Die fünf Wirbeltierklassen
Alle Wirbeltiere haben eine Wirbelsäule, ein Innenskelett und einen Schädel. Jede Klasse ist an ihren Lebensraum angepasst: an das Wasser, an Wasser und Land, an das trockene Land oder an die Luft.
2.1.1 Fische – Leben im Wasser
- Körperbau: Stromlinienform, Schuppen mit Schleimschicht
- Flossen: Schwanzflosse treibt an, Brust- und Bauchflossen steuern und bremsen, Rücken- und Afterflosse halten stabil
- Atmung: Kiemen nehmen Sauerstoff aus dem Wasser ins Blut auf
- Sinne und Schweben: Seitenlinienorgan spürt Wasserbewegungen; Schwimmblase lässt den Fisch in jeder Tiefe schweben
- Fortpflanzung: viele Eier (Laich), Befruchtung außerhalb des Körpers im Wasser
2.1.2 Amphibien – Wasser und Land
- Beispiele: Froschlurche (Grasfrosch, Erdkröte) und Schwanzlurche (Teichmolch, Feuersalamander)
- Haut: nackt, feucht, mit Drüsen; trocknet leicht aus → feuchte Lebensräume
- Atmung: einfache Lungen und Hautatmung
- Fortpflanzung: Laich mit Gallerthülle, ohne Schale, im Wasser; bei Fröschen und Kröten Befruchtung außerhalb des Körpers
- Metamorphose: Ei → Kaulquappe mit Kiemen → Hinterbeine → Vorderbeine und Lunge → Schwanz wird zurückgebildet → Jungfrosch
2.1.3 Reptilien – Leben an Land
- Beispiele: Zauneidechse, Ringelnatter, Schildkröten, Krokodile
- Haut: trocken, mit Hornschuppen; schützt vor Austrocknung
- Häutung: die Hornhaut wächst nicht mit und wird abgestreift
- Atmung: nur Lungen
- Fortpflanzung: Befruchtung im Körper; meist Eier mit ledriger oder kalkiger Schale an Land, die Sonne brütet; keine Metamorphose
2.1.4 Vögel – Leben in der Luft
- Federn: Schwungfedern zum Fliegen, Konturfedern formen den Körper, Daunen halten warm
- Leichtbau: hohle Röhrenknochen, Hornschnabel ohne Zähne, Luftsäcke
- Flug: Vorderbeine zu Flügeln umgebildet; großer Brustbeinkamm trägt die kräftigen Flugmuskeln
- Atmung: Lungen mit Luftsäcken; gleichwarm
- Fortpflanzung: Befruchtung im Körper, Eier mit Kalkschale, Brutpflege (Nesthocker, Nestflüchter)
2.1.5 Wirbeltiere ordnen
- Gemeinsam: Wirbelsäule, Innenskelett, Schädel
- Merkmale: Körperbedeckung, Atmung, Fortpflanzung, Körpertemperatur
- Säugetiere: Haare, Lungen, lebend geboren, gesäugt, gleichwarm
- Achtung: nach Merkmalen ordnen, nicht nach Lebensraum: Wal = Säugetier, Pinguin = Vogel, Blindschleiche = Reptil
Körperbedeckung: Schuppen · nackte Haut · Hornschuppen · Federn · Haare. Atmung: Kiemen · Haut und Lunge · Lunge · Lunge · Lunge. Fische, Amphibien und Reptilien sind wechselwarm, Vögel und Säugetiere gleichwarm.
Steckbrief abarbeiten
Bei einem unbekannten Tier alle vier Merkmale prüfen: Körperbedeckung, Atmung, Fortpflanzung, Körpertemperatur. Ein einziges Merkmal reicht oft nicht.
Wasser ist kein Merkmal
Wal, Pinguin und Karpfen leben im Wasser — gehören aber zu drei verschiedenen Klassen.
Tiere im Winter
Im Winter ist es kalt und Nahrung ist knapp. Wie ein Tier den Winter übersteht, hängt davon ab, ob es gleichwarm oder wechselwarm ist.
2.2.1 Gleichwarm und wechselwarm
- Gleichwarm: Vögel und Säugetiere: Körpertemperatur fast immer gleich (etwa 37–42 °C), egal wie warm es draußen ist
- Preis: braucht viel Energie aus der Nahrung; Fell, Federn und Fett halten warm
- Wechselwarm: Fische, Amphibien, Reptilien: Körpertemperatur folgt der Umgebung
- Vorteil: braucht nur wenig Nahrung; bei Kälte aber Kältestarre
2.2.2 Drei Wege durch den Winter
- Winterschlaf: Körpertemperatur sinkt auf wenige Grad, Herzschlag und Atmung sehr langsam, lebt von Fettreserven — Igel, Siebenschläfer, Murmeltier, Fledermaus
- Winterruhe: Körpertemperatur bleibt fast normal, schläft lange, wacht auf und frisst Vorräte — Eichhörnchen, Dachs, Braunbär
- Winterstarre: wechselwarme Tiere, Körpertemperatur = Umgebung, frostfreies Versteck — Grasfrosch, Zauneidechse, Karpfen
- Andere Wege: Zugvögel fliegen in den Süden; Reh und Fuchs bleiben aktiv, mit dichtem Winterfell
2.2.3 Körpertemperatur und Bewegung
- Wechselwarme: bei Wärme laufen alle Körpervorgänge schneller, bei Kälte langsamer
- Eidechse: morgens träge, sonnt sich zum Aufwärmen, mittags flink; bei Hitze in den Schatten
- Gleichwarme: immer beweglich — dafür brauchen sie viel Nahrung
- Messen: mehrmals messen, Mittelwert bilden; Reaktionszeit beim Stoppen ist eine Fehlerquelle
Entscheidend ist die Körpertemperatur im Winter: stark gesenkt (Winterschlaf), fast normal (Winterruhe) oder so kalt wie die Umgebung (Winterstarre).
Nicht verwechseln
Winterschlaf und Winterruhe gibt es nur bei gleichwarmen Tieren. Winterstarre betrifft nur wechselwarme Tiere.
Wechselwarm heißt nicht kalt
Eine Eidechse in der Mittagssonne ist warm. Sie kann ihre Temperatur nur nicht selbst gleich halten.
Ähnlichkeit und Verwandtschaft
Alle Wirbeltiere haben denselben Grundbauplan. Daran erkennt man, dass sie von gemeinsamen Vorfahren abstammen.
2.3.1 Ähnlichkeit und Verwandtschaft
- Grundbauplan: Schädel, Wirbelsäule, zwei Paar Gliedmaßen
- Vordergliedmaße: 1 Oberarmknochen, 2 Unterarmknochen (Elle, Speiche), Handwurzel, Mittelhand, Finger
- Gleich gebaut, anders geformt: Mensch greift, Fledermaus fliegt, Wal schwimmt, Maulwurf gräbt — dieselben Knochen
- Verwandtschaft: je mehr gemeinsame Baumerkmale, desto näher verwandt
- Vorsicht: ähnliche Körperform durch gleichen Lebensraum (Hai und Delfin) zeigt keine enge Verwandtschaft
Verglichen werden die Knochen und ihre Lage, nicht Größe, Form oder Aufgabe. Äußere Ähnlichkeit kann durch den gleichen Lebensraum entstehen.
Knochen der Reihe nach
Vom Körper aus zählen: ein Knochen im Oberarm, zwei im Unterarm, dann Handwurzel, Mittelhand, Finger.
Stammbaum lesen
Je später sich zwei Äste trennen, desto näher sind die Tiergruppen miteinander verwandt.
