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Textaufgaben: Mit Stoffmengen rechnen

Zwei Aufgaben aus Küche und Industrie, in denen du über die Stoffmenge von Gramm zu Litern rechnest.

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1

Der Zylinder im Wassersprudler

AFB I–II

Ein Wassersprudler presst Kohlenstoffdioxid (\(\mathrm{CO_2}\)) ins Leitungswasser. Laut Aufdruck enthält ein Zylinder 425 g \(\mathrm{CO_2}\) und reicht für bis zu 60 L Sprudelwasser.

CO₂425 gZylindersprudelnbis zu60 LSprudelwasser
Angaben auf dem Zylinder eines Wassersprudlers

Molare Massen: C 12, O 16 \(\mathrm{\tfrac{g}{mol}}\). Das Gas wird bei 20 °C und 1013 hPa betrachtet.

  1. Stelle den Rechenweg von der Masse des \(\mathrm{CO_2}\) zu seinem Gasvolumen als Pfeilschema mit den Umrechnungsfaktoren dar.
  2. Berechne die Stoffmenge an \(\mathrm{CO_2}\) im Zylinder.
  3. Bestimme das Volumen, das dieses \(\mathrm{CO_2}\) als Gas einnehmen würde.
  4. Ermittle, wie viel Liter \(\mathrm{CO_2}\)-Gas im Mittel in einem Liter Sprudelwasser stecken, wenn der Zylinder genau 60 L schafft.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Die Stoffmenge steht in der Mitte des Schemas.
Hinweis zu Aufgabe b)
Berechne zuerst \(M(\mathrm{CO_2})\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Welcher Wert von \(V_m\) gilt bei 20 °C?
Hinweis zu Aufgabe d)
Teile das Gesamtvolumen durch die Zahl der Liter Wasser.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(m\;\xrightarrow{\;:\,M\;}\;n\;\xrightarrow{\;\cdot\,V_m\;}\;V\) mit \(M=44\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}\) und \(V_m\approx24\,\mathrm{\tfrac{L}{mol}}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(M(\mathrm{CO_2})=12+2\cdot16=44\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}\); \(n=\dfrac{425\,\mathrm{g}}{44\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}}\approx9{,}66\,\mathrm{mol}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(V=9{,}66\,\mathrm{mol}\cdot24\,\mathrm{\tfrac{L}{mol}}\approx232\,\mathrm{L}\) — der Zylinder enthält also mehr als 200 L Gas, stark zusammengepresst bzw. verflüssigt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(\dfrac{232\,\mathrm{L}}{60}\approx3{,}9\,\mathrm{L}\) \(\mathrm{CO_2}\) pro Liter Wasser (das entspricht rund \(\tfrac{425\,\mathrm{g}}{60}\approx7\,\mathrm{g}\)). Ein Teil davon entweicht beim Sprudeln wieder.

2

Kalkbrennen und Klima

AFB II–III

Für Mörtel und Zement wird Kalkstein (Calciumcarbonat) in Öfen bei etwa 900 °C „gebrannt“. Dabei entsteht Branntkalk (Calciumoxid), und Kohlenstoffdioxid entweicht:

\(\mathrm{CaCO_3}\rightarrow\mathrm{CaO}+\mathrm{CO_2}\)

ElementCaCO
Atommasse40 u12 u16 u

Das Gas wird bei 20 °C und 1013 hPa betrachtet; \(1\,\mathrm{t}=1000\,\mathrm{kg}\), \(1\,\mathrm{m^3}=1000\,\mathrm{L}\).

  1. Erläutere anhand der Reaktionsgleichung das Stoffmengenverhältnis von Calciumcarbonat zu Kohlenstoffdioxid.
  2. Bestätige durch eine Rechnung, dass beim Brennen von 1 t Kalkstein 440 kg \(\mathrm{CO_2}\) frei werden.
  3. In einer Broschüre steht: „Das \(\mathrm{CO_2}\) aus einer Tonne Kalkstein würde gerade ein Klassenzimmer von 8 m × 10 m × 3 m füllen.“ Überprüfe diese Aussage.
  4. Ein Zementhersteller wirbt: „Mit Ökostrom für unsere Öfen wird unser Kalk klimaneutral.“ Beurteile diese Aussage.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Lies die Koeffizienten vor den Formeln ab — hier stehen unsichtbare Einsen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Rechne 1 t in Gramm um, dann über \(n\): \(m(\mathrm{CaCO_3})\rightarrow n(\mathrm{CaCO_3})=n(\mathrm{CO_2})\rightarrow m(\mathrm{CO_2})\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Berechne das Gasvolumen mit \(V_m\approx24\,\mathrm{\tfrac{L}{mol}}\) und das Volumen des Raums.
Hinweis zu Aufgabe d)
Woher stammt das \(\mathrm{CO_2}\) in der Gleichung — aus dem Brennstoff oder aus dem Kalkstein selbst?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Aus 1 Formeleinheit \(\mathrm{CaCO_3}\) entsteht genau 1 Molekül \(\mathrm{CO_2}\). Also gilt \(n(\mathrm{CaCO_3}):n(\mathrm{CO_2})=1:1\): Die Stoffmengen sind gleich, die Massen dagegen nicht, weil \(M\) verschieden ist.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(M(\mathrm{CaCO_3})=40+12+3\cdot16=100\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}\); \(n=\dfrac{1\,000\,000\,\mathrm{g}}{100\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}}=10\,000\,\mathrm{mol}\) → \(n(\mathrm{CO_2})=10\,000\,\mathrm{mol}\); \(m=10\,000\,\mathrm{mol}\cdot44\,\mathrm{\tfrac{g}{mol}}=440\,000\,\mathrm{g}=440\,\mathrm{kg}\). ✓

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gas: \(V=10\,000\,\mathrm{mol}\cdot24\,\mathrm{\tfrac{L}{mol}}=240\,000\,\mathrm{L}=240\,\mathrm{m^3}\). Raum: \(8\cdot10\cdot3=240\,\mathrm{m^3}\). Die Aussage stimmt (bei 20 °C und 1013 hPa) — bei Ofentemperatur wäre das Gasvolumen sogar noch viel größer.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist irreführend. Die 440 kg \(\mathrm{CO_2}\) pro Tonne entstehen durch die Reaktion selbst: Der Kohlenstoff und der Sauerstoff im \(\mathrm{CO_2}\) stammen aus dem Kalkstein. Ökostrom vermeidet nur das \(\mathrm{CO_2}\) aus der Energieerzeugung für die Öfen, nicht das aus dem Kalkstein. Klimaneutral würde der Kalk erst, wenn dieses Prozess-\(\mathrm{CO_2}\) aufgefangen und gespeichert würde. Begründetes Urteil: Ökostrom ist sinnvoll, reicht aber nicht aus.