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Partien analysieren

Kasparows Unsterbliche: Ein Turmopfer auf d4 treibt den schwarzen König bis auf die weiße Grundreihe.

Wijk aan Zee, 1999: Weltmeister Garri Kasparow spielt gegen Wesselin Topalow, einen der gefährlichsten Angriffsspieler seiner Zeit. Was folgt, gilt als eine der schönsten Partien, die je gespielt wurden. Sie zeigt, was die Meisterklasse ausmacht: Taktik-Muster, die ineinandergreifen, und die Nerven, ein Opfer viele Züge weit durchzurechnen.

Starte jeden Akt mit „Start“. Halte vor den markierten Zügen an und überlege selbst, was du spielen würdest.

Weiß: Garri Kasparow Schwarz: Wesselin Topalow Ort: Wijk aan Zee, 1999 Eröffnung: Pirc-Verteidigung Dauer: 44 Züge

Akt 1 · Beide Könige am Damenflügel

Züge 1–13 · Pirc, Läufertausch und lange Rochaden

Zwischenstand nach Akt 1

Weiß hat mit Lh6 den wichtigsten Verteidiger g7 getauscht, Schwarz hat viel Raum am Damenflügel — und dort steht jetzt auch sein König. Wer die offenen Linien zuerst nutzt, gewinnt.

Akt 2 · Alle weißen Figuren kommen ins Spiel

Züge 14–23 · Sa5, Lh3, Sd5 — das Netz zieht sich zusammen

Der Moment vor dem Sturm

Nach 23…Dd6 scheint Schwarz alles gedeckt zu haben und bietet den Damentausch an. Doch der schwarze König hat kaum Verteidiger, und die weißen Türme stehen auf d1 und e1. Genau solche Stellungen sind reif für ein Opfer.

Akt 3 · Das Turmopfer und die Königsjagd

Züge 24–44 · Vom a7 bis d1: Der König wird über das Brett getrieben

Analyse-Fragen zum Schluss

1. Was passiert nach 25…Dxe7? (Hinweis: 26.Dxd4+ Kb8 27.Db6+ Lb7 28.Sc6+ Ka8 29.Da7 matt.) 2. Warum ist 28.Dc3 trotz des ruhigen Charakters so stark? 3. Welche Taktik-Muster aus der Lektion Taktik-Muster erkennst du in den Zügen 36 und 37?

Das Wichtigste: Das Opfer 24.Txd4!! ist kein Geistesblitz, sondern das Ergebnis einer Stellung, in der alle weißen Figuren mitspielen. Opfere, wenn der gegnerische König wenige Verteidiger hat und deine Folgezüge forcierend sind — Schach, Schlag, Drohung. Und wenn die Jagd stockt, entscheiden stille Züge wie 28.Dc3 und 36.Lf1.
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