weiter: Wirkungsgrad je Stufe über Spannungen vergleichen, dann multiplizieren.
A18
Syntheseweg zum Ester Kap. 5Kap. 6
AFB III

Entwickeln Sie einen Syntheseweg von Ethen als einzigem organischem Ausgangsstoff zu Ethylacetat (Ethylethanoat). Bringen Sie die Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge.

Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Ethen säurekatalysiert mit Wasser zu Ethanol hydratisieren (Addition)
2Das Ethanol in zwei Portionen teilen
3Eine Portion zu Ethanal oxidieren
4Ethanal weiter zu Essigsäure oxidieren
5Essigsäure mit der zweiten Portion Ethanol säurekatalysiert verestern
6Ester abdestillieren und so das Gleichgewicht nach rechts verschieben
Beide Bausteine des Esters (Säure- und Alkoholteil) enthalten zwei C-Atome — sie lassen sich aus demselben Ethanol gewinnen.
Ansatz: Welche beiden Moleküle braucht die Veresterung?
Weiter: Oxidationsreihe: primärer Alkohol → Aldehyd → Carbonsäure.