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Kondensator und Kapazität

Ein Kondensator speichert Ladung. Wie viel er bei gegebener Spannung fasst, beschreibt seine Kapazität \(C = \dfrac{Q}{U}\).

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Der Kondensator als Ladungsspeicher

Ein Kondensator besteht aus zwei Leitern, die sich gegenüberstehen, ohne sich zu berühren. Legt man eine Spannung an, verschiebt die Quelle Elektronen von der einen Platte zur anderen: Die eine trägt danach \(+Q\), die andere genau so viel \(-Q\). Insgesamt bleibt der Kondensator neutral — mit „der Ladung \(Q\)“ ist deshalb immer der Betrag auf einer Platte gemeint.

Definition
Kondensator
Ein Bauteil aus zwei leitenden Flächen, die durch einen Isolator voneinander getrennt sind. Er speichert Ladung, indem er sie auf die beiden Flächen trennt.
Dielektrikum
Der Isolator zwischen den Platten — Luft, Vakuum, Kunststofffolie, Papier oder Keramik. Er verhindert, dass die Ladung überspringt, und beeinflusst zugleich, wie viel Ladung der Kondensator fasst.

Ladung eines Kondensators: Gemeint ist immer der Betrag \(Q\) auf einer Platte. Die Gesamtladung des Bauteils ist und bleibt null, denn \((+Q)+(-Q)=0\).

  • Zwei Platten:Zwei leitende Flächen, die sich möglichst großflächig gegenüberstehen.
  • Ein Zwischenraum:Das Dielektrikum hält die Platten auf Abstand, damit die Ladung nicht überspringt.
  • Zwei Anschlüsse:Über sie wird der Kondensator geladen und später wieder entladen.
  • Gespeicherte Energie:Zwischen den Platten spannt sich ein elektrisches Feld auf — dort steckt die Energie.
Schnitt durch einen Plattenkondensator
+Q Dielektrikum −Q elektrisches Feld ++++−−−− Plattenfläche A von der Seite gesehen Plattenabstand d Schaltzeichen im Stromkreis
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Die Kapazität \(C = \dfrac{Q}{U}\)

Die gespeicherte Ladung \(Q\) ist proportional zur angelegten Spannung \(U\): doppelte Spannung, doppelte Ladung. Trägt man \(Q\) über \(U\) auf, ergibt sich eine Ursprungsgerade — ihre Steigung ist der Proportionalitätsfaktor, die Kapazität.

Merke

Die Kapazität \(C=\dfrac{Q}{U}\) gibt an, wie viel Ladung ein Kondensator pro Volt speichert. Sie ist eine Eigenschaft des Bauteils und ändert sich nicht, wenn man \(U\) oder \(Q\) verändert. Einheit: \([C]=\mathrm{F}\) (Farad), und \(1\,\mathrm F=1\,\mathrm{\dfrac{C}{V}}\).

Q über U: die Steigung ist die Kapazität
024681012 100200300400500600 Spannung U in V Ladung Q in nC ΔU = 6,0 V ΔQ = 300 nC C =ΔQΔU= 50 nF C = 50 nF C = 20 nF Doppelte Spannung → doppelte Ladung. Beide Geraden starten im Ursprung; der steilere Graph gehört zum Kondensator mit der größeren Kapazität.
  • Ablesen:Die Steigung der Q-U-Geraden ist die Kapazität — ein Steigungsdreieck genügt.
  • Farad ist groß:\(1\,\mathrm F\) wäre ein Coulomb pro Volt; übliche Bauteile liegen zwischen Pikofarad und Millifarad.
  • Vorsätze im Kopf:\(1\,\mathrm{pF}=10^{-12}\,\mathrm F\), \(1\,\mathrm{nF}=10^{-9}\,\mathrm F\), \(1\,\mu\mathrm F=10^{-6}\,\mathrm F\), \(1\,\mathrm{mF}=10^{-3}\,\mathrm F\).
  • Größenordnung prüfen:Ein Ergebnis von mehreren Farad für ein daumengroßes Bauteil ist fast immer ein Umrechnungsfehler.
Bauform und Größenordnung
Keramik- und Folienkondensator 1 pF – 10 µF Elektrolytkondensator 0,1 µF – 100 mF Superkondensator 0,1 F – 1000 F 1 pF1 nF1 µF1 mF1 F1000 F Große Kapazität entsteht durch viel Fläche auf engem Raum:aufgerollte Folien, hauchdünne Oxidschichten, poröse Elektroden.
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Kapazität aus dem Aufbau berechnen

Beim Plattenkondensator hängt die Kapazität nur von der Bauform ab. Ein Isolator im Zwischenraum richtet seine Moleküle im Feld aus; ihre Randladungen wirken den Plattenladungen entgegen und schwächen das Feld. Bei gleicher Ladung bleibt eine kleinere Spannung übrig — die Kapazität steigt um den Faktor \(\varepsilon_r\).

Formel

Plattenkondensator

\(C=\varepsilon_0\,\varepsilon_r\,\dfrac{A}{d}\)
\(A\): Plattenfläche, \(d\): Abstand, \(\varepsilon_0=8{,}85\cdot10^{-12}\,\mathrm{\dfrac{F}{m}}\), \(\varepsilon_r\): Dielektrizitätszahl (Zahl ohne Einheit)
  • Plattenfläche A:Steht im Zähler — doppelte Fläche, doppelte Kapazität.
  • Plattenabstand d:Steht im Nenner — je enger die Platten stehen, desto größer wird \(C\).
  • Dielektrizitätszahl \(\varepsilon_r\):Vergrößert \(C\) um genau diesen Faktor — ohne Umbau der Geometrie.
  • Was nicht zählt:Spannung, Ladung und Plattenmaterial kommen in der Formel nicht vor.
Warum ein Dielektrikum die Kapazität vergrößert
Beide Kondensatoren tragen dieselbe Ladung Q. ohne Dielektrikum (Luft) +++++−−−−− volles Feld → große Spannung U₀ C₀ =QU₀ mit Dielektrikum (εᵣ = 5) +++++−−−−− −−−−− +++++ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ −+ schwächeres Feld → kleinere Spannung U C = εᵣ · C₀
Dielektrizitätszahl \(\varepsilon_r\) einiger Stoffe
Stoff zwischen den Platten\(\varepsilon_r\)
Vakuum1 (exakt)
Luft≈ 1,0006 — in Aufgaben rundet man auf 1
Papier≈ 2,3
Glas, Glimmer≈ 6
Wasser≈ 81
Beispiel

Folienkondensator: Zwei Aluminiumfolien von je \(A=250\,\mathrm{cm^2}\) sind durch eine \(d=0{,}20\,\mathrm{mm}\) dicke Kunststofffolie mit \(\varepsilon_r=3{,}0\) getrennt. Umgerechnet ist \(A=2{,}5\cdot10^{-2}\,\mathrm{m^2}\) und \(d=2{,}0\cdot10^{-4}\,\mathrm m\), also \(C=8{,}85\cdot10^{-12}\cdot3{,}0\cdot\dfrac{2{,}5\cdot10^{-2}}{2{,}0\cdot10^{-4}}\,\mathrm F\approx3{,}3\cdot10^{-9}\,\mathrm F=3{,}3\,\mathrm{nF}\). Beachte die Flächenumrechnung: \(250\,\mathrm{cm^2}\) sind \(0{,}025\,\mathrm{m^2}\), denn bei Flächen wirkt der Faktor 100 zweimal.

Die Formel \(C=\varepsilon_0\varepsilon_r\dfrac{A}{d}\) enthält drei Stellschrauben, die unterschiedlich stark auf die Kapazität wirken.

Kapazitäts-Baukasten

Der Balken unten zeigt, wo der Kondensator mit den eingestellten Werten auf der Kapazitätsskala landet.

Seitenansicht — die Platten sind von der Kante her zu sehen. A = 150 cm² d = 1,5 mm C = ε₀ εᵣ ·Ad = 88,5 pF 1 pF10 pF100 pF1 nF10 nF100 nF hier Kapazitätsskala — jeder Schritt ist der Faktor 10.
Fläche A
150 cm²
Abstand d
1,5 mm
Dielektrikum
Luft (εᵣ = 1)
Kapazität C
88,5 pF

Fläche 150 Quadratzentimeter, Abstand 1,5 Millimeter, Luft, Kapazität 88,5 Pikofarad.

Modell: gerechnet wird mit \(C=\varepsilon_0\varepsilon_r\dfrac{A}{d}\), also ohne Randeffekte am Plattenrand. Die Zeichnung ist nicht maßstäblich — reale Kondensatoren haben Abstände von Bruchteilen eines Millimeters. Beachte, wie wenig die Fläche bringt (Faktor 16 über den ganzen Regler) und wie stark der Abstand wirkt.

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Allgemeine Hinweise

C ändert sich nicht mit U

In \(C=\varepsilon_0\varepsilon_r\tfrac{A}{d}\) kommen weder Spannung noch Ladung vor. Mehr Spannung speichert mehr Ladung, aber \(C\) bleibt gleich — es ist eine Eigenschaft des Bauteils.

Bei Flächen zählt 100 zweimal

\(250\,\mathrm{cm^2}=0{,}025\,\mathrm{m^2}\), denn bei Flächen wirkt der Faktor 100 zweimal. Auch \(0{,}20\,\mathrm{mm}=2{,}0\cdot 10^{-4}\,\mathrm{m}\) muss vor dem Einsetzen stimmen.

Größenordnung gegenprüfen

Übliche Bauteile liegen zwischen pF und mF. Kommen für ein daumengroßes Bauteil mehrere Farad heraus, steckt fast immer ein Umrechnungsfehler in \(A\) oder \(d\).

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