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Kondensator und Kapazität

Ein Kondensator speichert Ladung. Wie viel er bei gegebener Spannung fasst, beschreibt seine Kapazität \(C = \dfrac{Q}{U}\).

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Der Kondensator als Ladungsspeicher

Legt man an einen Kondensator eine Spannung, verschiebt die Quelle Elektronen von einer Platte zur anderen: Eine trägt \(+Q\), die andere \(-Q\).

Definition
Kondensator
Zwei leitende Flächen, durch einen Isolator getrennt; speichert Ladung, indem er sie auf die Flächen trennt.
Dielektrikum
der Isolator zwischen den Platten (Luft, Folie, Papier, Keramik).

Ladung eines Kondensators: der Betrag \(Q\) auf einer Platte; insgesamt ist er neutral: \((+Q)+(-Q)=0\).

  • Anschlüsse:über sie wird der Kondensator geladen und entladen.
  • Feld:zwischen den Platten homogen, \(E=\dfrac{U}{d}\) (1.2.2).
Schnitt durch einen Plattenkondensator
+Q Dielektrikum −Q elektrisches Feld ++++−−−− Plattenfläche A von der Seite gesehen Plattenabstand d Schaltzeichen im Stromkreis
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Die Kapazität \(C = \dfrac{Q}{U}\)

Die Messung zeigt \(Q\sim U\): Die Q-U-Kurve ist eine Ursprungsgerade. Ihre Steigung heißt Kapazität.

Merke

Die Kapazität \(C=\dfrac{Q}{U}\) gibt an, wie viel Ladung ein Kondensator pro Volt speichert. Sie ist eine Eigenschaft des Bauteils. Einheit: \([C]=\mathrm{F}\) (Farad), und \(1\,\mathrm F=1\,\mathrm{\dfrac{C}{V}}\).

Q über U: die Steigung ist die Kapazität
024681012 100200300400500600 Spannung U in V Ladung Q in nC ΔU = 6,0 V ΔQ = 300 nC C =ΔQΔU= 50 nF C = 50 nF C = 20 nF Doppelte Spannung → doppelte Ladung. Beide Geraden starten im Ursprung; der steilere Graph gehört zum Kondensator mit der größeren Kapazität.
  • Farad ist groß:übliche Bauteile liegen zwischen pF und mF.
  • Vorsätze im Kopf:\(1\,\mathrm{pF}=10^{-12}\,\mathrm F\), \(1\,\mathrm{nF}=10^{-9}\,\mathrm F\), \(1\,\mu\mathrm F=10^{-6}\,\mathrm F\), \(1\,\mathrm{mF}=10^{-3}\,\mathrm F\).
Bauform und Größenordnung
Keramik- und Folienkondensator 1 pF – 10 µF Elektrolytkondensator 0,1 µF – 100 mF Superkondensator 0,1 F – 1000 F 1 pF1 nF1 µF1 mF1 F1000 F Große Kapazität entsteht durch viel Fläche auf engem Raum:aufgerollte Folien, hauchdünne Oxidschichten, poröse Elektroden.
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Kapazität aus dem Aufbau berechnen

Beim Plattenkondensator hängt \(C\) nur von der Bauform ab. Messungen zeigen:

  • Fläche A:\(C\sim A\) — doppelte Fläche, doppelte Kapazität.
  • Abstand d:\(C\sim\dfrac1d\) — engere Platten, größeres \(C\).
  • Feldkonstante:der Proportionalitätsfaktor im Vakuum ist die elektrische Feldkonstante \(\varepsilon_0\).
  • Dielektrikum:seine ausgerichteten Moleküle schwächen das Feld; bei gleicher Ladung sinkt \(U\), \(C\) steigt um den Faktor \(\varepsilon_r\).
Formel

Plattenkondensator

\(C=\varepsilon_0\,\varepsilon_r\,\dfrac{A}{d}\)
\(A\): Plattenfläche, \(d\): Abstand, \(\varepsilon_0=8{,}85\cdot10^{-12}\,\mathrm{\dfrac{F}{m}}\), \(\varepsilon_r\): Dielektrizitätszahl (Zahl ohne Einheit)
Warum ein Dielektrikum die Kapazität vergrößert
Beide Kondensatoren tragen dieselbe Ladung Q. ohne Dielektrikum (Luft) +++++−−−−− volles Feld → große Spannung U₀ C₀ =QU₀ mit Dielektrikum (εᵣ = 5) +++++−−−−− −−−−− +++++ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ schwächeres Feld → kleinere Spannung U C = εᵣ · C₀
Dielektrizitätszahl \(\varepsilon_r\) einiger Stoffe
Stoff zwischen den Platten\(\varepsilon_r\)
Vakuum1 (exakt)
Luft≈ 1,0006 — in Aufgaben rundet man auf 1
Papier≈ 2,3
Glas, Glimmer≈ 6
Wasser≈ 81
Beispiel

Folienkondensator: Zwei Aluminiumfolien von je \(A=250\,\mathrm{cm^2}\) sind durch eine \(d=0{,}20\,\mathrm{mm}\) dicke Kunststofffolie mit \(\varepsilon_r=3{,}0\) getrennt. Umgerechnet ist \(A=2{,}5\cdot10^{-2}\,\mathrm{m^2}\) und \(d=2{,}0\cdot10^{-4}\,\mathrm m\), also \(C=8{,}85\cdot10^{-12}\cdot3{,}0\cdot\dfrac{2{,}5\cdot10^{-2}}{2{,}0\cdot10^{-4}}\,\mathrm F\approx3{,}3\cdot10^{-9}\,\mathrm F=3{,}3\,\mathrm{nF}\).

Die Formel \(C=\varepsilon_0\varepsilon_r\dfrac{A}{d}\) enthält drei Stellschrauben, die unterschiedlich stark auf die Kapazität wirken.

Kapazitäts-Baukasten

Der Balken unten zeigt, wo der Kondensator mit den eingestellten Werten auf der Kapazitätsskala landet.

Seitenansicht — die Platten sind von der Kante her zu sehen. A = 150 cm² d = 1,5 mm C = ε₀ εᵣ ·Ad = 88,5 pF 1 pF10 pF100 pF1 nF10 nF100 nF hier Kapazitätsskala — jeder Schritt ist der Faktor 10.
Fläche A
150 cm²
Abstand d
1,5 mm
Dielektrikum
Luft (εᵣ = 1)
Kapazität C
88,5 pF

Fläche 150 Quadratzentimeter, Abstand 1,5 Millimeter, Luft, Kapazität 88,5 Pikofarad.

Ohne Randeffekte, nicht maßstäblich. Die Fläche bringt über den ganzen Regler nur Faktor 16, der Abstand wirkt stärker.

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Allgemeine Hinweise

C ändert sich nicht mit U

In \(C=\varepsilon_0\varepsilon_r\tfrac{A}{d}\) kommen weder Spannung noch Ladung vor. Mehr Spannung speichert mehr Ladung, aber \(C\) bleibt gleich — es ist eine Eigenschaft des Bauteils.

Bei Flächen zählt 100 zweimal

\(250\,\mathrm{cm^2}=0{,}025\,\mathrm{m^2}\), denn bei Flächen wirkt der Faktor 100 zweimal. Auch \(0{,}20\,\mathrm{mm}=2{,}0\cdot 10^{-4}\,\mathrm{m}\) muss vor dem Einsetzen stimmen.

Größenordnung gegenprüfen

Übliche Bauteile liegen zwischen pF und mF. Kommen für ein daumengroßes Bauteil mehrere Farad heraus, steckt fast immer ein Umrechnungsfehler in \(A\) oder \(d\).

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