Erklärung — wo das Gas leuchtet
Warum entstehen Schichten?
Ein Elektron sammelt auf seinem Weg Energie. Sobald es \(\Delta E\) beisammen hat, stoßt es inelastisch — immer an derselben Stelle:
- Erste Schicht:Dort, wo das Elektron zum ersten Mal \(\Delta E\) erreicht hat. Es regt ein Atom an, das aufleuchtet, und läuft fast energielos weiter.
- Nachladen:Danach beschleunigt das Feld es erneut. Nach einer weiteren gleich langen Strecke hat es wieder \(\Delta E\) — zweite Schicht.
- Regelmäßiges Muster:So entstehen mehrere Leuchtschichten in gleichen Abständen — ein räumliches Abbild der Stromeinbrüche.
Zahl und Lage der Schichten
Beides folgt direkt aus der Energiebilanz:
- Anzahl:So oft, wie \(\Delta E\) in die Gesamtenergie \(eU\) passt: \(n=\lfloor eU/\Delta E\rfloor\). Bei \(U=45\,\text{V}\) sind das zwei Schichten.
- Lage der \(k\)-ten Schicht:Beim Bruchteil \(x_k/L=k\,\Delta E/(eU)\) der Strecke. Je größer \(U\), desto kleiner dieser Bruchteil.
- Wanderung:Erhöht man \(U\), rücken alle Schichten näher zur Kathode — und weiter hinten ist Platz für eine neue.
Strom und Licht — zwei Blicke auf dasselbe
Kennlinie und Leuchtbild gehören untrennbar zusammen:
- Einbruch = Schicht:Jede Spannung, bei der ein neuer Stromeinbruch auftritt, ist die Spannung, bei der eine weitere Leuchtschicht erscheint.
- Neon statt Quecksilber:Neons größere Portion (\(18{,}7\) statt \(4{,}9\,\text{eV}\)) und seine sichtbaren Nachfolgeübergänge machen das Leuchten sichtbar.
- Helligkeit:Mehr Spannung → mehr Elektronen und mehr Anregungen → die Schichten werden heller, nicht farbiger.
Oben siehst du das Neon-Rohr mit seinen Leuchtschichten, unten die Energie-Rampe: Wo sie eine Schwelle \(k\cdot\Delta E\) kreuzt, entsteht eine Schicht. Bei höherer Spannung \(U\) wandern die Schichten zur Kathode, und neue kommen hinzu.
eU = 24,0 eV reicht für 1 Leuchtschicht. Die erste sitzt bei 78 % der Strecke; steigt U, wandert sie zur Kathode und weitere kommen hinzu. Nächste bei 37,4 V.
| Leuchtschichten \(n\) | – |
| 1. Schicht bei (K→G) | – |
| nächste Schicht bei | – |
| Anregung Neon \(\Delta E\) | – |
\(n=\left\lfloor\dfrac{eU}{\Delta E}\right\rfloor\qquad\text{und}\qquad \dfrac{x_k}{L}=\dfrac{k\,\Delta E}{eU}\quad(k=1,2,\dots,n)\)
\(\Delta E\approx 18{,}7\,\text{eV}\) ist die Anregungsenergie von Neon, \(eU\) die am Gitter erreichte Elektronenenergie (Volt = eV), \(L\) der Abstand Kathode–Gitter und \(x_k\) die Lage der \(k\)-ten Schicht von der Kathode aus. Größeres \(U\) verkleinert jeden Bruchteil \(x_k/L\) → die Schichten rücken zur Kathode.
So zählst du die Schichten
Wie viele Leuchtschichten zeigt das Neon-Rohr bei \(U=45\,\text{V}\), und bei welcher Spannung kommt die nächste hinzu?
So bestimmst du die Lage einer Schicht
An welcher Stelle der Strecke Kathode→Gitter sitzt die erste Schicht bei \(U=37{,}5\,\text{V}\)?
Allgemeine Hinweise
Abrunden nicht vergessen
Die Zahl der Schichten ist immer eine ganze Zahl: \(n=\lfloor eU/\Delta E\rfloor\). Bei \(eU=2{,}9\,\Delta E\) sind es zwei, nicht drei Schichten.
Position ist ein Bruchteil
\(x_k/L\) ist eine Zahl zwischen 0 und 1. Multipliziere mit der Rohrlänge (oder \(100\,\%\)), um die Lage anzugeben.
Wanderung zur Kathode
Mehr Spannung → kleinerer Bruchteil → Schichten näher an der Kathode. Gegen die Fahrtrichtung der Elektronen.
Vertiefung
In der interaktiven Franck-Hertz-Simulation kannst du zwischen Quecksilber und Neon umschalten und siehst zugleich die Kennlinie und die Leuchtschichten — ideal, um den Zusammenhang selbst nachzuvollziehen.
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