Schirmbild im Physikraum
AFB I–IIEin Funktionsgenerator ist an ein Oszilloskop angeschlossen. Die Zeitablenkung steht auf 2 ms je Kästchen, die Y-Ablenkung auf 1 V je Kästchen. Auf dem Schirm ist eine vollständige Schwingung 5 Kästchen breit; der höchste Punkt der Kurve liegt 3,5 Kästchen über dem Nullstrich.
- Lesen Sie aus dem Schirmbild die Periodendauer \(T\) und den Scheitelwert \(\hat{U}\) ab.
- Berechnen Sie daraus die Frequenz \(f\) und den Effektivwert \(U_{\text{eff}}\).
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Waagerecht: \(T = 5 \cdot 2\,\text{ms} = 10\,\text{ms}\). Senkrecht: \(\hat{U} = 3{,}5 \cdot 1\,\text{V} = 3{,}5\,\text{V}\). Antwort: Die Periodendauer beträgt 10 ms, der Scheitelwert 3,5 V.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(T = 10\,\text{ms} = 0{,}010\,\text{s}\), also \(f = \tfrac{1}{0{,}010\,\text{s}} = 100\,\text{Hz}\). Effektivwert: \(U_{\text{eff}} = \tfrac{3{,}5\,\text{V}}{\sqrt{2}} \approx 2{,}47\,\text{V}\). Antwort: Die Spannung schwingt mit 100 Hz; ein Voltmeter würde rund 2,5 V anzeigen.
230 V aus der Steckdose
AFB II–IIIAuf einem Netzteil steht „230 V ~ / 50 Hz / 1100 W“. Ein Techniker schließt ein Oszilloskop an die Steckdose an: Zeitablenkung 5 ms je Kästchen, Y-Ablenkung 100 V je Kästchen. Auf dem Schirm ist eine vollständige Schwingung 4 Kästchen breit, der höchste Punkt liegt 3,25 Kästchen über dem Nullstrich. Ein Kunststoffteil im Gerät ist laut Datenblatt bis 250 V spannungsfest.
- Erläutern Sie, warum ein Voltmeter an der Steckdose 230 V anzeigt, obwohl das Oszilloskop deutlich höhere Spitzen zeigt.
- Bestätigen Sie mit dem Schirmbild die Angaben 230 V und 50 Hz auf dem Netzteil.
- Beurteilen Sie, ob das bis 250 V spannungsfeste Kunststoffteil für den Betrieb am Netz geeignet ist.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Das Voltmeter zeigt den Effektivwert an: diejenige Gleichspannung, die an einem Widerstand dieselbe Leistung umsetzen würde. Die Wechselspannung durchläuft dagegen ständig Werte zwischen \(-\hat{U}\) und \(+\hat{U}\) und erreicht die Spitze nur kurz. Es gilt \(\hat{U}=U_{\text{eff}}\cdot\sqrt{2}\), hier also rund 325 V bei 230 V Anzeige.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(T = 4 \cdot 5\,\text{ms} = 20\,\text{ms} = 0{,}020\,\text{s}\), daraus \(f = \tfrac{1}{0{,}020\,\text{s}} = 50\,\text{Hz}\). Scheitelwert: \(\hat{U} = 3{,}25 \cdot 100\,\text{V} = 325\,\text{V}\), also \(U_{\text{eff}} = \tfrac{325\,\text{V}}{\sqrt{2}} \approx 230\,\text{V}\). Beide Aufdrucke werden durch das Schirmbild bestätigt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Das Bauteil ist nicht geeignet: Am Netz treten in jeder Periode Spitzenwerte von rund 325 V auf, und 325 V > 250 V. Wer nur die 230 V vergleicht, übersieht den Scheitelwert. Vollständig ist die Antwort, wenn Û berechnet, mit 250 V verglichen und daraus ein begründetes Urteil abgeleitet wird — etwa der Hinweis, dass ein Teil mit mindestens 400 V Spannungsfestigkeit nötig wäre.
