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Braunsche Röhre

Erzeugen, bündeln, beschleunigen, ablenken, sichtbar machen: In der Braunschen Röhre greifen alle Bausteine dieses Kapitels ineinander.

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Der Aufbau in vier Baugruppen

Die Braunsche Röhre (Ferdinand Braun, 1897) ist ein evakuierter Glaskolben, in dem ein Elektronenstrahl erzeugt, abgelenkt und sichtbar gemacht wird. Jede Baugruppe kennst du schon.

  • Elektronenquelle:Glühkathode (1.2.5).
  • Beschleunigung:durchbohrte Anode mit \(U_\text{B}\), \(v_0=\sqrt{\tfrac{2eU_\text{B}}{m}}\) (1.2.3).
  • Bündelung:der negativ geladene Wehneltzylinder um die Kathode bündelt den Strahl und regelt die Helligkeit.
  • Ablenkung:zwei um 90° gedrehte Plattenpaare für x und y (1.2.4).
  • Anzeige:der Leuchtschirm wandelt die Bewegungsenergie der Elektronen in Licht um.
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Vom Strahl zum Leuchtfleck

Nichts Neues: beschleunigen (1.2.3), quer ablenken und geradlinig weiterfliegen (1.2.4).

  • Zwischen den Platten:Parabel, \(y=\dfrac{e\,U_\text{A}\,l^{2}}{2\,m\,d\,v_0^{2}}\).
  • Hinter den Platten:kein Feld, geradlinig weiter.
  • Auf dem Schirm:\(Y=\left(\dfrac{l}{2}+L\right)\tan\alpha\) mit \(\tan\alpha=\dfrac{v_y}{v_0}\).
  • Entscheidend:\(Y\sim U_\text{A}\) — die Röhre zeigt die Spannung unverzerrt an.
Merke

Warum die Röhre ein Messgerät ist: Die Auslenkung ist proportional zur Ablenkspannung, und die Elektronen folgen praktisch trägheitslos: Die Röhre macht auch schnell veränderliche Spannungen sichtbar.

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Das Oszilloskop: zwei Ablenkungen gleichzeitig

Ein Oszilloskop zeichnet ein Spannungs-Zeit-Diagramm.

  • x-Platten:Sägezahnspannung — der Fleck wandert gleichmäßig nach rechts und springt zurück; die x-Achse wird zur Zeitachse.
  • y-Platten:die zu messende Spannung zieht den Fleck nach oben oder unten.
  • Stehendes Bild:Nachleuchten des Schirms und Trägheit des Auges, wenn jeder Durchlauf dasselbe Bild zeichnet.

Ein Schirmbild auswerten

Auf dem Schirm sind zwei volle Schwingungen zu sehen. Eingestellt sind \(0{,}5\,\mathrm{ms}\) je Kästchen waagerecht und \(2\,\mathrm V\) je Kästchen senkrecht. Eine Schwingung ist 4 Kästchen breit, die Kurve reicht 3 Kästchen über die Mittellinie hinaus.

Periodendauer\(T=4\cdot0{,}5\,\mathrm{ms}=2{,}0\,\mathrm{ms}\)
Frequenz\(f=\dfrac{1}{T}=\dfrac{1}{2{,}0\cdot10^{-3}\,\mathrm s}=500\,\mathrm{Hz}\)
Scheitelwert\(\hat u=3\cdot2\,\mathrm V=6\,\mathrm V\)
Effektivwert\(U_\text{eff}=\dfrac{\hat u}{\sqrt2}\approx4{,}2\,\mathrm V\) (nur bei sinusförmigem Verlauf)

Zwei gekoppelte Diagramme zeigen links oben die Messspannung an den y-Platten, links unten die Sägezahnspannung an den x-Platten. Rechts entsteht daraus Punkt für Punkt das Schirmbild.

Vom Signal zum Schirmbild

Erst der Sägezahn macht die x-Achse zur Zeitachse; ohne ihn bleibt nur ein senkrechter Strich.

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Allgemeine Hinweise

Zwei Spannungen auseinanderhalten

\(U_\text{B}\) an der Anode beschleunigt und legt \(v_0\) fest, \(U_\text{A}\) an den Platten lenkt ab. Ein größeres \(U_\text{B}\) macht den Ausschlag kleiner, weil \(v_0\) im Nenner quadratisch steht.

Scheinbarer Ursprung Plattenmitte

In \(Y=\left(\dfrac{l}{2}+L\right)\tan\alpha\) wird \(L\) ab dem Plattenende gemessen. Die halbe Plattenlänge steckt schon im Term — zähle sie nicht ein zweites Mal dazu.

Effektivwert nur bei Sinus

\(U_\text{eff}=\dfrac{\hat u}{\sqrt2}\) gilt ausschließlich für sinusförmige Signale. Bei Rechteck oder Dreieck liest du Scheitelwert und Periodendauer ab, rechnest aber nicht so weiter.

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