Erklärung — Grundversuche
Was die Grundversuche zeigen
In allen Versuchen entsteht nur dann eine Spannung, wenn sich etwas ändert:
- Magnet in Spule:Bewegt man einen Magneten in die Spule, zeigt das Voltmeter einen Ausschlag — beim Herausziehen umgekehrt. Ruht der Magnet, passiert nichts.
- Schneller = größer:Je schneller die Bewegung und je mehr Windungen die Spule hat, desto größer die Spannung.
- Bewegter Leiter:Zieht man einen Leiter durch ein Feld, entsteht ebenfalls eine Spannung.
- Ruhe:Ein konstantes Feld induziert keine Spannung — entscheidend ist die Änderung.
Nur während der Bewegung schlägt das Voltmeter aus — in die eine Richtung beim Hinein-, in die andere beim Herausschieben. Schnelleres Bewegen gibt eine größere Spannung.
Der bewegte Leiter
Beim bewegten Leiter lässt sich die Spannung berechnen — mit derselben Überlegung wie bei der Hallspannung (2.2.5):
Herleitung:
- Lorentzkraft:die Elektronen bewegen sich mit dem Leiter durch das Feld und erfahren \(F_L=e\,v\,B\) (2.2.1) — längs des Leiters.
- Ladungstrennung:ein Leiterende lädt sich negativ auf, das andere positiv; im Leiter entsteht ein Feld \(E\).
\(U=B\,l\,v\)
\(l\): Leiterlänge im Feld, \(v\): Geschwindigkeit (alle senkrecht zueinander)
Spannung am bewegten Leiter
Leiter (\(l=20\,\mathrm{cm}\)) wird mit \(v=3{,}0\,\mathrm{\tfrac{m}{s}}\) senkrecht durch ein Feld \(B=0{,}50\,\mathrm T\) gezogen.
Allgemeine Hinweise
Spannung ohne Strom
Auch bei offenen Spulenenden wird eine Spannung induziert. Ein Strom fließt erst, wenn der Stromkreis geschlossen ist.
Längen in Metern
In \(U=B\,l\,v\) steht \(l\) in m und \(v\) in m/s — dann kommt \(U\) direkt in Volt heraus.
Senkrecht
\(U=B\,l\,v\) gilt nur, wenn Feld, Leiter und Bewegungsrichtung paarweise senkrecht stehen. Bewegt sich der Leiter längs der Feldlinien, ist \(U=0\).
