So arbeiten Sie: 12 Aufgaben, insgesamt 50 Punkte, 45 Minuten. Erlaubt sind Taschenrechner (im Gradmaß, DEG) und Formelsammlung.
Zahlen dürfen mit Komma oder Punkt eingegeben werden; Einheiten stehen bereits hinter dem Feld. Auswahlfelder lassen sich mit Tab, den Pfeiltasten und Enter oder Leertaste bedienen. Der Erwartungshorizont jeder Aufgabe wird nach dem Auswerten freigeschaltet.
Wissen und Reproduzieren
20 PunkteEine Welle entsteht, wenn sich eine Schwingung von Ort zu Ort fortpflanzt. Jedes Teilchen des Wellenträgers führt dabei nur seine eigene Schwingung um die Ruhelage aus.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — Richtig sind die ersten drei Aussagen: Energietransport, Schwingung um die Ruhelage, Weitergabe der Bewegungsform. 1 P für zwei richtig markierte Aussagen, 2 P für alle drei ohne falsche Markierung. Die beiden letzten Aussagen sind der klassische Materietransport-Irrtum: Ein Korken wippt nur auf und ab, er treibt nicht davon.
b) 2 P — 1 P Ansatz c = λ · f, 1 P Ergebnis: c = 1,5 m · 8,0 1/s = 12 m/s. Einheitenprobe: Meter mal „pro Sekunde“ ergibt Meter pro Sekunde.
Merkregel: Transversal = quer (senkrecht) · Longitudinal = längs (parallel) zur Ausbreitungsrichtung.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — Longitudinal sind Schall in Luft, die längs angestoßene Schraubenfeder und die Druckschwankung am Trommelfell: Die Teilchen schwingen parallel zur Ausbreitungsrichtung, es entstehen Verdichtungen und Verdünnungen. Seilwelle, Lichtwelle und Saitenwelle sind transversal. Je zwei richtige Treffer 1 P, alle drei ohne Fehlmarkierung 2 P.
b) 2 P — Richtig ist die erste Antwort. Verdichten kann man nur dort, wo Teilchen sind; deshalb versagt Schall im Vakuum, während Licht (transversal, ohne Trägermedium) hindurchkommt.
Nur die Brechung ist an einen Medienwechsel gebunden. Alle Winkel werden zum Lot gemessen, also zur Senkrechten auf der Grenzfläche.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 3 P — Echo → Reflexion (die Welle bleibt im selben Medium, α = α′); geknickter Löffel → Brechung (Medienwechsel, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ändert sich); Schall um die Ecke → Beugung (die Welle läuft in den geometrischen Schattenraum); n1 sin α = n2 sin β → Brechung. Je richtige Zuordnung 0,75 P, gerundet auf ganze Punkte.
b) 1 P — Die Beugung ist umso stärker, je kleiner die Öffnung im Vergleich zur Wellenlänge ist; am stärksten bei b ≈ λ. Maßgeblich ist nie die Öffnung allein, sondern das Verhältnis b/λ — deshalb hört man um die Ecke, sieht aber nicht um sie herum.
Rechts stehen die beiden Diagramme derselben harmonischen Welle. Beide Kurven sehen aus wie ein Sinus — der Unterschied steckt allein in der Bedeutung der waagerechten Achse.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — Richtig sind die ersten drei Aussagen. Die Momentaufnahme ist wie ein Foto der ganzen Welle zu einem festen Zeitpunkt; auf der x-Achse steht der Ort, abgelesen wird λ. Die drei falschen Aussagen beschreiben das Oszillogramm (y–t), aus dem man T abliest.
b) 2 P — 1 P Ablesen: λ = 2,5 m aus der Momentaufnahme, T = 0,50 s aus dem Oszillogramm. 1 P Rechnung c = λ / T = 2,5 m ÷ 0,50 s = 5,0 m/s. Wer λ · T rechnet, erhält m·s — das ist keine Geschwindigkeit.
Eine beidseitig fest eingespannte Saite hat die Länge L = 0,60 m. Beide Enden sind Knoten, es gilt λn = 2L / n mit n = 1, 2, 3, …
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — 1 P Ansatz λ1 = 2L/1, 1 P Ergebnis λ1 = 2 · 0,60 m = 1,2 m. Wer λ = L/n rechnet, erhält durchweg die Hälfte; der Faktor 2 kommt daher, dass schon die Grundschwingung nur eine halbe Wellenlänge auf der Saite zeigt.
b) 2 P — Richtig sind die ersten drei Aussagen: Die Harmonische n hat n Bäuche und n+1 Knoten, vier Bäuche sind vier Halbwellen und damit zwei volle Wellenlängen (λ4 = 2L/4 = L/2). Falsch: λ = 2L gehört zur Grundschwingung, zwischen zwei Knoten liegt genau λ/2, und die fest eingespannten Enden ruhen dauerhaft.
Anwenden und Übertragen
22 PunkteErwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 1 P — sin 45° = 0,707.
b) 1 P — Umstellen: sin β = n1 · sin α ÷ n2 = 1,0 · 0,707 ÷ 1,33 = 0,53.
c) 1 P — β = arcsin(0,53) ≈ 32,1°. Wer den Arkussinus vergisst, notiert 0,53 als Winkel — ein Sinuswert ist aber kein Winkel.
d) 1 P — α − β = 45° − 32,1° = 12,9°. Kontrolle: Beim Übergang ins optisch dichtere Medium muss β < α gelten, der Strahl knickt zum Lot hin.
Die Wellengleichung lautet y(x,t) = ŷ · sin(ωt − kx) mit ω = 2π/T und k = 2π/λ. Für zwei Punkte im Abstand Δx gilt Δφ = (2π/λ) · Δx.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — 1 P Ansatz k = 2π/λ, 1 P Ergebnis k = 2 · 3,1416 ÷ 0,80 m = 7,85 1/m. Auf jedem Meter wächst die Phase um 7,85 rad ≈ 450°. Wer λ und 2π vertauscht, erhält 0,127 m — das wäre eine Länge und keine Wellenzahl.
b) 2 P — 1 P Verhältnis Δx/λ = 1,25 m ÷ 5,0 m = 0,25 λ, 1 P Umrechnung 0,25 · 360° = 90° (im Bogenmaß π/2 ≈ 1,57 rad). Weder gleich- noch gegenphasig: Gleichphasig wäre Δx = λ, gegenphasig Δx = λ/2.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — 1 P cos 60° = 0,5, also cos²60° = 0,25; 1 P Ergebnis I = 0,25 · 240 W/m² = 60 W/m². Ohne das Quadrat käme 120 W/m² heraus — der doppelte Wert. Schon 60° Drehung schlucken drei Viertel des Lichts.
b) 1 P — Bedingung cos²θ = 0,5, also cos θ = 0,707 und damit θ = 45°. Verlockend falsch ist 60°: Man halbiert nicht den Winkelbereich, sondern sucht die Stellung mit halber Intensität.
c) 1 P — Richtig ist die erste Antwort: Polarisation gibt es nur bei transversalen Wellen. Ein Filter ist kein Sieb, er wählt eine Schwingungsrichtung aus — und die muss es überhaupt erst geben.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 1 P — λ = c ÷ f = 340 m/s ÷ 680 Hz = 0,50 m.
b) 1 P — Δs = 3,25 m − 3,00 m = 0,25 m (Differenz der zurückgelegten Wege).
c) 1 P — Δs/λ = 0,25 m ÷ 0,50 m = 0,5; mit Δφ = 360° · Δs/λ folgt Δφ = 180°.
d) 1 P — Δs = (n + ½)·λ mit n = 0 ist die Bedingung für destruktive Interferenz: eine der „toten Stellen“ im Saal. Die Energie verschwindet dabei nicht, sie wird nur räumlich umverteilt — wenige Zentimeter weiter ist der Ton wieder laut.
Für den Abstand benachbarter Maxima auf dem Schirm gilt Δx = λ · L / d (Näherung L ≫ d). Rechnen Sie alle Längen konsequent in Meter um.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — 1 P Umrechnung λ = 5,0·10⁻⁷ m und d = 2,5·10⁻⁴ m, 1 P Ergebnis Δx = 5,0·10⁻⁷ · 1,8 ÷ 2,5·10⁻⁴ = 3,6·10⁻³ m = 3,6 mm. Wer nm und mm unverändert einsetzt, liegt um den Faktor 10⁶ daneben; Streifenabstände liegen im Millimeterbereich.
b) 1 P — Zwischen dem 1. und dem 11. Streifen liegen zehn Abstände, nicht elf: Δx = 24 mm ÷ 10 = 2,4 mm.
c) 2 P — 1 P Umstellung λ = Δx · d / L, 1 P Ergebnis λ = 0,0024 m · 4,0·10⁻⁴ m ÷ 2,0 m = 4,8·10⁻⁷ m = 480 nm (blaues Licht). λ = Δx·L/d ergäbe Zentimeter statt Nanometer.
d) 1 P — In Δx = λL/d steht d im Nenner: doppeltes d bedeutet halbes Δx. Die Helligkeit der Lampe kommt in der Formel gar nicht vor.
Beurteilen und Begründen
8 PunkteErwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 1 P — sin α = n·λ/g = 1 · 600 nm ÷ 1500 nm = 0,40.
b) 1 P — Aus sin α ≤ 1 folgt n ≤ g/λ = 1500 nm ÷ 600 nm = 2,5, also höchstens die 2. Ordnung.
c) 2 P — Zutreffend sind die ersten drei Aussagen: 2 · 600 ÷ 1500 = 0,80; für n = 3 käme sin α = 1,2 heraus, was es nicht gibt; für 450 nm ist g/λ ≈ 3,3, also sind drei Ordnungen möglich. Falsch sind die beiden letzten: Ein feineres Gitter (kleineres g) lenkt stärker ab und zeigt deshalb weniger Ordnungen, und der Schirmabstand kommt in sin α = n·λ/g gar nicht vor. Merksatz: N bestimmt, wie scharf; g bestimmt, wo.
Erwartungshorizont (nach dem Auswerten)
a) 2 P — 1 P Gangunterschied Δs = 2 · 9,0 µm = 18 µm, 1 P Ergebnis λ = Δs ÷ N = 18 µm ÷ 30 = 0,6 µm = 600 nm. Ohne den Faktor 2 erhält man nur die Hälfte.
b) 1 P — Umgestellt gilt Δd = N · λ / 2 = 100 · 500 nm ÷ 2 = 25 000 nm = 25 µm. Der Faktor 2 steht hier im Nenner: von Δd nach N verdoppeln, in der Gegenrichtung halbieren — stur mal 2 ergäbe 100 µm.
c) 1 P — In N = 2Δd/λ stehen nur Δd und λ. Deshalb ist es gleichgültig, welcher Spiegel verschoben wird und wie weit der Detektor entfernt steht. Doppeltes Δd verdoppelt N, halbe Wellenlänge verdoppelt N ebenfalls, größere Wellenlänge verringert N.
Probeklausur auswerten
Wenn Sie alle 12 Aufgaben bearbeitet haben, klicken Sie auf „Auswerten“. Jede Teilaufgabe wird geprüft; Sie erhalten Punktzahl, Note, eine Themenbilanz und alle Erwartungshorizonte.
Ihr Ergebnis
| Aufgabe | Thema | AFB | Punkte |
|---|
Themenbilanz — hier lohnt sich das Nacharbeiten
Bei Aufgaben mit mehreren richtigen Antworten zählt jede richtige Angabe, jede falsch angekreuzte zieht wieder ab. Zahleneingaben werden mit einer Toleranz geprüft, wie sie auch beim Runden entsteht.
Notenschlüssel (50 Punkte)
| Punkte | Note | Beurteilung |
|---|---|---|
| 50 – 45 P | 1 | sehr gut |
| 44 – 38 P | 2 | gut |
| 37 – 30 P | 3 | befriedigend |
| 29 – 22 P | 4 | ausreichend |
| 21 – 12 P | 5 | mangelhaft |
| 11 – 0 P | 6 | ungenügend |
Verteilung der Punkte: AFB I 20 P · AFB II 22 P · AFB III 8 P. Bearbeitungszeit 45 Minuten.
