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Lernkarten — Begriffe & Formeln

Dreißig Karten zum Umdrehen — Begriffe, Formeln und die markanten Zahlenwerte aus den Kapiteln 6.1.1 bis 6.2.3, sortiert in fünf Kategorien.

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01
Begriff · 6.1.1
Elektronenbeugungs­röhre
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Definition
Elektronen werden durch die Spannung U beschleunigt und durchlaufen eine dünne Graphitfolie; auf dem Leuchtschirm erscheinen konzentrische Ringe.Die regelmäßig angeordneten Kohlenstoffatome wirken wie ein Gitter — dasselbe Muster wie Röntgenwellen an einem Kristall.
02
Formel · 6.1.1
2,0 kV 8,0 kV
r ∼ 1/√U
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Antwort
r2 = r1 · √(U1/U2)Die vierfache Spannung halbiert den Ringradius.U1 = 2,0 kV, r1 = 2,0 cm → bei U2 = 8,0 kV ist r2 = 1,0 cm. Doppelte Spannung: nur auf 1/√2 ≈ 71 %.
03
Formel · 6.1.1
r · √U = konstant
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Antwort
Prüfgröße der Messreihe: bleibt das Produkt konstant, gilt r ∼ 1/√U.Innerer Ring: 2,00 cm bei 2,0 kV … 1,15 cm bei 6,0 kV → r·√U = 2,83 / 2,84 / 2,84 / 2,82 / 2,82 cm·√kV. Vorhersage für U = 8,0 kV: r = 2,83/√8,0 = 1,00 cm.
04
Formel · 6.1.1
sin α = λ/d
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Antwort
sin α = λ/dGitterbedingung: Beugung ist nur beobachtbar, wenn λ höchstens etwa so groß ist wie der Netzebenenabstand d.Graphit: d = 2,1·10−10 m. Rotes Laserlicht mit 630 nm ergäbe sin α = 3,0·103 > 1 — unmöglich. Sichtbares Licht mit 550 nm: λ/d = 2,6·103.
05
Begriff · 6.1.1
Warum Ringe, keine Punkte?
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Definition
Die Folie besteht aus sehr vielen winzigen Kristallen in allen Drehlagen. Ihre Beugungsrichtungen bilden einen Kegelmantel um die Strahlachse.Der Schnitt dieses Kegels mit dem Schirm ist ein Kreisring — je Ebenenschar genau ein Ring.
06
Begriff · 6.1.1
Interferenz Abprallen
Ringe: Interferenz oder Abprallen?
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Definition
Scharfe Ringe mit dunklen Zwischenräumen verlangen konstruktive und destruktive Interferenz — ein reines Wellenphänomen. Abprallende Kugeln gäben einen gleichmäßig auslaufenden Fleck.Mehr Strahlstrom oder eine dickere Folie ändern nur die Helligkeit, nie die Ringgröße: der Gitterabstand bleibt derselbe.
07
Formel · 6.1.2
λ groß λ klein Impuls p wächst
λ = h / p
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Antwort
λ = h / p = h / (m · v)De-Broglie-Wellenlänge, Louis de Broglie 1924; h = 6,626·10−34 Js.Elektron mit v = 1,0·106 m/s: λ = 7,3·10−10 m = 0,73 nm.
08
Begriff · 6.1.2
Materiewelle
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Definition
Jedem Objekt mit Impuls p ist eine Wellenlänge zugeordnet. Das Planck'sche Wirkungsquantum h verbindet die Teilchengröße p mit der Wellengröße λ.Die Gleichung gilt für jedes Teilchen — Elektron, Neutron, Fulleren, Fußball —, nicht nur für Elektronen.
09
Formel · 6.1.2
λ ∼ 1/v
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Antwort
λ ist antiproportional zu v und zu m: v verdoppeln heißt λ halbieren. Schneller bedeutet also kurzwelliger.Elektron: 1,0·106 m/s → 0,73 nm; 2,0·106 → 0,36 nm; 4,0·106 → 0,18 nm. Kaltes Neutron (1,675·10−27 kg, 630 m/s): p = 1,06·10−24 kg·m/s → λ = 6,3·10−10 m.
10
Formel · 6.1.2
4,0 kV 10 kV mehr U → kürzeres λ
λ = h/√(2 me e U)
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Antwort
Aus e·U = ½ me v2 folgt v = √(2eU/me) und damit λ ∼ 1/√U.U = 4,0 kV → v = 3,75·107 m/s (12,5 % von c), λ = 1,9·10−11 m = 19 pm; λ/d = 0,092 → α ≈ 5,3°. U = 10 kV → λ = 1,23·10−11 m.
11
Begriff · 6.1.2
λ ≈ 6,2 · 10−35 m kein Wellenbild messbar
Warum zeigt ein Ball keine Welle?
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Definition
Weil λ bei großer Masse unmessbar klein wird — nicht, weil es sie nicht gäbe.Fußball (0,43 kg, 25 m/s): p = 10,75 kg·m/s → λ = 6,2·10−35 m. Tennisball (58 g, 30 m/s): ≈ 4·10−34 m. Zum Vergleich: ein Atomkern misst ~10−15 m.
12
Formel · 6.1.2
h, e, me, d — die Konstanten
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Antwort
h = 6,626·10−34 Js · e = 1,602·10−19 C · me = 9,11·10−31 kg · mn = 1,675·10−27 kg · Graphit: d = 2,1·10−10 m.Elektronen-Wellenlängen liegen bei einigen Zehntel Nanometern — genau in der Größenordnung des Atomabstands im Kristall. Nur deshalb funktioniert Elektronenbeugung.
13
Begriff · 6.2.1
Doppelspalt mit einzelnen Elektronen
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Definition
Glühkathode setzt ein Elektron frei → Beschleunigung → Doppelspalt → genau ein Punkt auf dem Leuchtschirm → Punkt speichern → nächstes Elektron.Erst die Summe sehr vieler Einzelpunkte zeigt das Streifenmuster. Ein einzelnes Elektron erzeugt nie ein Muster, sondern einen Punkt.
14
Begriff · 6.2.1
Selbstinterferenz
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Definition
Das Muster entsteht auch dann, wenn immer nur ein Elektron unterwegs ist: Jedes Elektron interferiert mit sich selbst, nicht mit anderen.Damit ist der Einwand „die Elektronen stoßen sich gegenseitig“ widerlegt — bei Vereinzelung ist gar kein Partner da.
15
Begriff · 6.2.1
15 ns Flug 1,0 ms Abstand
Vereinzelung — der Nachweis
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Definition
Weg s = 0,45 m bei v = 3,0·107 m/s → Flugdauer t = 1,5·10−8 s = 15 ns. Bei 1,0·103 Elektronen pro Sekunde liegen im Mittel 1,0 ms dazwischen.t/Δt = 1,5·10−5: nur rund 0,0015 % der Zeit ist ein Elektron unterwegs — die Apparatur ist im Mittel etwa 67 000-mal so lange leer, wie ein Flug dauert.
16
Begriff · 6.2.1
10 1000 100 000
10 — 1000 — 100 000 Treffer
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Definition
10 Elektronen: wenige, scheinbar zufällige Punkte. 1000: Streifen erahnbar. 100 000: klares Interferenzmuster.Die Lage der Streifen ändert sich nie — die Punkte füllen dasselbe Muster nur dichter. Mit einzelnen Elektronen gelang der Versuch erst 1989 (Tonomura).
17
Formel · 6.2.1
Δy
Δy = L · λ / d
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Antwort
Streifenabstand in Kleinwinkelnäherung, aus sin αk = k·λ/d. L = Abstand zum Schirm, d = Spaltabstand.d = 50 nm, L = 0,40 m, U = 10 kV (λ = 1,23·10−11 m) → Δy = 9,8·10−5 m ≈ 0,10 mm. U auf 40 kV vervierfacht → Δy halbiert: 0,049 mm, denn Δy ∼ 1/√U.
18
Formel · 6.2.1
Warum keine Laser-Blende?
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Antwort
Weil Δy ∼ 1/d ist: Mit einer Unterrichtsblende d = 0,50 mm wird Δy = 9,8·10−9 m ≈ 10 nm.Das ist rund 1000-mal kleiner als die Detektorauflösung von etwa 0,01 mm — man sähe nur einen hellen Fleck. Der Spaltabstand muss in der Größenordnung von Nanometern liegen.
19
Begriff · 6.2.2
ψ darf negativ sein
Wellenfunktion ψ
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Definition
ψ ist eine Wahrscheinlichkeitsamplitude — kein verschmiertes Elektron. ψ darf negativ sein; gemessen wird das Quadrat, deshalb sind Wellenberg und Wellental gleichwertig.ψ sagt nicht, wo das nächste Elektron einschlägt, sondern nur, mit welcher Wahrscheinlichkeit es irgendwo gefunden wird.
20
Formel · 6.2.2
|ψ|²
P ∼ |ψ|²
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Antwort
P ∼ |ψ|²Stochastische Deutung nach Max Born: Die Trefferwahrscheinlichkeit ist das Quadrat der Amplitude.Halbe Amplitude → ¼ der Trefferdichte, doppelte → 4-fach, ¾ → ≈ 9/16. Beispiel: Amplitude an A dreimal so groß wie an B → bei 100 Treffern an B sind es an A 900.
21
Formel · 6.2.2
Erwartungswert = P · N
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Antwort
Erwartete Trefferzahl in einem Streifen: Wahrscheinlichkeit mal Gesamtzahl.P = 0,15 und N = 2000 → 300 Treffer. P = 0,12 und N = 5000 → 600. Umgekehrt: 480 Treffer von N = 8000 → P = 0,06. Achtung: P als Anteil einsetzen, nicht als Prozentzahl.
22
Formel · 6.2.2
N = 200 N = 20 000 rel. Streuung
Streuung ∼ √N
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Antwort
Die typische Schwankung wächst mit √N, die relative Abweichung sinkt mit 1/√N.Vorhersage 500, gemessen 480: √500 ≈ 22 → kein Widerspruch. Streifen S2: bei N = 200 erwartet 40, gemessen 47 (17,5 %); bei N = 20 000 erwartet 4000, gemessen 3962 (0,95 %) — Verhältnis ≈ 18.
23
Begriff · 6.2.2
Dunkler Streifen
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Definition
Amplitude null → Wahrscheinlichkeit null → dort trifft wirklich kein Elektron auf, nicht bloß „selten“.Interferenz vernichtet keine Elektronen, sie verteilt sie um: Die Gesamtzahl der Treffer bleibt gleich, sie wandern aus den Minima in die Maxima.
24
Begriff · 6.2.2
Grundsätzliche Unbestimmtheit
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Definition
Auch bei vollständiger Kenntnis von ψ bleibt der einzelne Auftreffort offen — das liegt nicht an ungenauen Messgeräten.Vorhersagbar ist die Häufigkeitsverteilung vieler Treffer, und die sehr genau: Aus „der Einzelfall ist zufällig“ folgt nicht „man kann nichts vorhersagen“.
25
Begriff · 6.2.3
Quantenobjekt
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Definition
Weder klassische Kugel noch klassische Welle, sondern etwas Eigenständiges mit zwei komplementären Seiten.Ein Quantenobjekt „verwandelt“ sich nicht — es ändert sich nur die Frage, die der Versuchsaufbau stellt.
26
Begriff · 6.2.3
Welle Teilchen
Komplementarität
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Definition
Niels Bohr: Welle und Teilchen sind zwei einander ergänzende Seiten desselben Quantenobjekts.Welche Seite sichtbar wird, entscheidet der Versuchsaufbau — nie beide zugleich. Ein Aufbau, der beides gleichzeitig zeigt, ist ausgeschlossen.
27
Begriff · 6.2.3
Detektor aus Detektor an
Welcher-Weg-Detektor
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Definition
Detektor an, Weg bekannt → die Interferenz verschwindet; es bleiben zwei breite Streifen wie von zwei Einzelspalten. Die Gesamtzahl der Treffer bleibt gleich.Entscheidend ist die grundsätzliche Verfügbarkeit der Weginformation, nicht das Ablesen: ein eingebauter, aber ausgeschalteter Detektor ändert nichts. Ein zugeklebter Spalt liefert dagegen ein Einzelspaltbild.
28
Begriff · 6.2.3
Teil-Weginformation
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Definition
Misst der Detektor nur etwa jedes zweite Elektron, addieren sich halbes Interferenzbild und halbes Teilchenbild: Der Kontrast ist etwa halbiert.Der Übergang zwischen Wellen- und Teilchenbild verläuft stetig, nicht sprunghaft.
29
Formel · 6.2.3
P: 850 + 870 → 35
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Antwort
Je N = 20 000: nur Spalt 1 → P 850, Q 900; nur Spalt 2 → P 870, Q 880; beide offen → P 35, Q 3520.Klassische Summe wäre an P 1720 (gemessen 35 ≈ 2 %) und an Q 1780 (gemessen 3520, fast doppelt). Amplitudenaddition: (√900 + √880)² ≈ 3560 — also keine festen Bahnen durch je einen Spalt.
30
Formel · 6.2.3
C60 λ = 2,8 pm
Fulleren C60
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Antwort
m = 1,20·10−24 kg, v = 200 m/s → λ = 2,8·10−12 m; mit d = 100 nm und L = 1,25 m wird Δy = 3,5·10−5 m = 35 µm.Heißerer Ofen → kurzwelligere Wärmestrahlung → mehr Weginformation: Sichtbarkeit V fällt von 0,47 (900 K) über 0,25 (2100 K) auf 0,01 (3000 K); Halbwert bei T ≈ 2150 K.
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Kartenstapel: alles auf „nochmal“ noch einmal

Der Stapel legt genau die Karten erneut vor, die du oben mit nochmal markiert hast. Du drehst um, bewertest, und was gewusst ist, fällt aus dem Stapel heraus. Bedienung mit der Maus oder komplett über die Tastatur: Leertaste dreht um, ← und → blättern, 1 ist gewusst, 2 ist nochmal.

Karte 0 von 0—
Lernmodus
Stapel ist leer
Leertaste umdrehen · ← → blättern · 1 gewusst · 2 nochmal
Im Stapel: 0 Karten · gewusst 0 · offen 0

◆

Tipp zum Lernen

Arbeite kapitelweise: erst 6.1.1 und 6.1.2 (Beugung und Wellenlänge), dann 6.2.1 bis 6.2.3 (Deutung). Markiere nur das als gewusst, was du ohne Hinsehen mit eigenen Worten und — bei Formeln — mit einem Zahlenbeispiel erklären kannst. Alles andere wandert auf „nochmal“ und kommt im Lernmodus zurück. Dein Stand wird im Browser gespeichert.