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Übung — AFB II

Zehn mehrschrittige Aufgaben quer durch das Kapitel Wellen: Formeln umstellen, Größen aus Diagrammen gewinnen, Rechenketten sauber durchziehen und begründen, was sich ändert — wenn sich etwas ändert.

Dein Fortschritt:
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1

Aufgabenblock — AFB II

Zehn Aufgaben der Anforderungsstufe AFB II (Zusammenhänge herstellen) aus allen Unterkapiteln 5.1.1 bis 5.2.5. Hier reicht das Einsetzen in eine Formel nicht mehr: Sie stellen Formeln um, ziehen Rechenketten über mehrere Schritte durch, gewinnen Größen aus einem Diagramm oder einer Messung und begründen, welche Größe sich ändert und welche fest bleibt. Jede Teilantwort wird einzeln geprüft; eine Aufgabe zählt erst als gelöst, wenn alle Felder stimmen. Dezimalkomma verwenden, Einheiten immer mitdenken, im Taschenrechner den Gradmodus (DEG) einstellen.

A1
Beobachtung vom Steg — vier Schritte bis zur Strecke
AFB II

Von einem Steg aus zählen Sie, dass in 10 s genau 25 Wellenberge vorbeilaufen. Zwei benachbarte Wellenberge sind 1,2 m voneinander entfernt.

gegeben: 25 Berge in 10 s · λ = 1,2 m  |  gesucht: f, T, c und der Weg der Wellenform in 1 Minute
Hz
s
m/s
m
Ansatz: Die Frequenz ist die Zahl der Berge pro Sekunde: f = 25 ÷ 10 s. Dann T = 1 / f, danach c = λ · f und zuletzt der Weg s = c · t.
Rechenweg: f = 25 ÷ 10 s = 2,5 Hz · T = 1 ÷ 2,5 Hz = 0,4 s · c = 1,2 m · 2,5 1/s = 3,0 m/s · s = 3,0 m/s · 60 s = 180 m.
Lösung anzeigen
a) f = 25 ÷ 10 s = 2,5 Hz
b) T = 1 / f = 1 / 2,5 Hz = 0,4 s
c) c = λ · f = 1,2 m · 2,5 1/s = 3,0 m/s
d) s = c · t = 3,0 m/s · 60 s = 180 m
Der entscheidende Test des Verständnisses: Die 180 m legt die Wellenform zurück, nicht das Wasser. Ein Korken, der eine Minute lang dort treibt, hat in dieser Zeit 150-mal auf und ab gewippt und liegt danach immer noch fast an derselben Stelle. Zählen und ein Maßband genügen also, um c zu bestimmen.
Steg λ = 1,2 m Korken 25 Berge in 10 s
Zählen und messen genügt
A2
Von der Luft ins Wasser — welche Größe bleibt?
AFB II

Ein Ton hat in Luft (c = 340 m/s) die Wellenlänge λ = 0,68 m. Er tritt ins Wasser über, wo c = 1480 m/s gilt. Die Frequenz gibt die Schallquelle vor und bleibt unverändert.

gegeben: Luft c = 340 m/s, λ = 0,68 m · Wasser c = 1480 m/s · f konstant  |  gesucht: f, T, λ im Wasser, Faktor

Runden Sie erst am Ende und geben Sie bei d) zwei Nachkommastellen an.

Hz
s
m
Ansatz: Erst die Frequenz in Luft aus f = c ÷ λ bestimmen. Diese Frequenz gilt auch im Wasser — sie wird von der Quelle festgelegt. Damit dann λ = c ÷ f für das Wasser.
Rechenweg: f = 340 ÷ 0,68 = 500 Hz · T = 1 ÷ 500 = 0,002 s · λ = 1480 ÷ 500 = 2,96 m · Faktor = 2,96 ÷ 0,68 = 4,35.
Lösung anzeigen — und die Begründung
a) f = c ÷ λ = 340 ÷ 0,68 = 500 Hz
b) T = 1 ÷ f = 1 ÷ 500 = 0,002 s
c) λ = c ÷ f = 1480 ÷ 500 = 2,96 m
d) 2,96 ÷ 0,68 = 4,35
Begründung: T und damit f werden von der Quelle festgelegt und bleiben beim Medienwechsel gleich — pro Sekunde treffen im Wasser genauso viele Berge ein, wie in der Luft losgeschickt wurden. Ändern kann sich deshalb nur λ, und zwar im selben Verhältnis wie c (1480 ÷ 340 = 4,35). Wer stattdessen λ festhält, kommt auf eine veränderte Tonhöhe — hörbar wäre das ein anderer Ton, was beim Tauchen offensichtlich nicht passiert.
Luft Wasser c = 340 m/s c = 1480 m/s λ = 0,68 m λ = ? f bleibt gleich
Medienwechsel: c und λ ändern sich
A3
Brechung an Wasser — umstellen, einsetzen, Arkussinus
AFB II

Ein Lichtstrahl trifft aus Luft (n1 = 1,0) unter dem Einfallswinkel α = 45° auf eine Wasseroberfläche (n2 = 1,33). Alle Winkel werden zum Lot gemessen. Achten Sie auf den Gradmodus (DEG).

gegeben: n1 = 1,0 · α = 45° · n2 = 1,33  |  gesucht: sin α, sin β, β und die Ablenkung α − β
°
°
Brechungsgesetz (Snellius): n1 · sin α = n2 · sin β. Nach sin β umgestellt: sin β = n1 · sin α ÷ n2. Damit erhalten Sie zunächst nur den Sinuswert — der Winkel folgt erst über den Arkussinus.
Fester Dreischritt: Sinus bilden → Gesetz anwenden → Arkussinus. sin 45° = 0,707 · sin β = 1,0 · 0,707 ÷ 1,33 = 0,53 · β = arcsin(0,53) = 32,1° · 45° − 32,1° = 12,9°.
Lösung anzeigen
a) sin 45° = 0,707
b) sin β = n1 · sin α ÷ n2 = 1,0 · 0,707 ÷ 1,33 = 0,53
c) β = arcsin(0,53) = 32,1°
d) α − β = 45° − 32,1° = 12,9°
Kontrolle: Wasser ist das optisch dichtere Medium, der Strahl knickt also zum Lot hin — β < α muss herauskommen. Wer den Arkussinus vergisst, notiert 0,53 fälschlich als Winkel; wer n1 und n2 vertauscht, erhält einen größeren Winkel als α, was beim Übergang ins dichtere Medium unmöglich ist.
Lot α = 45° β = ? n1 = 1,0 Luft n2 = 1,33 Wasser
Zum Lot hin gebrochen
A4
Analysator drehen — Malus vorwärts und rückwärts
AFB II

Hinter dem Polarisator hat das linear polarisierte Licht die Intensität I0 = 240 W/m². Der Analysator wird gegen den Polarisator um den Winkel θ verdreht.

gegeben: I0 = 240 W/m²  |  gesucht: I bei θ = 60°, der Winkel für die halbe Intensität, und der typische Fehlerwert
W/m²
°
W/m²
Gesetz von Malus: I = I0 · cos²θ. Für b) ist die Bedingung cos²θ = 0,5, also cos θ = 0,707 — gesucht ist die Winkelstellung mit halber Intensität, nicht die Mitte des Winkelbereichs von 0° bis 90°.
Rechenweg: cos 60° = 0,5 → cos²60° = 0,25 → I = 0,25 · 240 W/m² = 60 W/m². Für die Hälfte: cos²θ = 0,5 ⇒ cos θ = 0,707 ⇒ θ = 45°. Ohne Quadrat käme 0,5 · 240 W/m² = 120 W/m² heraus — der doppelte Wert.
Lösung anzeigen — und der Vergleich
a) I = I0 · cos²60° = 240 W/m² · (0,5)² = 240 · 0,25 = 60 W/m²
b) cos²θ = 0,5 ⇒ cos θ = 0,707 ⇒ θ = 45°
c) I0 · cos 60° = 240 · 0,5 = 120 W/m² (falsch!)
Was der Vergleich zeigt: Schon 60° Drehung schlucken drei Viertel des Lichts. Verlockend, aber falsch ist die Antwort 60° bei Teilaufgabe b) — halbe Intensität liegt bei 45°. Und: „je größer der Winkel, desto dunkler“ gilt nicht allgemein; cos²θ wiederholt sich alle 180°, bei 180° ist es genauso hell wie bei 0°, bei 100° ist cos²100° ≈ 0,03 — also wieder etwas Licht. Der einzige echte Nullpunkt zwischen 0° und 180° liegt exakt bei 90°.
Lampe Polarisator I0 Analysator θ Schirm I = ? I = I0 · cos²θ
Zwei Filter, ein Winkel
A5
Zwei Punkte einer Welle — Phasendifferenz in zwei Maßen
AFB II

Auf einer harmonischen Welle mit λ = 5,0 m liegen zwei Punkte A und B im Abstand Δx = 1,25 m. Bestimmen Sie ihre Phasendifferenz — einmal in Grad und einmal im Bogenmaß. Rechnen Sie mit π ≈ 3,1416.

gegeben: λ = 5,0 m · Δx = 1,25 m  |  gesucht: Δx/λ, Δφ in Grad, k und Δφ im Bogenmaß
λ
°
1/m
rad
Zwei Wege, ein Ergebnis: in Grad über Δφ = 360° · Δx / λ, im Bogenmaß über die Wellenzahl k = 2π / λ und Δφ = k · Δx. Entscheidend ist nicht die Meterzahl von Δx, sondern das Verhältnis Δx/λ.
Rechenweg: 1,25 ÷ 5,0 = 0,25 · 0,25 · 360° = 90° · k = 2 · 3,1416 ÷ 5,0 = 1,26 1/m · Δφ = 1,26 · 1,25 = 1,57 rad.
Lösung anzeigen
a) Δx ÷ λ = 1,25 m ÷ 5,0 m = 0,25 λ
b) Δφ = 0,25 · 360° = 90°
c) k = 2π ÷ λ = 6,2832 ÷ 5,0 = 1,26 1/m
d) Δφ = k · Δx = 1,26 · 1,25 = 1,57 rad
Schritt b) und d) sind dieselbe Phasendifferenz in zwei Sprachen: 90° und π/2 ≈ 1,57 rad. Die Wellenzahl k = 2π/λ ist die „Phase pro Meter“ und spielt für den Ort dieselbe Rolle wie ω = 2π/T für die Zeit. Wer λ und 2π vertauscht, erhält 0,127 m — das wäre eine Länge und keine Wellenzahl.
A B Δx = 1,25 m λ = 5,0 m Δφ = 2π · Δx / λ
Ein Viertel Wellenlänge Versatz
A6
Der leise Platz im Saal — vom Wegunterschied zum Urteil
AFB II

Zwei gleichphasige Lautsprecher geben denselben Dauerton mit f = 680 Hz ab; in Luft ist c = 340 m/s. Ein Zuhörer sitzt 3,25 m vom einen und 3,00 m vom anderen Lautsprecher entfernt.

gegeben: f = 680 Hz · c = 340 m/s · r1 = 3,25 m · r2 = 3,00 m  |  gesucht: λ, Δs, Δs/λ und Δφ
m
m
λ
°
Reihenfolge: erst λ = c ÷ f, dann der Gangunterschied Δs = |r1 − r2|, dann das Verhältnis Δs/λ und schließlich Δφ = 360° · Δs / λ.
Rechenweg: λ = 340 ÷ 680 = 0,5 m · Δs = 3,25 − 3,00 = 0,25 m · 0,25 ÷ 0,5 = 0,5 λ · 0,5 · 360° = 180°.
Lösung anzeigen — und was das für den Zuhörer bedeutet
a) λ = c ÷ f = 340 ÷ 680 = 0,5 m
b) Δs = 3,25 m − 3,00 m = 0,25 m
c) Δs ÷ λ = 0,25 ÷ 0,5 = 0,5 λ
d) Δφ = 0,5 · 360° = 180°
Urteil: 0,5 λ beziehungsweise 180° ist genau die Bedingung Δs = (n + ½)·λ mit n = 0 — also destruktive Interferenz. Der Ton ist an diesem Platz auffällig leise („tote Stelle“ im Konzertsaal) und verschwindet schon bei einer Kopfbewegung um wenige Zentimeter. Achtung: Δs = 0 wäre nicht Auslöschung, sondern der Fall n = 0 der konstruktiven Bedingung — maximale Verstärkung.
L1 L2 3,25 m 3,00 m Zuhörer Δs = ?
Wegunterschied entscheidet
A7
Gitarrensaite — Grundschwingung und dritte Harmonische
AFB II

Eine beidseitig fest eingespannte Saite hat die Länge L = 0,65 m. Auf ihr breitet sich die Welle mit c = 260 m/s aus.

gegeben: L = 0,65 m · c = 260 m/s  |  gesucht: λ und f für n = 1 und für n = 3
m
Hz
m
Hz
Eigenschwingungen: λ_n = 2L / n — in der Formel steht die doppelte Länge, weil schon die Grundschwingung nur eine halbe Wellenlänge auf der Saite zeigt. Frequenz dann über f = c ÷ λ.
Rechenweg: λ1 = 2 · 0,65 = 1,3 m · f1 = 260 ÷ 1,3 = 200 Hz · λ3 = 2 · 0,65 ÷ 3 = 0,43 m · f3 = 260 ÷ 0,43 = 600 Hz.
Lösung anzeigen — und was daraus folgt
a) λ1 = 2L = 2 · 0,65 m = 1,3 m
b) f1 = c ÷ λ1 = 260 ÷ 1,3 = 200 Hz
c) λ3 = 2L ÷ 3 = 1,3 ÷ 3 = 0,43 m
d) f3 = 260 ÷ 0,43 = 600 Hz
Was passiert, wenn n wächst? 600 Hz = 3 · 200 Hz: Alle Eigenfrequenzen der eingespannten Saite sind ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz — deshalb klingen die Obertöne harmonisch. n steht in λ_n = 2L/n im Nenner: größeres n bedeutet kleinere Wellenlänge, die Frequenz wächst dagegen proportional mit n. Die dritte Harmonische hat 3 Bäuche und 4 Knoten (die Enden mitgezählt). Wer λ = L/n rechnet, erhält durchweg die Hälfte der richtigen Werte. Und c ist hier die Geschwindigkeit auf der Saite, nicht die Schallgeschwindigkeit in Luft.
n = 1 · λ = 2L n = 3 · 3 Bäuche, 4 Knoten L = 0,65 m
Nur bestimmte Wellenlängen passen
A8
Doppelspalt: aus einer Messung die Wellenlänge gewinnen
AFB II

Ein Doppelspalt mit dem Spaltabstand d = 0,40 mm steht L = 2,0 m vor dem Schirm. Auf dem Schirm messen Sie vom 1. bis zum 11. hellen Streifen insgesamt 24 mm.

Aufgepasst beim Zählen: Zwischen dem 1. und dem 11. Streifen liegen 10 Abstände, nicht 11.
gegeben: d = 0,40 mm · L = 2,0 m · 24 mm für 10 Streifenabstände  |  gesucht: Δx, λ und Δs der 2. Ordnung
mm
m
nm
nm
Streifenabstand: Δx = λ · L / d (Näherung L ≫ d). Nach λ aufgelöst: erst mit d multiplizieren, dann durch L teilen — λ = Δx · d ÷ L. Einheitenkontrolle: m · m ÷ m = m. Zum n-ten hellen Streifen gehört Δs = n · λ.
Rechenweg: Δx = 24 mm ÷ 10 = 2,4 mm = 0,0024 m · λ = 0,0024 m · 0,40·10−3 m ÷ 2,0 m = 4,8·10−7 m = 480 nm · Δs = 2 · 480 nm = 960 nm.
Lösung anzeigen — und was sich ändern würde
a) Δx = 24 mm ÷ 10 = 2,4 mm
b) 2,4 mm = 0,0024 m
c) λ = Δx · d ÷ L = 0,0024 · 0,40·10−3 ÷ 2,0 = 4,8·10−7 m = 480 nm
d) Δs = n · λ = 2 · 480 nm = 960 nm
Warum die Vielfachmessung? Sie zehntelt den Ablesefehler. 480 nm passt zu blauem Licht — der Plausibilitätscheck gegen den sichtbaren Bereich (400–700 nm) deckt Zehnerpotenzfehler sofort auf. Was passiert, wenn … man d verdoppelt? d steht im Nenner — die Streifen rücken enger zusammen, nicht weiter auseinander. Der Schirm weiter weg (größeres L) verbreitert das Muster, blaues statt rotes Licht verengt es, und dieselbe Lampe heller gedreht ändert gar nichts: die Helligkeit kommt in Δx = λL/d nicht vor.
Laser d = 0,40 mm Δx L = 2,0 m
Δx auf dem Schirm messbar
A9
Gitter: Ablenkwinkel — und wie viele Ordnungen es überhaupt gibt
AFB II

Ein optisches Gitter trägt 500 Striche pro Millimeter. Es wird mit Licht der Wellenlänge λ = 600 nm beleuchtet. Betrachtet wird das Maximum 1. Ordnung.

gegeben: 500 Striche/mm · λ = 600 nm · n = 1  |  gesucht: g, sin α, α — und in d) die höchste Ordnung eines anderen Gitters
µm
°
Gitterkonstante: g = 1 / (Striche pro Länge) — mehr Striche pro Millimeter bedeuten also ein kleineres g. Hauptmaxima: g · sin α = n · λ, umgestellt sin α = n · λ / g. Für d): weil stets sin α ≤ 1 gilt, folgt n ≤ g / λ.
Rechenweg: g = 1/500 mm = 0,002 mm = 2,0 µm = 2,0·10−6 m · sin α = (1 · 600·10−9) ÷ (2,0·10−6) = 0,30 · α = arcsin(0,30) = 17,5° · für g = 1,5 µm: n ≤ 1500 nm ÷ 600 nm = 2,5 ⇒ höchstens n = 2.
Lösung anzeigen — und der Vergleich zweier Gitter
a) g = 1 ÷ (500 mm−1) = 1/500 mm = 2,0 µm
b) sin α = n · λ ÷ g = (1 · 600·10−9 m) ÷ (2,0·10−6 m) = 0,30
c) α = arcsin(0,30) = 17,5°
d) n ≤ g ÷ λ = 1500 nm ÷ 600 nm = 2,5 ⇒ n = 2
Der überraschende Vergleich: Ein feineres Gitter (kleineres g) lenkt stärker ab, zeigt aber weniger Ordnungen — denn sin α stößt schneller an die Grenze 1. Mit blauem Licht (450 nm) wäre g/λ ≈ 3,3, also wären an demselben Gitter drei Ordnungen sichtbar. Der Schirmabstand und die beleuchtete Breite kommen in sin α = nλ/g gar nicht vor: N bestimmt, wie scharf; g bestimmt, wo.
Gitter α n = 1 n = 0 n = 1 g · sin α = n · λ
500 Striche/mm
A10
Michelson: hin und zurück — der Faktor 2 in beide Richtungen
AFB II

Am Michelson-Interferometer verschieben Sie den beweglichen Spiegel um Δd = 9,0 µm und zählen dabei N = 30 durchwandernde Ringe.

gegeben: Δd = 9,0 µm · N = 30  |  gesucht: Δs, λ in µm und in nm — und in d) die Umkehrung
µm
µm
nm
µm
Gangunterschied: Δs = 2 · Δd — der Faktor 2 kommt vom Hin- und Rückweg zum Spiegel. Daraus λ = 2 · Δd / N und umgekehrt Δd = N · λ / 2. Pro λ/2 Verschiebung wandert genau ein Ring durch.
Rechenweg: Δs = 2 · 9,0 µm = 18 µm · λ = 18 µm ÷ 30 = 0,6 µm = 600 nm · Δd = 100 · 500 nm ÷ 2 = 25 000 nm = 25 µm.
Lösung anzeigen — und die Merkregel
a) Δs = 2 · Δd = 2 · 9,0 µm = 18 µm
b) λ = Δs ÷ N = 18 µm ÷ 30 = 0,6 µm
c) 0,6 µm = 600 nm — orangerotes Licht, also plausibel im sichtbaren Bereich 400–700 nm
d) Δd = N · λ ÷ 2 = 100 · 500 nm ÷ 2 = 25 000 nm = 25 µm
Merkregel für den Faktor 2: von Δd nach N wird verdoppelt, in der Gegenrichtung halbiert. Wer bei d) stur mal 2 rechnet, landet bei 100 µm — dem Vierfachen. Und: Ob der bewegliche oder der feste Spiegel verschoben wird und wie weit der Detektor entfernt steht, ändert N nicht; in N = 2Δd/λ stehen nur Δd und λ.
Laser Teiler beweglich Δd fester Spiegel Detektor: Ringe
N = 2Δd / λ
2

Gangunterschied-Prüfstand — Δs, Δφ und die Summenkurve

Zwei kohärente Quellen senden dieselbe Welle aus. Die eine hat bis zum Aufpunkt einen längeren Weg zurückgelegt — den Gangunterschied Δs. Stellen Sie Δs in Einheiten der Wellenlänge ein und beobachten Sie, wie sich die Phasendifferenz Δφ = 2π · Δs / λ und die Summenkurve verändern. Prüfen Sie dabei die Regel: endet Δs/λ auf ,0, ist es konstruktiv; endet es auf ,5, ist es destruktiv.

Zwei Wellen überlagern

Ziehen Sie den Regler mit der Maus, oder wählen Sie ihn mit Tab an und bedienen Sie ihn mit den Pfeiltasten (Schritt 0,05 λ), Bild auf/ab (0,25 λ), Pos1 und Ende. Mit Enter oder Leertaste springen Sie zum nächsten Viertel einer Wellenlänge.

Die beiden Wege bis zum Aufpunkt P Q1 Q2 P Δs = 0 Gangunterschied Δs (in Wellenlängen λ) 00,5 λ1 λ1,5 λ2 λ Welle 1 Welle 2 Summe (Superposition)

Δs = 0,00 λ · Δφ = 0° · Summenamplitude 2,00 (doppelt)

Rechnerisch: Δφ = 2π · Δs / λ, und für zwei gleich große Wellen ist die Summenamplitude A = |2 · cos(Δφ/2)|. Ab A > 1,8 gilt die Überlagerung als konstruktiv, unter A < 0,2 als destruktiv, dazwischen als teilweise Verstärkung. Bei Auslöschung verschwindet keine Energie — sie wird nur räumlich umverteilt.

Reflexion — bevor Sie weitergehen

Drei Fragen zum Nachdenken — beantworten Sie sie für sich selbst.

  • 1. Umstellen:In A3, A8 und A10 mussten Sie eine Formel erst nach der gesuchten Größe auflösen. Bei welcher der drei Umstellungen mussten Sie am längsten überlegen — und hilft Ihnen dort die Einheitenprobe (m · m ÷ m = m, m ÷ (m/s) = s) weiter?
  • 2. Verhältnisse statt Zahlen:In A5, A6 und A9 entschied nicht die absolute Meterzahl, sondern ein Verhältnis: Δx/λ, Δs/λ und n·λ/g. Können Sie in eigenen Worten sagen, warum ein Gangunterschied von 1,50 m einmal Auslöschung und einmal Verstärkung bedeuten kann?
  • 3. Was bleibt, was ändert sich:A2 (Medienwechsel), A7 (höhere Harmonische) und A8 (größeres d) fragen alle nach einer Änderung. Welche Größe bleibt beim Medienwechsel fest — und woran erkennen Sie in einer Formel sofort, ob eine Größe im Zähler oder im Nenner steht?