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Schach Technik & Mathematik Elo im Schach

Elo im Schach

Wie eine einzige Zahl die Spielstärke von Anfänger:innen bis Weltmeister vergleichbar macht — mathematisch erklärt, mit interaktivem Rechner.

Wer war Árpád Élő?

Die Elo-Zahl ist nach Árpád Élő (1903 – 1992) benannt, einem ungarisch-amerikanischen Physikprofessor und starken Schachspieler. Bis 1960 verwendete der amerikanische Schachverband ein vom Statistiker Kenneth Harkness entwickeltes System, das jedoch unschöne Sprünge produzierte. Élő — selbst Mathematiker — entwickelte ein neues System auf Basis der Wahrscheinlichkeitstheorie. 1970 übernahm der Weltschachbund FIDE sein System.

Die Grundidee

Wenn zwei Spieler A und B aufeinandertreffen, hängt die erwartete Punktzahl von ihrer Differenz der Wertungszahlen ab — nicht von den absoluten Werten. Ein 1600-Spieler schlägt einen 1400-Spieler mit derselben Wahrscheinlichkeit, mit der ein 2400-Spieler einen 2200-Spieler schlägt. Der erwartete Punktanteil von Spieler A wird mit folgender Formel berechnet:

EA  =  1 / ( 1 + 10(RB − RA) / 400 )

Dabei ist RA die Wertung von Spieler A, RB die von Spieler B. Die 400 im Nenner ist eine Skalenkonstante: Sie sorgt dafür, dass eine Differenz von 200 Elo-Punkten ungefähr einem Punkt-Verhältnis von 76 % zu 24 % entspricht.

Erwartungswert-Rechner

Trage die Wertungen beider Spieler ein und sieh, wie wahrscheinlich Spieler A gewinnt.

Erwarteter Punktanteil Spieler A
76,0 %
Spieler B: 24,0 %
Differenz: 200 Elo

Was passiert nach einer Partie?

Nach jeder gewerteten Partie ändert sich die Wertung beider Spieler. Die neue Wertung von Spieler A ist:

RAneu  =  RA  +  K · ( SA − EA )

Dabei ist SA das tatsächliche Ergebnis (1 für Sieg, 0,5 für Remis, 0 für Niederlage), EA der erwartete Wert von oben, und K der sogenannte „Entwicklungskoeffizient“:

  • K = 40 für neue Spieler (bis 30 Partien) und U18-Spieler unter 2300
  • K = 20 für etablierte Spieler unter 2400
  • K = 10 für Spieler ab 2400 (Großmeister-Niveau)

Der niedrige K-Faktor für Top-Spieler verhindert, dass deren Wertung wegen einer Ausreißer-Partie stark schwankt.

♟ Wertungs-Update-Rechner

Wie verändert sich deine Wertung nach einer Partie?

Deine neue Elo
1404
Veränderung: + 4
Erwartet: 36 %
Bekommen: 50 %

Die Skala — wo stehst du?

80012001600200024002800
WertungBedeutungFIDE-Titel
800 – 1200Anfänger:in (Bauernklasse)
1200 – 1400Vereinsspieler:in (Springerklasse)
1400 – 1600Geübte:r Spieler:in (Läuferklasse)
1600 – 1800Klubmeister-Niveau (Turmklasse)
1800 – 2000Starke Turnierspieler:in (Damenklasse)
2000 – 2200Experte / starker Klubspieler
2200 – 2300Nationaler MeisterCM (Candidate Master)
2300 – 2400FIDE-MeisterFM
2400 – 2500Internationaler MeisterIM
2500 – 2700GroßmeisterGM
2700 – 2800Super-GM (Top 50 weltweit)GM
> 2800Weltspitze (Carlsen, Caruana, …)GM

Die DWZ — Deutsche Wertungszahl

In Deutschland wird parallel zur Elo-Zahl die DWZ geführt. Sie wurde 1990 vom Deutschen Schachbund eingeführt und basiert ebenfalls auf einem statistischen Modell, ist aber nicht identisch mit Elo. Die wichtigsten Unterschiede:

  • DWZ wird in Deutschland für jede Vereinspartie geführt, FIDE-Elo erst bei offiziellen Turnieren.
  • Die Skalen sind ähnlich: Eine DWZ von 1500 entspricht ungefähr einer FIDE-Elo von 1500 — die Werte können aber um 50 – 100 Punkte abweichen.
  • Die DWZ verwendet einen variablen Berechnungsfaktor, der die Erfahrung und das Alter des Spielers berücksichtigt.
Faustregel Ein Unterschied von 200 Elo-Punkten bedeutet: Die stärkere Seite holt im Schnitt etwa 76 % der Punkte. Bei 400 Punkten sind es bereits 91 % — der schwächere Spieler gewinnt nur noch eine von zehn Partien (oder remisiert sie).

Warum logarithmisch?

Die Elo-Formel verwendet eine logistische Verteilung — der Term 10x/400 wirkt erst einmal wie eine Exponentialfunktion. Der Trick: Egal auf welchem absoluten Niveau zwei Spieler sind, eine Differenz hat dieselbe Bedeutung. Das ist eine elegante Eigenschaft, die das System fair macht — Schach-Anfänger und Großmeister leben praktisch in „derselben Welt“, nur eben verschoben.