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Die Solarzelle

Dieselbe Sperrschicht, derselbe pn-Übergang — nur andersherum gedacht. Wo die LED aus Strom Licht macht, macht die Solarzelle aus einfallendem Licht elektrischen Strom.

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Einstieg — Der Vorgang rückwärts

Bei der LED fällt ein Elektron herunter und ein Photon fliegt weg. Bei der Solarzelle kommt ein Photon an — und hebt ein Elektron nach oben.

  • LED:Ein Elektron rekombiniert mit einem Loch, fällt auf ein niedrigeres Energieniveau und gibt die Energiedifferenz als Photon ab.
  • Solarzelle:Ein Photon überträgt seine Energie auf ein gebundenes Elektron — das reißt sich los und ist frei beweglich.
  • Gleicher Kern:Beide Bauteile sind ein pn-Übergang mit Sperrschicht; verschieden ist nur die Richtung, in die die Energie fließt.
  • Deshalb erzeugt sogar eine gewöhnliche LED im Licht eine winzige Spannung.
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Erklärung — Aufbau: ein sehr großer, sehr flacher pn-Übergang

Eine Solarzelle ist gebaut wie eine Diode mit riesiger Fläche — damit möglichst viel Licht die Sperrschicht erreicht.

Von der Seite betrachtet ist eine Siliziumzelle ein Stapel aus wenigen Schichten.

  • Antireflexschicht:Ganz oben; sie verhindert, dass Silizium etwa ein Drittel des Lichts zurückwirft, und gibt der Zelle ihre blauschwarze Farbe.
  • Kontaktfinger:Feines Metallgitter auf der Vorderseite — dünn, damit es wenig Licht verdeckt, und dicht genug für kurze Wege der Elektronen.
  • n-Schicht:Nur wenige Tausendstel Millimeter dick, damit das Licht bis zur Sperrschicht durchkommt.
  • Sperrschicht:Die Mitte der Zelle — hier passiert das Entscheidende.
  • p-Schicht und Rückkontakt:Die dicke p-Schicht trägt die Zelle, der ganzflächige Metallkontakt darunter muss kein Licht durchlassen.

Funktion: Paar erzeugen, Paar trennen

In der Sperrschicht entsteht aus Licht ein Ladungsträgerpaar — und ein Feld, das schon vorher da ist, trennt es sofort.

  • Paar erzeugen:Ein Photon mit ausreichender Energie löst ein Elektron aus seiner Bindung; zurück bleibt eine Lücke — es entsteht immer ein Elektron-Loch-Paar.
  • Eingebautes Feld:In der Sperrschicht herrscht von selbst ein elektrisches Feld, weil an der Grenze von p- und n-Gebiet Ladungen zurückgeblieben sind.
  • Paar trennen:Das Feld schiebt die beiden neuen Ladungsträger sofort in entgegengesetzte Richtungen, bevor sie rekombinieren können.
  • Arbeit leisten:Über einen Verbraucher fließen die Elektronen außen zurück zur p-Seite und treiben dort Motor, Akku oder Lampe an.
Ladungstrennung in der Sperrschicht
Elektron → n-Seite (Minuspol) · Loch → p-Seite (Pluspol)
Feld

Trennt die Paare, bevor sie wieder rekombinieren können.

Oben sammelt sich negative, unten positive Ladung an.

Genau diese Ladungstrennung ist die Spannung der Solarzelle.

Kenngrößen einer Siliziumzelle

Was eine einzelne Siliziumzelle liefert — und warum daraus Module werden
Größetypischer Wertwovon hängt es ab?
Leerlaufspannung einer Zelle0,5 bis 0,6 Vvom Material Silizium — nicht von der Größe der Zelle
Kurzschlussstromstärkeeinige Amperevon der Fläche und von der Bestrahlungsstärke
Modulspannung (36 Zellen in Reihe)etwa 18 bis 21 Vvon der Anzahl der in Reihe geschalteten Zellen
Wirkungsgrad handelsüblicher Modulerund 20 %von der Zelltechnik
  • Spannung:Hängt allein am Material — eine riesige Zelle liefert nicht mehr Volt als eine briefmarkengroße.
  • Stromstärke:Wächst mit der Fläche; große Zellen liefern mehr Ampere.
  • Reihenschaltung:Wer höhere Spannungen braucht, schaltet viele Zellen hintereinander — deshalb besteht jedes Modul aus einem Raster gleich großer Einzelzellen.

Bestrahlungsstärke und Ausrichtung

Wie viel eine Anlage liefert, hängt an Bestrahlungsstärke und Ausrichtung.

  • Bestrahlungsstärke:Klarer Sommermittag etwa 1000 Watt pro Quadratmeter, trüber Novembertag nur rund 100.
  • Wirkung:Die Stromstärke fällt ungefähr im gleichen Verhältnis mit, die Spannung bleibt dagegen erstaunlich stabil.
  • Ausrichtung:Schräg einfallende Strahlen verteilen sich auf mehr Fläche — auf der Nordhalbkugel zeigen Anlagen nach Süden und stehen etwa 30 bis 35 Grad geneigt.
  • Verschattung:Schon der Schatten eines einzigen Kaminaufsatzes kostet spürbar Leistung.

Du blickst von der Seite in eine Solarzelle hinein. In der Sperrschicht erzeugt jedes ankommende Photon ein Elektron-Loch-Paar, das eingebaute Feld trennt die beiden sofort. Mehrere Zellen in Reihe erhöhen die Spannung des Moduls — achte darauf, welche Größe dabei wächst und welche nicht.

Solarzellen-Labor

1000 W/m²
1 Zelle
Verbraucher Rückkontakt (+) p-Schicht Sperrschicht n-Schicht (dünn) Kontaktfinger (−) Antireflexschicht 1 Zelle

Zwei Beobachtungen lohnen sich besonders. Erstens: Nimmst du das Licht weg, bleibt zwar das Feld in der Sperrschicht bestehen, aber es entstehen keine Paare mehr — ohne Photonen kein Strom. Zweitens: Schaltest du Zellen in Reihe, wächst die Spannung Zelle für Zelle, die Stromstärke bleibt gleich. Genau so entsteht aus 0,5-Volt-Zellen ein Modul mit brauchbarer Spannung.

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Hinweise — Worauf du achten solltest

Drei Punkte, die bei der Solarzelle regelmäßig durcheinandergehen.

Hinweis

Größer heißt nicht mehr Spannung. Die Leerlaufspannung liegt bei Silizium immer bei 0,5 bis 0,6 V — mehr Fläche bringt nur mehr Stromstärke.

Hinweis

Nicht die Wärme macht den Strom. Die Zelle arbeitet mit der Energie einzelner Photonen; wird sie heiß, sinken Spannung und Leistung sogar.

Hinweis

Solarzelle ist nicht Solarthermie. Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom, ein Solarkollektor auf dem Dach erwärmt dagegen nur Wasser.

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