Ein einziges Fremdatom auf eine Million Siliziumatome genügt, um die Leitfähigkeit um Zehnerpotenzen zu ändern — und man kann sich aussuchen, wer den Strom trägt.
In der Chemie gilt Reinheit als Ziel. In der Halbleitertechnik stellt man erst höchstreines Silizium her — und verunreinigt es dann mit größter Sorgfalt.
Alles hängt daran, ob das Fremdatom ein Außenelektron zu viel oder eines zu wenig mitbringt.
Ein Fremdatom wird an Stelle eines Siliziumatoms ins Gitter eingebaut — nicht dazwischengeschoben.
Man verwendet fünfwertige Atome mit fünf Außenelektronen: Phosphor oder Arsen.
Jetzt umgekehrt: dreiwertige Atome mit nur drei Außenelektronen — Bor, Aluminium oder Gallium.
| n-Dotierung | p-Dotierung | |
|---|---|---|
| Fremdatome | fünfwertig: Phosphor, Arsen | dreiwertig: Bor, Aluminium, Gallium |
| Außenelektronen | 5 (eines zu viel) | 3 (eines zu wenig) |
| Was entsteht | ein fast freies Elektron | ein Loch in einer Bindung |
| Name des Fremdatoms | Donator (Spender) | Akzeptor (Aufnehmer) |
| Majoritätsladungsträger | Elektronen (negativ) | Löcher (positiv) |
| Gesamtladung des Kristalls | neutral | neutral |
Hier passiert der häufigste Denkfehler des Kapitels: „n-dotiert“ klingt nach „negativ geladen“ — ist es aber nicht.
Fünfwertig dotiert (Donatoren): die beweglichen Ladungsträger sind Elektronen.
Dreiwertig dotiert (Akzeptoren): die beweglichen Ladungsträger sind Löcher.
n und p sagen nichts über die Gesamtladung — beide Kristalle sind nach außen neutral.
Hier baust du selbst: Ein Fremdatom ersetzt jeweils ein Siliziumatom im Gitter. Beim fünfwertigen Phosphor entsteht ein überzähliges Elektron, beim dreiwertigen Bor eine offene Bindung mit einem Loch. Die Zähler und der Leitfähigkeitsbalken zeigen die Wirkung sofort.
Zwei Beobachtungen sind wichtig. Erstens bleibt die Anzeige „Gesamtladung: neutral“ immer stehen, egal wie viele Fremdatome du einbaust — jedes Fremdatom bringt seine eigene Kernladung mit. Zweitens brauchst du erstaunlich wenige Fremdatome, damit der Leitfähigkeitsbalken deutlich ausschlägt. Im echten Kristall genügt eines auf eine Million.
Drei Formulierungen, die in Arbeiten immer wieder falsch auftauchen.
n-dotiert heißt nicht negativ geladen. Jedes Fremdatom ist selbst neutral — das n sagt nur, dass die beweglichen Ladungsträger negativ sind.
Beim Dotieren werden ganze Atome ausgetauscht, keine Elektronen hinzugefügt oder weggenommen. Das übrige oder fehlende Elektron ist die Folge der Wertigkeit.
Im p-Material gibt es auch Elektronen. Die Eigenleitung läuft weiter — entscheidend ist nur, welche Sorte überwiegt (Majorität und Minorität).