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Messung der Feldstärke

Kein Gerät zeigt die Feldstärke direkt an: Man bringt eine bekannte Probeladung ins Feld, misst die Kraft und rechnet zurück.

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Vorüberlegung und Versuchsaufbau

Es gibt kein Messgerät, das man ins Feld hält und das die Feldstärke direkt anzeigt: Messen lassen sich nur die Probeladung \(q\) und die Kraft \(F\), die auf sie wirkt — die Feldstärke berechnet man anschließend mit \(E = \dfrac{F}{q}\). Damit das gelingt, muss die Probeladung vier Bedingungen erfüllen — sonst misst man entweder gar nichts oder etwas anderes als das ursprüngliche Feld.

  • Bekannt:\(q\) muss vorher bestimmt sein, sonst lässt sich \(\dfrac{F}{q}\) nicht bilden.
  • Klein im Betrag:Je weniger Ladung sie trägt, desto weniger verändert sie das Feld, das sie messen soll.
  • Klein in der Ausdehnung:Sie soll das Feld an einem Ort abtasten, nicht über viele Orte mitteln.
  • Positiv:Üblich, weil die Richtung von \(E\) über eine positive Probeladung festgelegt ist.
Eine zu große Probeladung verbiegt das Feld
Die Probeladung soll das Feld abtasten, nicht verändern kleine Probeladung — Feld bleibt gerade + Ihr eigenes Feld fällt nicht ins Gewicht. zu große Probeladung — Feld wird verbogen + Ihr eigenes Feld überlagert das Messfeld. Man misst dann nicht mehr das Feld, das ohne die Probe vorhanden wäre.

Gemessen wird im Plattenkondensator: Dort ist das Feld homogen, die Kraft also an jedem Ort gleich groß. Die Probe hängt an einem starren Arm, der Kraftsensor zeigt die Kraft auf sie im Millinewton-Bereich an.

Versuchsaufbau: in drei Schritten zur Feldstärke
Die Probeladung hängt im homogenen Feld, der Sensor misst die Kraft auf sie + − F + Probeladung q 20,0 mN Kraftsensor 1 Probeladung einbringen Bekannte Ladung q ins Feld › 2 Kraft messen Kraftsensor zeigt F in mN an › 3 Feldstärke berechnen E = F q
Feldstärke aus der Messung
\(E=\dfrac{F_\text{gem}}{q_\text{Probe}}\)
\(F_\text{gem}\)

Die am Kraftmesser abgelesene Kraft in Newton (N), vor dem Einsetzen aus mN umrechnen.

\(q_\text{Probe}\)

Die bekannte Probeladung in Coulomb (C), vor dem Einsetzen aus nC oder \(\mu\mathrm C\) umrechnen.

Kontrolle

Mehrere Probeladungen ergeben am selben Ort denselben Wert für \(E\).

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Die Messung durchführen

Mehrere Messungen der Kraft auf die Probeladung liefern den Quotienten \(\dfrac{F}{q}\) — die gesuchte Feldstärke.

Virtuelle Feldstärke-Messung

+ − + 20,0 mN 0 25 50 Kraftsensor (mN)
Probeladung q
4 µC
Gemessene Kraft F
20 mN
Feldstärke \(E = \dfrac{F}{q}\)
–
Messreihe
\(q\) in \(\mathrm{\mu C}\)\(F\) in \(\mathrm{mN}\)\(E = \dfrac{F}{q}\) in \(\mathrm{\dfrac{N}{C}}\)
Noch keine Messung.

Aus mehreren Messungen wird ein belastbares Ergebnis — darauf kommt es dabei an:

  • \(F\) ist proportional zu \(q\): Der Quotient \(\dfrac{F}{q}\) ergibt jedes Mal denselben Wert — die Feldstärke \(E\).
  • Im \(F\)-\(q\)-Diagramm liegen die Messpunkte auf einer Ursprungsgeraden; ihre Steigung ist \(E\).
  • Erst umrechnen, dann teilen: \(1\,\mathrm{mN}=0{,}001\,\mathrm{N}\) und \(1\,\mathrm{\mu C}=10^{-6}\,\mathrm{C}\).
  • Der Mittelwert mehrerer Messungen ist genauer als eine Einzelmessung; gerundet wird erst zum Schluss.
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Allgemeine Hinweise

Erst umrechnen dann teilen

\(1\,\mathrm{mN}=10^{-3}\,\mathrm{N}\), \(1\,\mu\mathrm{C}=10^{-6}\,\mathrm{C}\). Aus 20 mN und 4 µC folgt \(E=5000\,\mathrm{\frac{N}{C}}\) — mit stehen gelassenen Vorsätzen liegst du um \(10^{3}\) daneben.

Zu große Probeladung verbiegt das Feld

Die Probe soll das Feld abtasten, nicht verändern. Ist ihre Ladung zu groß, überlagert ihr eigenes Feld das Messfeld — du misst dann nicht mehr die ursprüngliche Anordnung.

Ursprungsgerade und Mittelwert

Ohne Ladung wirkt keine Kraft, deshalb geht die Ausgleichsgerade im \(F\)-\(q\)-Diagramm durch den Ursprung; ihre Steigung ist \(E\). Mittle mehrere Messungen und runde erst zum Schluss.

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