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Typische Fehler

Zwölf Stellen, an denen in dieser Arbeit die meisten Punkte verloren gehen — und wie du sie umgehst.

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Die 12 häufigsten Fehler

1Die Geschwindigkeit wird in km/h eingesetzt

So wird oft gerechnet: Ein Auto mit 1000 kg fährt 54 km/h: \( E_{\mathrm{kin}} = \frac{1}{2} \cdot 1000 \cdot 54^2 = 1\,458\,000\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( 54\,\mathrm{km/h} : 3{,}6 = 15\,\mathrm{m/s} \), also \( E_{\mathrm{kin}} = \frac{1}{2} \cdot 1000\,\mathrm{kg} \cdot (15\,\mathrm{m/s})^2 = 112\,500\,\mathrm{J} \).

Joule kommt nur mit m/s heraus. Wer km/h einsetzt, liegt um den Faktor \( 3{,}6^2 \approx 13 \) daneben.

2Das Quadrat wird auf das ganze Produkt angewendet

So wird oft gerechnet: \( E_{\mathrm{kin}} = \left(\frac{1}{2} \cdot 4\,\mathrm{kg} \cdot 3\,\mathrm{m/s}\right)^2 = 36\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: Nur \( v \) wird quadriert: \( E_{\mathrm{kin}} = \frac{1}{2} \cdot 4\,\mathrm{kg} \cdot (3\,\mathrm{m/s})^2 = \frac{1}{2} \cdot 4 \cdot 9\,\mathrm{J} = 18\,\mathrm{J} \).

Punkt vor Strich, Potenz vor Punkt: Das Quadrat gehört nur zu \( v \) bzw. zu \( s \).

3Der Faktor ½ wird vergessen

So wird oft gerechnet: Feder mit \( D = 200\,\mathrm{N/m} \), \( s = 0{,}1\,\mathrm{m} \): \( E_{\mathrm{spann}} = 200 \cdot 0{,}1^2 = 2\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( E_{\mathrm{spann}} = \frac{1}{2} \cdot 200\,\mathrm{N/m} \cdot (0{,}1\,\mathrm{m})^2 = 1\,\mathrm{J} \).

Zweimal Quadrat, zweimal ½: Bewegungs- und Spannenergie haben beide den Faktor ½.

4Die Masse steht in Gramm in der Formel

So wird oft gerechnet: Ein Tennisball mit 58 g und 30 m/s: \( E_{\mathrm{kin}} = \frac{1}{2} \cdot 58 \cdot 30^2 = 26\,100\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( 58\,\mathrm{g} = 0{,}058\,\mathrm{kg} \), also \( E_{\mathrm{kin}} = \frac{1}{2} \cdot 0{,}058\,\mathrm{kg} \cdot (30\,\mathrm{m/s})^2 = 26{,}1\,\mathrm{J} \).

In Energieformeln steht die Masse immer in Kilogramm — Gramm durch 1000, Tonnen mal 1000.

5Die Dehnung bleibt in Zentimetern

So wird oft gerechnet: \( D = 500\,\mathrm{N/m} \), \( s = 4\,\mathrm{cm} \): \( E_{\mathrm{spann}} = \frac{1}{2} \cdot 500 \cdot 4^2 = 4000\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( s = 0{,}04\,\mathrm{m} \): \( E_{\mathrm{spann}} = \frac{1}{2} \cdot 500\,\mathrm{N/m} \cdot (0{,}04\,\mathrm{m})^2 = 0{,}4\,\mathrm{J} \).

Zentimeter im Quadrat verfälschen das Ergebnis um den Faktor 10 000 — erst in Meter umrechnen.

6Der Ortsfaktor fehlt in der Lageenergie

So wird oft gerechnet: Ein 3-kg-Paket auf einem 2 m hohen Regal: \( E_{\mathrm{pot}} = m \cdot h = 3 \cdot 2 = 6\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( E_{\mathrm{pot}} = m \cdot g \cdot h = 3\,\mathrm{kg} \cdot 9{,}81\,\mathrm{N/kg} \cdot 2\,\mathrm{m} \approx 58{,}9\,\mathrm{J} \).

Ohne \( g \) kommt kg · m heraus — keine Energieeinheit. Die Einheitenprobe deckt den Fehler sofort auf.

7Beim Umstellen nach \( v \) fehlt die Wurzel

So wird oft gerechnet: \( E_{\mathrm{kin}} = 50\,\mathrm{J} \), \( m = 1\,\mathrm{kg} \): \( v = \frac{2 \cdot 50}{1} = 100\,\mathrm{m/s} \)

Richtig ist: \( v^2 = \frac{2 \cdot E}{m} = 100\,\mathrm{m^2/s^2} \), also \( v = \sqrt{100\,\mathrm{m^2/s^2}} = 10\,\mathrm{m/s} \).

Aus \( v^2 \) wird erst durch die Wurzel \( v \). Kontrolle: Die Einheit muss m/s sein, nicht m²/s².

8Schwere Körper sollen schneller fallen

So wird oft gerechnet: „Eine 10-kg-Kugel aus 5 m Höhe kommt mit der doppelten Geschwindigkeit an wie eine 5-kg-Kugel.“

Richtig ist: Aus \( m \cdot g \cdot h = \frac{1}{2} \cdot m \cdot v^2 \) kürzt sich \( m \): \( v = \sqrt{2 \cdot g \cdot h} = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot 5}\,\mathrm{m/s} \approx 9{,}9\,\mathrm{m/s} \) für beide Kugeln.

Ohne Luftreibung hängt die Fallgeschwindigkeit nur von der Höhe ab, nicht von der Masse.

9Bei der Achterbahn wird die absolute Höhe statt des Höhenunterschieds benutzt

So wird oft gerechnet: Wagen startet aus dem Stand auf 40 m, gesucht ist \( v \) auf dem 25-m-Hügel: \( v = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot 25}\,\mathrm{m/s} \approx 22{,}1\,\mathrm{m/s} \)

Richtig ist: Entscheidend ist der Höhenunterschied 40 m − 25 m = 15 m: \( v = \sqrt{2 \cdot 9{,}81 \cdot 15}\,\mathrm{m/s} \approx 17{,}2\,\mathrm{m/s} \).

In Bewegungsenergie umgewandelt wird nur die Lageenergie, die zwischen den beiden Punkten abgegeben wird.

10Energie gilt als verbraucht und verschwunden

So wird oft gerechnet: „Beim Bremsen wird die Bewegungsenergie vernichtet, deshalb gilt der Energieerhaltungssatz hier nicht.“

Richtig ist: Die Bewegungsenergie wird durch die Reibungsarbeit \( E = F \cdot s \) in innere Energie von Bremsscheiben, Reifen und Luft umgewandelt. Die Gesamtenergie bleibt erhalten.

Energie wird nie vernichtet — sie wird umgewandelt und dabei entwertet.

11Die Zeit steht in Minuten oder Stunden in \( E_{\mathrm{el}} = U \cdot I \cdot t \)

So wird oft gerechnet: Föhn an 230 V mit 6 A, 10 min lang: \( E_{\mathrm{el}} = 230 \cdot 6 \cdot 10 = 13\,800\,\mathrm{J} \)

Richtig ist: \( t = 10\,\mathrm{min} = 600\,\mathrm{s} \): \( E_{\mathrm{el}} = 230\,\mathrm{V} \cdot 6\,\mathrm{A} \cdot 600\,\mathrm{s} = 828\,000\,\mathrm{J} = 828\,\mathrm{kJ} \).

V · A · s ergibt J — nur mit Sekunden kommt Joule heraus.

12Joule werden durch 1000 in Kilowattstunden umgerechnet

So wird oft gerechnet: \( 7\,200\,000\,\mathrm{J} = 7200\,\mathrm{kWh} \)

Richtig ist: \( 1\,\mathrm{kWh} = 3\,600\,000\,\mathrm{J} \), also \( 7\,200\,000\,\mathrm{J} : 3\,600\,000 = 2\,\mathrm{kWh} \).

Durch 1000 kommst du nur zu Kilojoule. Für Kilowattstunden teilst du durch 3,6 Millionen.