Filter:
01
Zählrohr · Aufbau
Geiger-Müller-Zählrohr: Wie heißen die Teile?
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Antwort
Im Kern ein Kondensator in Zylinderform: Das Metallrohr ist die Kathode (negativ), der dünne Draht in der Rohrachse (ca. 0,05 mm) die Anode (positiv), Spannung einige hundert Volt. Füllung: Zählgas (Argon, niedriger Druck) und Löschgas. Das hauchdünne Glimmerfenster lässt auch \(\alpha\)- und \(\beta\)-Strahlung hinein.
02
Zählrohr · Formel
\(E(r) = \;?\)
Warum ist der Draht so dünn?
Warum ist der Draht so dünn?
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Antwort
$$E(r)=\frac{U}{r\cdot\ln(r_\mathrm{a}/r_\mathrm{i})}$$\(r_\mathrm{i}\) Drahtradius, \(r_\mathrm{a}\) Rohrradius. \(E\) ist umgekehrt proportional zu \(r\): nur dicht am dünnen Draht reicht die Beschleunigung zwischen zwei Stößen für die Stoßionisation — Elektronenlawine, Stromstoß, Klick. Dicker Draht: überall kleines Feld, kein Einzelteilchennachweis.
03
Zählrohr · Kennlinie
Zählrohrcharakteristik: Wo liegt der Arbeitspunkt?
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Antwort
Unter der Einsatzspannung \(U_\mathrm{E}\approx 350\,\mathrm{V}\) zählt das Rohr praktisch nicht. Im Plateau (ca. 400–600 V) steigt die Rate kaum noch (148 auf 161 \(\tfrac1{\mathrm s}\)) — dort gilt: 1 Teilchen = 1 Impuls. Ab ca. 640 V Dauerentladung (205, dann 470 \(\tfrac1{\mathrm s}\)), das Rohr nimmt Schaden. Betriebsspannung in die Plateaumitte: \(U_\mathrm{B}\approx 500\,\mathrm{V}\).
04
Zählrohr · Korrekturen
Totzeit \(\tau\) und Nulleffekt — welche Korrektur wann?
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Antwort
$$n_\text{wahr}=\frac{n}{1-n\cdot\tau}$$Totzeit \(\tau\approx 10^{-4}\,\mathrm s\): blinde Phase nach jedem Impuls, Korrektur macht den Wert stets größer. Bsp.: \(n=2500\,\tfrac1{\mathrm s}\), \(\tau=120\,\mathrm{\mu s}\) → \(n\tau=0{,}30\) → \(n_\text{wahr}\approx 3{,}6\cdot10^{3}\,\tfrac1{\mathrm s}\). Nulleffekt \(n_0\approx 0{,}4\,\tfrac1{\mathrm s}\) (Höhen- und Umgebungsstrahlung) wird abgezogen. Regel: hohe Raten → Totzeit, kleine Raten → Nulleffekt.
05
Zerfallsgesetz · Formel
\(N(t) = \;?\)
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Antwort
$$N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda t}=N_0\cdot\left(\tfrac12\right)^{t/T_{1/2}}$$\(N_0\) = Kerne zu Beginn, \(N(t)\) = noch nicht zerfallene Kerne, \(\lambda\) = Zerfallskonstante. Pro Halbwertszeit genau der Faktor \(\tfrac12\), egal wo man startet. Die Kurve fällt immer flacher und wird im Modell nie exakt null.
06
Zerfallsgesetz · Formel
\(T_{1/2}\) und \(\lambda\) — wie hängen sie zusammen?
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Antwort
$$T_{1/2}=\frac{\ln 2}{\lambda}\qquad\Longleftrightarrow\qquad \lambda=\frac{\ln 2}{T_{1/2}}$$\(\ln 2\approx 0{,}693\). \(\lambda\) ist die Zerfallswahrscheinlichkeit pro Zeiteinheit und eine feste Naturkonstante des Nuklids — beide Größen sind umgekehrt proportional. Bsp.: \({}^{137}\mathrm{Cs}\) mit \(T_{1/2}=30{,}2\,\mathrm a\) → \(\lambda\approx 0{,}023\,\mathrm a^{-1}\), also gut 2 % des Bestands pro Jahr. \(\lambda\) ist nie negativ und nie \(1/T_{1/2}\).
07
Zerfallsgesetz · Größe
Aktivität \(A\) — Formel und Einheit?
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Antwort
$$A=\lambda\cdot N\qquad A(t)=A_0\cdot e^{-\lambda t}$$1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde. \(A\) ist ein Tempo, kein Vorrat — nicht die Summe aller bisherigen Zerfälle. \(A\) fällt mit derselben Halbwertszeit wie \(N\). Für Bq muss \(\lambda\) in \(\mathrm s^{-1}\) stehen. Größenordnungen: Banane (\({}^{40}\mathrm K\)) ≈ 15 Bq, menschlicher Körper ≈ 9000 Bq.
08
Zerfallsgesetz · Anwendung
C-14-Methode
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Definition
\({}^{14}\mathrm C\) hat \(T_{1/2}=5730\,\mathrm a\). Solange ein Organismus lebt, hat er dieselbe spezifische Aktivität wie die Atmosphäre: \(a_0=0{,}25\,\mathrm{Bq}\) je Gramm Kohlenstoff; mit dem Tod endet der Austausch. Holzbalken mit \(a=0{,}16\,\tfrac{\mathrm{Bq}}{\mathrm g}\): \(t=T_{1/2}\cdot\frac{\ln(a/a_0)}{\ln 0{,}5}\approx 3{,}7\cdot10^{3}\,\mathrm a\). Der Nulleffekt (\(\approx0{,}4\,\tfrac1{\mathrm s}\)) begrenzt die Methode auf rund 50 000 Jahre.
09
Exponentialfunktion · Formel
Linearisierung: \(\ln N = \;?\)
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Antwort
$$\ln N=\ln N_0-\lambda\,t$$Geradenform \(y=b+m\cdot t\) mit Achsenabschnitt \(b=\ln N_0\) und Steigung \(m=-\lambda=-\frac{\ln 2}{T_{1/2}}\). Trägt man \(\ln N\) gegen \(t\) auf (halblogarithmisch), wird aus der Kurve eine fallende Gerade — und eine Gerade beweist den exponentiellen Verlauf. Je steiler sie fällt, desto kürzer ist \(T_{1/2}\).
10
Exponentialfunktion · Ablesen
Halbwertszeit aus dem Diagramm ablesen
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Definition
1. \(N_0\) ist der Schnittpunkt der Kurve mit der \(N\)-Achse bei \(t=0\). 2. Auf der \(N\)-Achse \(N_0/2\) suchen. 3. Waagerecht bis zur Kurve, dann senkrecht nach unten zur \(t\)-Achse — der Fußpunkt ist \(T_{1/2}\). Die Reihenfolge nie umdrehen. Die Ablesung funktioniert von jedem Kurvenpunkt aus und liefert stets denselben Wert.
11
Exponentialfunktion · Werte
Wie viel bleibt nach \(n\) Halbwertszeiten?
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Antwort
$$\left(\tfrac12\right)^{n}\quad\text{mit}\quad n=\frac{t}{T_{1/2}}$$\(n=1\): 50 % · \(n=2\): 25 % · \(n=3\): 12,5 % · \(n=3{,}5\): ≈ 8,8 % · \(n=4\): 6,25 % · \(n=6\): \(\tfrac1{64}\approx1{,}6\,\%\). Aus \(N_0=1600\) sind nach 4 Halbwertszeiten 1500 zerfallen und 100 übrig — nicht „praktisch nichts mehr". \(n\) ist Exponent, kein Divisor.
12
Exponentialfunktion · Rechnung
Von der Steigung zur Halbwertszeit
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Antwort
Halblogarithmisch fällt \(\ln N\) von 13,0 bei \(t=0\) auf 9,0 bei \(t=20\,\mathrm a\):
\(m=\frac{9{,}0-13{,}0}{20\,\mathrm a}=-0{,}20\,\mathrm a^{-1}\) → \(\lambda=0{,}20\,\mathrm a^{-1}\) → \(T_{1/2}=\frac{0{,}693}{0{,}20\,\mathrm a^{-1}}\approx 3{,}5\,\mathrm a\).
Das Minuszeichen gehört zur Steigung, nicht zu \(\lambda\). \(\ln 2\) darf nicht entfallen: \(1/\lambda=5{,}0\,\mathrm a\) wäre die mittlere Lebensdauer.
\(m=\frac{9{,}0-13{,}0}{20\,\mathrm a}=-0{,}20\,\mathrm a^{-1}\) → \(\lambda=0{,}20\,\mathrm a^{-1}\) → \(T_{1/2}=\frac{0{,}693}{0{,}20\,\mathrm a^{-1}}\approx 3{,}5\,\mathrm a\).
Das Minuszeichen gehört zur Steigung, nicht zu \(\lambda\). \(\ln 2\) darf nicht entfallen: \(1/\lambda=5{,}0\,\mathrm a\) wäre die mittlere Lebensdauer.
13
Nuklidkarte · Aufbau
Nuklidkarte — was steht auf welcher Achse?
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Definition
Anders als im Periodensystem bekommt jedes Nuklid ein eigenes Kästchen (rund 3386 bekannte). Waagerecht die Neutronenzahl \(N\), senkrecht die Protonenzahl \(Z\); eine Zeile ist ein Element. Schwarz = stabil (Stabilitätstal); rechts davon Neutronenüberschuss → \(\beta^-\), links Neutronenmangel → \(\beta^+\)/EC, sehr schwere Kerne → \(\alpha\). Die Farbe zeigt die dominante Zerfallsart.
14
Nuklidkarte · Formel
Verschiebungssätze von Soddy und Fajans
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Antwort
$$\alpha:\ {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\to{}^{A-4}_{Z-2}\mathrm{Y}+{}^{4}_{2}\mathrm{He}$$$$\beta^-:\ {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\to{}^{A}_{Z+1}\mathrm{Y}+e^-+\bar\nu_e$$$$\beta^+:\ {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\to{}^{A}_{Z-1}\mathrm{Y}+e^++\nu_e$$Massenzahl (oben) und Ladungszahl (unten) sind auf beiden Seiten exakt bilanziert. Bsp.: \({}^{226}_{\ 88}\mathrm{Ra}\to{}^{222}_{\ 86}\mathrm{Rn}+{}^{4}_{2}\mathrm{He}\).
15
Nuklidkarte · Regel
Welchen Zug macht jeder Zerfall auf der Karte?
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Antwort
\(\alpha\): \(Z-2\), \(N-2\), \(A-4\) — zwei nach links, zwei nach unten.
\(\beta^-\): \(Z+1\), \(N-1\), \(A\) gleich — eine nach links, eine nach oben.
\(\beta^+\)/EC: \(Z-1\), \(N+1\), \(A\) gleich — eine nach rechts, eine nach unten.
\(\gamma\): ändert nichts, gleiches Kästchen.
Bei \(\beta^-\) wird im Kern ein Neutron zum Proton, \(Z\) steigt — die negative Ladung geht nach außen.
\(\beta^-\): \(Z+1\), \(N-1\), \(A\) gleich — eine nach links, eine nach oben.
\(\beta^+\)/EC: \(Z-1\), \(N+1\), \(A\) gleich — eine nach rechts, eine nach unten.
\(\gamma\): ändert nichts, gleiches Kästchen.
Bei \(\beta^-\) wird im Kern ein Neutron zum Proton, \(Z\) steigt — die negative Ladung geht nach außen.
16
Nuklidkarte · Überblick
Die vier Zerfallsreihen
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Definition
Nur \(\alpha\) ändert \(A\), und zwar um 4 → der Rest \(A\bmod 4\) ist Erhaltungsgröße, deshalb genau vier Reihen:
4n Thorium \({}^{232}\mathrm{Th}\to{}^{208}\mathrm{Pb}\) · 4n+1 Neptunium \({}^{237}\mathrm{Np}\to{}^{209}\mathrm{Bi}\) (ausgestorben) · 4n+2 Uran-Radium \({}^{238}\mathrm{U}\to{}^{206}\mathrm{Pb}\) · 4n+3 Uran-Actinium \({}^{235}\mathrm{U}\to{}^{207}\mathrm{Pb}\).
U-Ra: \(\Delta A=32\) → 8 \(\alpha\), damit \(Z=76\), Ziel 82 → 6 \(\beta^-\).
4n Thorium \({}^{232}\mathrm{Th}\to{}^{208}\mathrm{Pb}\) · 4n+1 Neptunium \({}^{237}\mathrm{Np}\to{}^{209}\mathrm{Bi}\) (ausgestorben) · 4n+2 Uran-Radium \({}^{238}\mathrm{U}\to{}^{206}\mathrm{Pb}\) · 4n+3 Uran-Actinium \({}^{235}\mathrm{U}\to{}^{207}\mathrm{Pb}\).
U-Ra: \(\Delta A=32\) → 8 \(\alpha\), damit \(Z=76\), Ziel 82 → 6 \(\beta^-\).
17
Nuklid-Größen · Schreibweise
\({}^{A}_{Z}\mathrm{X}\) — was steht wo?
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Antwort
$$A=Z+N\qquad N=A-Z$$\(A\) links oben = Massenzahl (Zahl aller Nukleonen, eine Anzahl, keine Masse). \(Z\) links unten = Ordnungszahl = Protonenzahl, sie legt das Element fest. Die Neutronenzahl \(N\) steht nie dabei — sie ist immer Rechenaufgabe. Bsp.: \({}^{238}_{\ 92}\mathrm{U}\) hat \(N=146\). Nur zwei der drei Zahlen sind unabhängig; \(Z\) darf man weglassen („Uran-238").
18
Nuklid-Größen · Formel
Masse und Ladung eines Kerns
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Antwort
$$m_\text{Kern}\approx A\cdot u\qquad Q_\text{Kern}=Z\cdot e$$\(u=1{,}6605\cdot10^{-27}\,\mathrm{kg}\) (ein Zwölftel der Masse eines \({}^{12}\mathrm C\)-Atoms), \(e=1{,}602\cdot10^{-19}\,\mathrm C\). Masse genähert, Ladung exakt: jedes Proton trägt genau \(1\,e\), Neutronen nichts. Bsp. \({}^{40}_{19}\mathrm K\): \(Q=3{,}04\cdot10^{-18}\,\mathrm C\), \(m\approx 6{,}64\cdot10^{-26}\,\mathrm{kg}\).
19
Nuklid-Größen · Begriff
Isotope, Isobare, Isotone
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Definition
Isotope — gleiches \(Z\), verschiedenes \(N\): \({}^{12}_{\,6}\mathrm C\)/\({}^{14}_{\,6}\mathrm C\), waagerechte Zeile. Chemisch identisch, physikalisch verschieden.
Isobare — gleiches \(A\): \({}^{14}_{\,6}\mathrm C\)/\({}^{14}_{\,7}\mathrm N\), Diagonale.
Isotone — gleiches \(N\): \({}^{13}_{\,6}\mathrm C\)/\({}^{14}_{\,7}\mathrm N\) (je \(N=7\)), senkrechte Spalte.
Vergleichsreihenfolge: erst \(Z\), dann \(A\), zuletzt \(N=A-Z\).
Isobare — gleiches \(A\): \({}^{14}_{\,6}\mathrm C\)/\({}^{14}_{\,7}\mathrm N\), Diagonale.
Isotone — gleiches \(N\): \({}^{13}_{\,6}\mathrm C\)/\({}^{14}_{\,7}\mathrm N\) (je \(N=7\)), senkrechte Spalte.
Vergleichsreihenfolge: erst \(Z\), dann \(A\), zuletzt \(N=A-Z\).
20
Nuklid-Größen · Begriff
Massendefekt
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Definition
Ein Kern ist stets etwas leichter als die Summe seiner Nukleonen; die Differenz hängt über \(E=mc^2\) mit der Bindungsenergie zusammen. Bsp. \({}^{90}_{38}\mathrm{Sr}\): \(38\cdot1{,}00728\,u+52\cdot1{,}00866\,u=90{,}73\,u\), also 0,8 % über \(90\,u\) — real sind es \(\approx 89{,}9\,u\). Beide Effekte wirken gegeneinander, deshalb ist \(m\approx A\cdot u\) brauchbar, aber nie exakt.
21
Strahlungsarten · Begriff
\(\alpha\), \(\beta^-\), \(\gamma\) — was fliegt da jeweils?
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Definition
\(\alpha\): Heliumkern \({}^{4}_{2}\mathrm{He}\) (2 p + 2 n), Ladung \(+2e\), schwer und langsam.
\(\beta^-\): schnelles Elektron, Ladung \(-e\), rund 7000-mal leichter als ein \(\alpha\)-Teilchen; entsteht, wenn im Kern ein Neutron zum Proton wird.
\(\gamma\): elektromagnetische Welle (Photon) ohne Ladung und Ruhemasse, mit Lichtgeschwindigkeit — ein angeregter Kern gibt überschüssige Energie ab.
\(\beta^-\): schnelles Elektron, Ladung \(-e\), rund 7000-mal leichter als ein \(\alpha\)-Teilchen; entsteht, wenn im Kern ein Neutron zum Proton wird.
\(\gamma\): elektromagnetische Welle (Photon) ohne Ladung und Ruhemasse, mit Lichtgeschwindigkeit — ein angeregter Kern gibt überschüssige Energie ab.
22
Strahlungsarten · Begriff
Reichweite und Abschirmung
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Definition
\(\alpha\): stärkste Ionisierung, wenige Zentimeter Luft, ein Blatt Papier stoppt vollständig.
\(\beta\): mittlere Ionisierung, einige Meter Luft, wenige Millimeter Aluminium.
\(\gamma\): schwächste Ionisierung, sehr große Reichweite, dickes Blei oder Beton schwächt nur ab.
Ionisierungsvermögen und Reichweite sind stets gegenläufig. Außerhalb des Körpers ist \(\gamma\) das Problem, innerhalb \(\alpha\).
\(\beta\): mittlere Ionisierung, einige Meter Luft, wenige Millimeter Aluminium.
\(\gamma\): schwächste Ionisierung, sehr große Reichweite, dickes Blei oder Beton schwächt nur ab.
Ionisierungsvermögen und Reichweite sind stets gegenläufig. Außerhalb des Körpers ist \(\gamma\) das Problem, innerhalb \(\alpha\).
23
Strahlungsarten · Formel
\(r = \;?\) — Bahnradius im Magnetfeld
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Antwort
$$r=\frac{m\cdot v}{q\cdot B}$$\(\gamma\) fliegt geradeaus (\(q=0\), keine Lorentzkraft). \(\alpha\) (\(+2e\)) und \(\beta^-\) (\(-e\)) werden in entgegengesetzte Richtungen abgelenkt — die Richtung verrät das Ladungsvorzeichen. Großes \(m\) → großer Radius: \(\alpha\) ist nur schwach, \(\beta^-\) (rund 7000-mal leichter) stark gekrümmt.
24
Strahlungsarten · Formel
Abschwächung durch Blei: \(I = \;?\)
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Antwort
$$I=I_0\left(\tfrac12\right)^{n},\quad n=\frac{d}{d_{1/2}},\quad d_{1/2}=\frac{\ln 2}{\mu}$$Auch \(I(d)=I_0e^{-\mu d}\). \(n\) zählt die Halbierungen und ist Exponent, kein Divisor. Bsp.: Blei mit \(d_{1/2}=12\,\mathrm{mm}\), \(I_0=800\,\tfrac1{\mathrm s}\), \(d=36\,\mathrm{mm}\) → \(n=3\) → \(I=100\,\tfrac1{\mathrm s}\). Für 5 % braucht man \(n\approx4{,}3\), also \(d\approx52\,\mathrm{mm}\). \(\gamma\) wird nie null.
25
Halbleiterdetektor · Aufbau
Halbleiterdetektor — wie ist er aufgebaut?
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Definition
Eine pn-Diode in Sperrrichtung (Pluspol an die n-Seite). Die Sperrschicht (Raumladungszone) ist frei von beweglichen Ladungsträgern und das einzige empfindliche Volumen; ihr eingebautes Feld sammelt jedes Elektron-Loch-Paar ein, bevor es rekombiniert. Die Sperrspannung steuert nur die Breite der Schicht — sie verstärkt nichts. Im p- und n-Gebiet entstehen zwar Träger, sie liefern aber keinen sauberen Impuls.
26
Halbleiterdetektor · Formel
\(N_\text{Paare} = \;?\)
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Antwort
$$N_\text{Paare}=\frac{E}{E_\text{Paar}}\qquad Q=N_\text{Paare}\cdot e$$\(E_\text{Paar}\approx 3{,}6\,\mathrm{eV}\) in Silizium — eine feste Materialkonstante. Bsp.: \(\alpha\) mit \(5{,}4\,\mathrm{MeV}\) → \(N=1{,}5\cdot10^{6}\) Paare → \(Q\approx 2{,}4\cdot10^{-13}\,\mathrm C=0{,}24\,\mathrm{pC}\). eV geteilt durch eV ergibt eine reine Anzahl — hier wird geteilt, nicht multipliziert.
27
Halbleiterdetektor · Begriff
Impulshöhe \(h\) oder Impulsrate \(n\)?
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Definition
\(h\) — Impulshöhe: Energie eines Teilchens. \(h\propto\) Paarzahl \(\propto E\), sie bestimmt die Stelle auf der Energieachse.
\(n\) — Impulsrate: Impulse pro Sekunde, also die Zahl der Teilchen. Sie verdoppelt sich bei doppelter Aktivität, sinkt bei größerem Abstand und sagt nichts über die Einzelenergie.
Beim Geiger-Müller-Zählrohr sind alle Impulse gleich hoch — es zählt, es misst keine Energie.
\(n\) — Impulsrate: Impulse pro Sekunde, also die Zahl der Teilchen. Sie verdoppelt sich bei doppelter Aktivität, sinkt bei größerem Abstand und sagt nichts über die Einzelenergie.
Beim Geiger-Müller-Zählrohr sind alle Impulse gleich hoch — es zählt, es misst keine Energie.
28
Halbleiterdetektor · Vergleich
Warum löst der Halbleiter besser auf als das Zählrohr?
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Antwort
$$\frac{\Delta N}{N}=\frac{1}{\sqrt N}$$\(E_\text{Paar}\): Silizium 3,6 eV gegen Zählgas 30 eV → 8,3-mal mehr Träger, Schwankung \(\sqrt{8{,}3}\approx2{,}9\)-mal kleiner. Bei \(1{,}0\,\mathrm{MeV}\): Gas \(N=3{,}3\cdot10^{4}\) → 0,55 %, Silizium \(N=2{,}8\cdot10^{5}\) → 0,19 %; die Peaks werden rund dreimal schmaler. Längere Messzeit hilft nicht — sie verbessert nur die Zählstatistik.
29
Alpha-Spektrum · Begriff
Vielkanalanalysator und Spektrum
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Definition
Der Vielkanalanalysator teilt den Höhenbereich in Kanäle, ordnet jeden Impuls nach seiner Höhe einem Kanal zu und zählt dort +1. Im Histogramm steht auf x die Energie, auf y die Häufigkeit: Lage → Energie, Fläche → Häufigkeit, Breite → Energieauflösung des Detektors. \(\alpha\)-Teilchen einer Gruppe sind monoenergetisch: scharfe Linien, ein Fingerabdruck des Nuklids.
30
Alpha-Spektrum · Formel
Kalibrierung: \(E = \;?\)
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Antwort
$$E=m\cdot K+b,\quad m=\frac{\Delta E}{\Delta K},\quad b=E_1-m\,K_1$$Bsp.: Kanal 120 ↔ 4,20 MeV und Kanal 480 ↔ 6,00 MeV → \(m=\frac{1{,}80}{360}=0{,}0050\,\tfrac{\mathrm{MeV}}{\text{Kanal}}\), \(b=3{,}60\,\mathrm{MeV}\). Rückwärts: \(K=(E-b)\div m\) — erst \(b\) abziehen, dann teilen. Ein Kanal ist noch keine Energie; mit \(b=0\) verschiebt sich das ganze Spektrum.
31
Alpha-Spektrum · Formel
Relative Häufigkeit \(h_\text{rel}\)
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Antwort
$$h_\text{rel}=\frac{A_\text{Peak}}{\sum A}$$Man nimmt die Peakfläche, nicht die Peakhöhe: bei schlechterer Auflösung wird ein Peak breiter und niedriger, die Fläche bleibt gleich. Bsp.: Flächen 2400 und 7600 bei \(\sum A=10\,000\) → 24 % und 76 %. Häufigkeiten immer relativ angeben — die Messdauer ändert nur die absoluten Zählwerte.
32
Alpha-Spektrum · Begriff
Feinstruktur — was verraten zwei enge Linien?
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Definition
Derselbe Zerfall, zwei Übergänge: bei 5,49 MeV entsteht der Tochterkern im Grundzustand (das \(\alpha\) bekommt die gesamte Energie), bei 5,30 MeV bleibt er angeregt. Die Differenz geht als \(\gamma\)-Quant fort: \(E_\gamma=5{,}49-5{,}30=0{,}19\,\mathrm{MeV}=190\,\mathrm{keV}\).
Die Peakbreite (rund 40 keV) kommt vom Detektor, nicht von der Strahlung — Linienenergien werden nie addiert.
Die Peakbreite (rund 40 keV) kommt vom Detektor, nicht von der Strahlung — Linienenergien werden nie addiert.
33
Energie-Häufigkeit · Überblick
Drei Formen im Energie-Häufigkeits-Diagramm
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Definition
\(\alpha\): wenige scharfe Linien, typisch 4 bis 9 MeV — Zweikörperzerfall, die Erhaltungssätze legen die Aufteilung fest.
\(\beta\): lückenloses Band von fast 0 bis \(E_\text{max}\) — Dreikörperzerfall mit Neutrino.
\(\gamma\): scharfe Photopeaks, oft einige hundert keV — Übergänge zwischen diskreten Kernniveaus.
Erst die Form lesen, dann die Energieskala.
\(\beta\): lückenloses Band von fast 0 bis \(E_\text{max}\) — Dreikörperzerfall mit Neutrino.
\(\gamma\): scharfe Photopeaks, oft einige hundert keV — Übergänge zwischen diskreten Kernniveaus.
Erst die Form lesen, dann die Energieskala.
34
Energie-Häufigkeit · Formel
Warum ist das \(\beta\)-Spektrum ein Band?
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Antwort
$$E_\text{Elektron}+E_\text{Neutrino}=E_\text{max}=\text{const}$$Beim Dreikörperzerfall teilen sich Elektron und Antineutrino die feste Energie beliebig → alle Werte \(0\le E_\text{e}\le E_\text{max}\). Bsp.: \(E_\text{max}=1{,}44\,\mathrm{MeV}\), \(E_\text{e}=0{,}52\,\mathrm{MeV}\) → \(E_\nu=0{,}92\,\mathrm{MeV}\). Am Bandende gilt \(E_\text{max}=Q\) — das ist die obere Grenze, nicht der Mittelwert. Energie geht nie verloren.
35
Energie-Häufigkeit · Werte
Fünf Energien der Größe nach
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Antwort
\(\gamma\) von \({}^{99m}\mathrm{Tc}\) 140 keV = 0,14 MeV (Nuklearmedizin) < \(\beta\)-Elektron am Bandende 0,60 MeV < \(\gamma\) von \({}^{60}\mathrm{Co}\) 1,17 MeV < \(\alpha\) von \({}^{238}\mathrm{U}\) 4,2 MeV < \(\alpha\) von \({}^{212}\mathrm{Po}\) 8,8 MeV.
Die Form trennt \(\beta\) sicher, die Energieskala trennt \(\alpha\) zuverlässig — \(\beta\) und \(\gamma\) überlappen. Einheiten immer erst umrechnen.
Die Form trennt \(\beta\) sicher, die Energieskala trennt \(\alpha\) zuverlässig — \(\beta\) und \(\gamma\) überlappen. Einheiten immer erst umrechnen.
36
Energie-Häufigkeit · Deutung
Befund → Schluss: Was liest du aus dem Diagramm?
→ klicken zum Umdrehen
Antwort
Band bis 0,6 MeV → \(\beta\), und 0,6 MeV \(=E_\text{max}=Q\).
Linie bei 5,5 MeV → \(\alpha\).
Linie bei 662 keV → \(\gamma\)-Übergang.
Elektron mit 0,05 MeV → das Neutrino trägt fast alles.
Elektron mit 0,60 MeV → das Neutrino geht leer aus (seltener Grenzfall).
\(\gamma\)-Linien neben \(\alpha\)-Linien sprechen nicht für zwei Nuklide — ein angeregter Tochterkern genügt.
Linie bei 5,5 MeV → \(\alpha\).
Linie bei 662 keV → \(\gamma\)-Übergang.
Elektron mit 0,05 MeV → das Neutrino trägt fast alles.
Elektron mit 0,60 MeV → das Neutrino geht leer aus (seltener Grenzfall).
\(\gamma\)-Linien neben \(\alpha\)-Linien sprechen nicht für zwei Nuklide — ein angeregter Tochterkern genügt.
Nichts mehr übrig!
In dieser Auswahl liegt keine Karte mehr — wechsle den Filter oder setze die Markierungen zurück.
Tipp zum Lernen
Geh die Karten kapitelweise durch: eine Kategorie filtern, alles einmal umdrehen, dann jede Karte ehrlich auf „kann ich" oder „nochmal" setzen. In der zweiten Runde filterst du auf Nur „nochmal" und mischst — wer die Reihenfolge auswendig kann, kann noch lange nicht den Inhalt. Dein Stand wird im Browser gespeichert.
Tastatur: Tab zur ersten Karte, Leertaste zum Umdrehen, ← → zum Blättern, K für „kann ich", N für „nochmal".
