Kasparows Unsterbliche: Ein Turmopfer auf d4 treibt den schwarzen König bis auf die weiße Grundreihe.
Wijk aan Zee, 1999: Weltmeister Garri Kasparow spielt gegen Wesselin Topalow, einen der gefährlichsten Angriffsspieler seiner Zeit. Was folgt, gilt als eine der schönsten Partien, die je gespielt wurden. Sie zeigt, was die Meisterklasse ausmacht: Taktik-Muster, die ineinandergreifen, und die Nerven, ein Opfer viele Züge weit durchzurechnen.
Starte jeden Akt mit „Start“. Halte vor den markierten Zügen an und überlege selbst, was du spielen würdest.
Weiß hat mit Lh6 den wichtigsten Verteidiger g7 getauscht, Schwarz hat viel Raum am Damenflügel — und dort steht jetzt auch sein König. Wer die offenen Linien zuerst nutzt, gewinnt.
Nach 23…Dd6 scheint Schwarz alles gedeckt zu haben und bietet den Damentausch an. Doch der schwarze König hat kaum Verteidiger, und die weißen Türme stehen auf d1 und e1. Genau solche Stellungen sind reif für ein Opfer.
1. Was passiert nach 25…Dxe7? (Hinweis: 26.Dxd4+ Kb8 27.Db6+ Lb7 28.Sc6+ Ka8 29.Da7 matt.) 2. Warum ist 28.Dc3 trotz des ruhigen Charakters so stark? 3. Welche Taktik-Muster aus der Lektion Taktik-Muster erkennst du in den Zügen 36 und 37?