Eine Schicht im Reinraum
AFB I–IIEine Mikrotechnologin arbeitet in einem Werk mit Dreischichtbetrieb; eine Schicht dauert 8 Stunden. In ihrer Schicht durchlaufen 240 Wafer mit je 500 Chips ihre Anlage. Die Ausbeute liegt bei 92 %.
- Geben Sie zwei Aufgaben an, die eine Mikrotechnologin im Reinraum übernimmt.
- Ermitteln Sie, wie viele gute Chips in ihrer Schicht die Anlage verlassen.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Zwei aus: Fertigungsanlagen einrichten und bedienen; Prozessparameter überwachen und nachregeln; Proben und Schichten messen und prüfen; Störungen erkennen und melden; Arbeitsschritte und Messwerte dokumentieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Chips insgesamt: \( 240 \cdot 500 = 120\,000 \).
Gute Chips: \( 120\,000 \cdot 0{,}92 = 110\,400 \).
Antwort: In einer Schicht verlassen rund 110 400 brauchbare Chips die Anlage.
Drei Wege, ein Werk
AFB II–IIIEin Halbleiterwerk stellt drei Wege vor. Weg 1: Ausbildung zum Mikrotechnologen, drei Jahre, Ausbildungsvergütung, spätere Arbeit an den Anlagen im Reinraum. Weg 2: Ausbildung zur Physiklaborantin, dreieinhalb Jahre, spätere Arbeit im Messlabor. Weg 3: Bachelorstudium Elektrotechnik, danach Arbeit in der Prozess- und Schaltungsentwicklung. Gleichzeitig meldet das Werk seine offenen Stellen: 60 in der Fertigung, 8 im Labor, 15 in der Entwicklung.
- Ordnen Sie den drei Wegen jeweils den Bereich mit den passenden offenen Stellen zu.
- Werten Sie aus, wie sich die offenen Stellen prozentual auf die drei Bereiche verteilen.
- Bewerten Sie, ob sich aus dieser Stellenverteilung allein eine Empfehlung für einen der drei Wege ableiten lässt.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Weg 1 → Fertigung (60 Stellen), Weg 2 → Labor (8 Stellen), Weg 3 → Entwicklung (15 Stellen). Begründung: Der spätere Arbeitsort ist im jeweiligen Weg bereits genannt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gesamt: \( 60 + 8 + 15 = 83 \) Stellen.
Fertigung: \( \dfrac{60}{83} \approx 0{,}723 = 72{,}3\,\% \).
Labor: \( \dfrac{8}{83} \approx 0{,}096 = 9{,}6\,\% \).
Entwicklung: \( \dfrac{15}{83} \approx 0{,}181 = 18{,}1\,\% \).
Gesamtaussage: Fast drei Viertel der offenen Stellen entfallen auf die Fertigung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Ein begründetes Urteil lautet: Nein, allein daraus folgt keine Empfehlung. Argumente: Die Zahlen gelten nur für ein Werk und nur für den heutigen Tag; bis zum Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums vergehen drei bis sechs Jahre, in denen sich der Bedarf ändert; die absolute Stellenzahl sagt nichts über die Bewerberzahl je Stelle; und vor allem entscheidet die eigene Eignung und Neigung darüber, ob jemand die Tätigkeit langfristig ausüben will.
Als vollständig gilt eine Antwort, die mindestens zwei dieser Kriterien nennt und daraus ein eindeutiges Urteil formuliert — etwa: Die Stellenverteilung ist ein Hinweis auf den aktuellen Bedarf, aber kein hinreichender Grund für eine Berufswahl.
