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Übung — AFB III (Verallgemeinern und Reflektieren)

Behauptungen widerlegen, zwischen zwei Lösungswegen entscheiden, Grenzen einer Formel benennen: Hier zählt nicht die Zahl am Ende, sondern der Satz, mit dem du sie begründest.

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Aufgabenblock — AFB III

Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Weniger Gewichtskraft auf dem Mond — auch weniger Masse?
AFB III

Beurteilen Sie in drei bis vier Sätzen, ob Lena recht hat: „Eine Astronautin mit 60 kg hängt sich auf der Erde an einen Federkraftmesser und liest 589 N ab, auf dem Mond nur 96 N. Also hat sie auf dem Mond weniger Masse.“ Geben Sie außerdem an, welches Messgerät Sie mitnehmen würden, um Ihre Antwort auf dem Mond zu überprüfen.

Hinweis: Vergleichen Sie, welche der beiden Größen vom Ort abhängt — und überlegen Sie, was ein Federkraftmesser überhaupt anzeigt.

Strategie: Trennen Sie die beiden Größen sauber: die Masse m in Kilogramm und die Gewichtskraft FG in Newton. Prüfen Sie dann mit FG = m · g, welcher der drei Werte sich zwischen Erde und Mond tatsächlich ändert.Warum so? Nur wenn Masse und Gewichtskraft getrennt notiert sind, fällt auf, dass in der Formel ausschließlich der Ortsfaktor g wechselt.
Lösungsskizze: Ein Federkraftmesser misst eine Kraft, keine Masse · Erde: 60 kg · 9,81 N/kg ≈ 589 N · Mond: 60 kg · 1,6 N/kg = 96 N · in beiden Zeilen steht dieselbe Masse · geändert hat sich allein g · Kontrolle mit einer Balkenwaage, die die Masse mit Wägestücken vergleicht.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Lena verwechselt Masse und Gewichtskraft. Der Federkraftmesser zeigt eine Kraft in Newton an, also die Gewichtskraft, und für die gilt FG = m · g. Setzt man ein, so ergibt sich auf der Erde 60 kg · 9,81 N/kg ≈ 589 N und auf dem Mond 60 kg · 1,6 N/kg = 96 N: In beiden Rechnungen steht dieselbe Masse von 60 kg, geändert hat sich nur der Ortsfaktor g. Die Masse ist ein Maß für die Stoffmenge und deshalb ortsunabhängig — die Astronautin besteht auf dem Mond aus genau demselben Stoff wie vorher. Überprüfen ließe sich das mit einer Balkenwaage: Sie vergleicht die unbekannte Masse mit Wägestücken, und weil der Ortsfaktor auf beide Waagschalen gleich wirkt, zeigt sie auf dem Mond dasselbe Ergebnis wie auf der Erde. Der typische Fehler ist, das Alltagswort „Gewicht“ für beide Größen zu benutzen und die Anzeige eines Kraftmessers dann für eine Masse zu halten.

A2
Buch auf dem Tisch — Gleichgewicht oder Wechselwirkungspaar?
AFB III

Entscheiden Sie begründet, wer von beiden recht hat: Jan sagt: „Die Gewichtskraft des Buches und die Kraft, mit der der Tisch das Buch nach oben drückt, sind Kraft und Gegenkraft nach dem Wechselwirkungsprinzip.“ Mia sagt: „Das sind zwei Kräfte am selben Körper, also ein Kräftegleichgewicht.“ Benennen Sie zusätzlich den echten Wechselwirkungspartner der Gewichtskraft. Das Buch hat eine Masse von 0,5 kg.

Hinweis: Notieren Sie zu jeder Kraft, an welchem Körper sie angreift, und zählen Sie danach die beteiligten Körper.

Strategie: Schreiben Sie jede Kraft in der Form „Körper A zieht oder drückt Körper B“ auf. Vergleichen Sie dann, ob in beiden Sätzen dieselben zwei Körper auftauchen oder ob beide Kräfte am gleichen Körper angreifen.Warum so? Ein Wechselwirkungspaar wirkt immer an zwei verschiedenen Körpern, ein Kräftegleichgewicht immer an einem einzigen — das Abzählen der Körper entscheidet die Frage sicher.
Lösungsskizze: Kraft 1: Die Erde zieht das Buch, FG = 0,5 kg · 9,81 N/kg ≈ 4,9 N nach unten · Kraft 2: Der Tisch drückt das Buch mit 4,9 N nach oben · beide greifen am Buch an, also ein Körper, also Gleichgewicht mit Fres = 0 · nach dem Trägheitsprinzip bleibt das Buch in Ruhe · Partner der Gewichtskraft: Das Buch zieht die Erde · Partner der Tischkraft: Das Buch drückt auf den Tisch.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Mia hat recht. Beide von Jan genannten Kräfte greifen am Buch an: Die Erde zieht es mit FG = 0,5 kg · 9,81 N/kg ≈ 4,9 N nach unten, und der Tisch drückt es mit ebenso großer Kraft nach oben. Weil beide Kräfte am selben Körper wirken und sich zu Fres = 0 ergänzen, liegt ein Kräftegleichgewicht vor; nach dem Trägheitsprinzip bleibt das Buch deshalb in Ruhe. Ein Wechselwirkungspaar verteilt sich dagegen immer auf zwei verschiedene Körper: Der Partner der Gewichtskraft „Erde zieht Buch“ ist die Kraft „Buch zieht Erde“, und der Partner von „Tisch drückt Buch“ ist „Buch drückt auf den Tisch“. Der typische Fehler ist, jedes Paar gleich großer, entgegengesetzter Kräfte zum Wechselwirkungspaar zu erklären — entscheidend ist nicht der Betrag, sondern die Frage, an wie vielen Körpern die Kräfte angreifen.

A3
Bis wohin gilt das hookesche Gesetz?
AFB III

Beurteilen Sie in vier bis fünf Sätzen, ob die Angabe eines Herstellers brauchbar ist: „Unsere Feder hat die Federkonstante D = 2 N/cm. Damit lässt sich jede Kraft bestimmen, man rechnet einfach s = F : D; für F = 20 N sind also 10 cm Dehnung zu erwarten.“ Nutzen Sie dazu die Messreihe 2 N und 1,0 cm, 4 N und 2,0 cm, 6 N und 3,0 cm, 8 N und 4,0 cm, 10 N und 6,5 cm, 12 N und 10,0 cm.

Hinweis: Rechnen Sie für jede Zeile den Quotienten aus Kraft und Dehnung aus und achten Sie darauf, ab wann er nicht mehr konstant bleibt.

Strategie: Bestimmen Sie zu jedem Messwert D = F : s. Solange dieser Quotient gleich bleibt, liegen die Punkte im F-s-Diagramm auf einer Ursprungsgeraden; sobald er kleiner wird, ist die Proportionalität verletzt.Warum so? Das hookesche Gesetz F = D · s beschreibt nur den geraden Teil der Messkurve — der Quotient F : s zeigt sofort, wo dieser Teil endet.
Lösungsskizze: D = F : s ergibt bis 8 N viermal 2 N/cm · dann 10 N : 6,5 cm ≈ 1,5 N/cm und 12 N : 10,0 cm = 1,2 N/cm · ab etwa 8 N ist die Elastizitätsgrenze überschritten · die Feder verformt sich plastisch und kehrt nicht in ihre Ruhelänge zurück · die Vorhersage von 10 cm bei 20 N ist falsch, 10 cm treten schon bei 12 N auf · jeder Federkraftmesser hat deshalb einen begrenzten Messbereich.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Angabe stimmt nur für kleine Kräfte. Bis 8 N liefert der Quotient D = F : s jedes Mal denselben Wert von 2 N/cm, nämlich 2 N : 1,0 cm, 4 N : 2,0 cm, 6 N : 3,0 cm und 8 N : 4,0 cm; die Messpunkte liegen also auf einer Ursprungsgeraden, und das hookesche Gesetz F = D · s gilt. Ab 10 N bricht das zusammen, denn 10 N : 6,5 cm ergibt nur noch etwa 1,5 N/cm und 12 N : 10,0 cm sogar nur 1,2 N/cm. Die Feder ist über ihre Elastizitätsgrenze hinaus belastet worden und verformt sich plastisch: Sie kehrt nach dem Entlasten nicht mehr in ihre Ruhelänge zurück, und damit ist auch die Skala eines solchen Kraftmessers anschließend unbrauchbar. Die Vorhersage des Herstellers widerlegt die Messreihe unmittelbar, denn 10 cm Dehnung werden bereits bei 12 N erreicht und nicht erst bei 20 N. Der typische Fehler ist, F = D · s auf jede beliebige Kraft anzuwenden — die Formel gilt nur bis zur Elastizitätsgrenze, und genau deshalb ist bei jedem Federkraftmesser ein Messbereich angegeben.

A4
Werbeversprechen zum Flaschenzug
AFB III

Widerlegen Sie in vier bis fünf Sätzen, welcher Teil dieses Werbetextes falsch ist: „Mit unserem Flaschenzug mit vier tragenden Seilstücken heben Sie eine Last von 800 N mit nur einem Viertel der Kraft — und sind dabei viermal schneller fertig.“ Die Last soll 1,5 m angehoben werden. Übertragen Sie Ihr Ergebnis anschließend auf die lose Rolle und auf die schiefe Ebene.

Hinweis: Rechnen Sie neben der Kraft auch den Weg aus, den Sie am Seil einholen müssen.

Strategie: Berechnen Sie zuerst die Zugkraft mit F = FG : n und danach den Zugweg als n-faches der Hubhöhe. Multiplizieren Sie beide Werte und vergleichen Sie das Produkt mit FG · h.Warum so? Erst das Produkt aus Kraft und Weg zeigt, dass ein Kraftwandler nichts einspart, sondern nur umverteilt.
Lösungsskizze: F = 800 N : 4 = 200 N, die Kraftangabe stimmt also · Zugweg = 4 · 1,5 m = 6 m statt 1,5 m · 800 N · 1,5 m ist gleich 200 N · 6 m, das ist die Goldene Regel F1 · s1 = F2 · s2 · bei gleicher Ziehgeschwindigkeit dauert es viermal länger, nicht kürzer · lose Rolle: halbe Kraft, doppelter Weg · schiefe Ebene: F = FG · h : l ergibt mit 1,5 m und 6 m ebenfalls 200 N.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Angabe zur Kraft ist richtig, die Angabe zur Zeit ist falsch. Bei vier tragenden Seilstücken gilt F = FG : n = 800 N : 4 = 200 N, man zieht also tatsächlich nur mit einem Viertel der Kraft. Dafür muss das Seil um den vierfachen Weg eingeholt werden, nämlich 4 · 1,5 m = 6 m statt 1,5 m. Nach der Goldenen Regel der Mechanik bleibt das Produkt aus Kraft und Weg erhalten, denn 800 N · 1,5 m ergibt genauso viel wie 200 N · 6 m; wer mit derselben Geschwindigkeit zieht, braucht deshalb viermal so lange und ist gerade nicht viermal schneller fertig. Dasselbe Muster gilt für jeden Kraftwandler: Die lose Rolle halbiert die Kraft und verdoppelt den Weg, und an der schiefen Ebene liefert F = FG · h : l mit h = 1,5 m und l = 6 m ebenfalls 200 N. Der typische Fehler ist die Vorstellung, ein Kraftwandler spare Arbeit — er ändert nur den Betrag oder die Richtung der Kraft, und was man an Kraft gewinnt, gibt man am Weg wieder ab.

A5
Zwei Rechenwege für senkrechte Kräfte
AFB III

Entscheiden Sie begründet, welcher der beiden Rechenwege richtig ist: An einem Haken ziehen zwei Kräfte, F1 = 60 N waagerecht nach rechts und F2 = 80 N senkrecht dazu nach oben. Lea rechnet 60 N + 80 N = 140 N, Ben rechnet die Wurzel aus der Summe der Quadrate und erhält 100 N. Geben Sie außerdem an, in welchem Fall Leas Rechnung richtig gewesen wäre, und zwischen welchen Werten der Betrag der Resultierenden überhaupt liegen kann.

Hinweis: Eine Kraft ist erst mit Betrag und Richtung vollständig beschrieben — überlegen Sie, was mit den Richtungen passiert, wenn man nur die Zahlen addiert.

Strategie: Ordnen Sie die drei Fälle der Kräfteaddition: gleiche Richtung, entgegengesetzte Richtung und senkrecht zueinander. Prüfen Sie dann, welcher Fall hier vorliegt und welche Rechnung zu ihm gehört.Warum so? Sind die drei Fälle einmal getrennt, erkennt man an jeder Aufgabe sofort, ob addiert, subtrahiert oder der Satz des Pythagoras gebraucht wird.
Lösungsskizze: Zwei senkrechte Kraftpfeile spannen ein Rechteck auf, die Resultierende ist dessen Diagonale · Wurzel aus 3600 N² + 6400 N² = Wurzel aus 10000 N² = 100 N · Ben hat recht · 140 N wäre der Wert bei gleicher Richtung, 80 N − 60 N = 20 N der Wert bei entgegengesetzter Richtung · die Resultierende liegt also immer zwischen 20 N und 140 N · Beträge addieren darf man nur, wenn beide Pfeile in dieselbe Richtung zeigen.
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Musterlösung: Ben hat recht. Die beiden Kräfte stehen senkrecht aufeinander, ihre Pfeile spannen ein Rechteck auf, und die resultierende Kraft ist dessen Diagonale. Nach dem Satz des Pythagoras ergibt sich die Wurzel aus 3600 N² + 6400 N², also die Wurzel aus 10000 N² und damit Fres = 100 N. Leas Rechnung 60 N + 80 N = 140 N gilt nur für den Sonderfall, dass beide Kräfte in dieselbe Richtung zeigen; wären sie einander genau entgegengerichtet, müsste man 80 N − 60 N = 20 N rechnen. Verallgemeinert heißt das: Der Betrag der Resultierenden liegt stets zwischen 20 N und 140 N, und je größer der Winkel zwischen den beiden Kräften ist, desto kleiner fällt er aus. Der typische Fehler ist, Kräfte wie gewöhnliche Zahlen zu addieren und dabei zu übersehen, dass zu jeder Kraft neben dem Betrag auch eine Richtung gehört.

A6
Bremsen breite Reifen besser?
AFB III

Beurteilen Sie die Werbeaussage, mit der ein Reifenhersteller wirbt: „Unsere besonders breiten Reifen bremsen kürzer, weil eine größere Auflagefläche mehr Reibung erzeugt.“ Entwerfen Sie anschließend ein Experiment mit einem Holzklotz und einem Federkraftmesser, mit dem sich die behauptete Abhängigkeit überprüfen lässt.

Hinweis: Notieren Sie zuerst, wovon die Reibungskraft im Unterricht abhing und wovon nicht. Ein Experiment ist nur aussagekräftig, wenn Sie genau eine Größe verändern.

Strategie: Legen Sie die Liste der Einflussgrößen an: das Material der beiden Oberflächen und die Anpresskraft. Bauen Sie dann einen Versuch, in dem sich ausschließlich die Auflagefläche ändert, während Masse, Untergrund und Klotzmaterial gleich bleiben.Warum so? Nur ein Versuch, in dem eine einzige Größe verändert wird, kann eine solche Behauptung stützen oder widerlegen.
Lösungsskizze: Die Reibungskraft hängt vom Material der Oberflächen und von der Anpresskraft ab, nicht von der Auflagefläche und nicht von der Geschwindigkeit · Versuch: einen Quader mit verschieden großen Seitenflächen mit waagerecht gehaltenem Federkraftmesser gleichmäßig über denselben Tisch ziehen, zuerst auf der breiten, dann auf der schmalen Seite · Erwartung: dieselbe Anzeige · Gegenprobe: Wägestück auflegen, die Anzeige steigt, also entscheidet die Anpresskraft · kürzere Bremswege haben andere Gründe, etwa die größere Haftreibung des rollenden gegenüber der Gleitreibung des blockierten Rades.
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Musterlösung: Die Begründung des Herstellers ist falsch. Die Reibungskraft hängt vom Material der beiden Oberflächen und von der Anpresskraft ab, nicht von der Größe der Auflagefläche und auch nicht von der Geschwindigkeit. Prüfen lässt sich das so: Man zieht einen quaderförmigen Holzklotz, dessen Seitenflächen deutlich verschieden groß sind, mit einem waagerecht gehaltenen Federkraftmesser gleichmäßig über denselben Tisch und liest die Gleitreibungskraft ab, zuerst auf der breiten und dann auf der schmalen Seite liegend. Masse, Klotzmaterial und Untergrund bleiben dabei unverändert, verändert wird allein die Auflagefläche; nach mehreren Messungen zeigt der Kraftmesser innerhalb der Messgenauigkeit denselben Wert, und damit ist die Behauptung widerlegt. Als Gegenprobe legt man ein Wägestück auf den Klotz: Nun steigt die Anzeige deutlich, weil die Anpresskraft größer geworden ist. Der typische Fehler ist, von „mehr Fläche“ direkt auf „mehr Reibung“ zu schließen; dass ein Reifen trotzdem besser bremsen kann, liegt an anderen Größen — zum Beispiel daran, dass ein rollendes Rad die größere Haftreibung nutzt, während ein blockiertes Rad nur die kleinere Gleitreibung hat.

A7
Zwei Zahlen auf Plausibilität prüfen
AFB III

Schätzen Sie ab und begründen Sie, welche Zahlen in dieser Heftnotiz nicht stimmen können: „Mein gefüllter Schulrucksack hat eine Gewichtskraft von etwa 500 N. Damit gehe ich die 3 km zur Schule in 10 Minuten, also mit 18 m/s.“ Nennen Sie zu jeder falschen Zahl den richtigen Wert.

Hinweis: Für die erste Zahl helfen die Größenvorstellungen aus dem Unterricht, für die zweite die Umrechnung zwischen m/s und km/h.

Strategie: Schätzen Sie die Masse des Rucksacks in Kilogramm und rechnen Sie mit FG = m · g. Bestimmen Sie danach die Geschwindigkeit mit v = s : t, nachdem Sie Kilometer in Meter und Minuten in Sekunden umgerechnet haben.Warum so? Wer beide Größen selbst überschlägt, erkennt Zahlendreher und Einheitenfehler, ohne die Rechnung des anderen im Einzelnen nachvollziehen zu müssen.
Lösungsskizze: Rucksack etwa 5 kg, also FG = 5 kg · 9,81 N/kg ≈ 50 N · 500 N gehörten zu rund 51 kg, also zu mehr als der halben Gewichtskraft eines Menschen von etwa 800 N · 1 N ist etwa die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, 500 Tafeln passen in keinen Rucksack · v = 3000 m : 600 s = 5 m/s · mit dem Faktor 3,6 sind das 18 km/h · die 18 ist der Wert in km/h, nicht in m/s · 18 m/s wären 64,8 km/h.
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Musterlösung: Beide Zahlen sind zu groß, und zwar aus verschiedenen Gründen. Ein gefüllter Schulrucksack hat eine Masse von etwa 5 kg, seine Gewichtskraft beträgt damit FG = 5 kg · 9,81 N/kg ≈ 50 N. Die genannten 500 N gehörten zu einer Masse von rund 51 kg; das ist mehr als die halbe Gewichtskraft eines Menschen von etwa 800 N, und da 1 N ungefähr der Gewichtskraft einer Tafel Schokolade entspricht, müssten 500 solcher Tafeln im Rucksack liegen. Die zweite Zahl ist ein Einheitenfehler: Aus v = s : t folgt mit 3 km = 3000 m und 10 min = 600 s die Geschwindigkeit 3000 m : 600 s = 5 m/s, und das sind mit dem Faktor 3,6 genau 18 km/h. Die 18 steht also in km/h und nicht in m/s, denn 18 m/s wären 64,8 km/h und damit Autotempo in der Stadt. Der typische Fehler ist, Zahlenwerte ohne einen Vergleich mit bekannten Größen zu übernehmen und beim Umrechnen den Faktor 3,6 in die falsche Richtung anzuwenden.

A8
Zwei Vorschläge für eine festsitzende Mutter
AFB III

Entscheiden Sie begründet, welcher der beiden Vorschläge mehr bringt, und verallgemeinern Sie, welche Größe am Hebel wirklich entscheidet: Ein Schraubenschlüssel ist 15 cm lang, gezogen wird mit 210 N. Vorschlag A lautet, mit der doppelten Kraft am selben Schlüssel zu ziehen. Vorschlag B lautet, ein Rohr aufzustecken, sodass der Hebelarm 45 cm beträgt, und weiterhin mit 210 N zu ziehen.

Hinweis: Vergleichen Sie nicht die Kräfte allein, sondern jeweils das Produkt aus Kraft und Abstand von der Drehachse.

Strategie: Berechnen Sie für den Ausgangszustand und für beide Vorschläge das Produkt aus Kraft und Hebelarm. Prüfen Sie danach mit dem Hebelgesetz F1 · l1 = F2 · l2, welche Kraft am 45 cm langen Hebel für dieselbe Wirkung nötig wäre.Warum so? Das Produkt aus Kraft und Hebelarm macht die beiden Vorschläge direkt vergleichbar, obwohl sich einmal die Kraft und einmal die Länge ändert.
Lösungsskizze: Ausgangszustand: 210 N · 15 cm = 3150 N·cm · Vorschlag A: 420 N · 15 cm = 6300 N·cm, also das Doppelte · Vorschlag B: 210 N · 45 cm = 9450 N·cm, also das Dreifache · B ist wirksamer und dazu bequemer, denn 420 N einhändig sind kaum aufzubringen · für dieselbe Wirkung wie am Anfang genügen am langen Hebel 3150 N·cm : 45 cm = 70 N · entscheidend ist das Produkt aus Kraft und Hebelarm, nicht die Kraft allein · dafür legt die Hand den dreifachen Weg zurück.
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Musterlösung: Vorschlag B bringt mehr. Im Ausgangszustand wirkt das Produkt 210 N · 15 cm = 3150 N·cm; Vorschlag A verdoppelt es auf 420 N · 15 cm = 6300 N·cm, Vorschlag B verdreifacht es auf 210 N · 45 cm = 9450 N·cm. B ist also nicht nur wirksamer, sondern auch bequemer, denn eine Zugkraft von 420 N entspricht der Gewichtskraft von etwa 43 kg und ist einhändig kaum aufzubringen, während die 210 N unverändert bleiben. Nach dem Hebelgesetz F1 · l1 = F2 · l2 würden am 45 cm langen Hebel sogar 3150 N·cm : 45 cm = 70 N ausreichen, um genau dieselbe Wirkung wie am Anfang zu erzielen. Verallgemeinert entscheidet am Hebel nicht die Kraft allein, sondern ihr Produkt mit dem Abstand von der Drehachse — deshalb ist ein Nussknacker mit langen Griffen wirksamer als einer mit kurzen. Umsonst ist auch das nicht: Die Hand am dreifach langen Hebel legt den dreifachen Weg zurück, genau wie es die Goldene Regel der Mechanik verlangt.

A9
Was Gurt, Airbag und Knautschzone wirklich verändern
AFB III

Widerlegen Sie in vier bis fünf Sätzen, den folgenden Satz aus einem Autoprospekt: „Dank Gurt, Airbag und Knautschzone wirken bei einem Aufprall aus 50 km/h keine Kräfte mehr auf die Insassen.“ Erklären Sie dabei, was die drei Bauteile tatsächlich bewirken.

Hinweis: Überlegen Sie zuerst, was mit einem Körper passiert, auf den keine Kraft wirkt — und was daraus für einen Insassen im Auto folgen würde.

Strategie: Beschreiben Sie die Bewegung des Insassen zunächst mit dem Trägheitsprinzip und danach das Abbremsen mit dem Aktionsprinzip F = m · a. Fragen Sie zuletzt, welche Größe in F = m · a die Schutzeinrichtungen überhaupt beeinflussen können.Warum so? Erst die Trennung der Fragen „Was passiert ohne Kraft?“ und „Wie groß ist die Kraft?“ zeigt, dass die Schutzeinrichtungen die Kraft verkleinern, aber nicht abschaffen können.
Lösungsskizze: 50 km/h : 3,6 ≈ 13,9 m/s · nach dem Trägheitsprinzip bewegt sich der Insasse bei Fres = 0 geradlinig mit 13,9 m/s weiter, genau das ist der gefährliche Fall · zum Abbremsen ist zwingend eine Kraft nötig · Gurt, Airbag und Knautschzone verlängern die Bremszeit und verteilen die Kraft auf eine größere Fläche · längere Bremszeit bedeutet kleinere Beschleunigung und nach F = m · a kleinere Kraft · Wechselwirkung: Der Kopf drückt auf den Airbag, der Airbag gleich stark zurück.
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Musterlösung: Der Satz ist falsch, denn ohne Kräfte gäbe es überhaupt keinen Schutz. Mit 50 km/h, also 50 : 3,6 ≈ 13,9 m/s, bewegt sich ein Insasse beim Aufprall zunächst weiter; bliebe Fres = 0, so würde er sich nach dem Trägheitsprinzip geradlinig und mit unverändertem Tempo fortbewegen und ungebremst gegen Lenkrad oder Windschutzscheibe treffen. Um ihn zum Stehen zu bringen, muss also zwingend eine Kraft auf ihn wirken. Gurt, Airbag und Knautschzone schaffen diese Kraft nicht ab, sondern verlängern die Zeit, in der abgebremst wird, und verteilen die Kraft zusätzlich auf eine größere Fläche des Körpers: Bei längerer Bremszeit ist die Geschwindigkeitsänderung pro Zeit und damit die Beschleunigung kleiner, und nach dem Aktionsprinzip F = m · a fällt dann auch die Kraft kleiner aus. Dass wirklich Kräfte wirken, zeigt das Wechselwirkungsprinzip: Der Kopf drückt auf den Airbag, und der Airbag drückt mit gleich großer, entgegengesetzter Kraft zurück. Der typische Fehler ist die Vorstellung, beim Aufprall drücke eine Kraft die Insassen nach vorn — nach vorn bewegen sie sich allein aufgrund ihrer Trägheit, die Kräfte entstehen erst beim Abbremsen.

A10
Ein Experiment zum Zusammenhang von Beschleunigung und Masse
AFB III

Entwerfen Sie ein Experiment und begründen Sie, wie sich damit prüfen lässt, dass die Beschleunigung bei gleichbleibender Kraft umso kleiner ist, je größer die Masse des Körpers ist. Nennen Sie außerdem eine Störgröße, die das Ergebnis verfälscht, und wie Sie sie klein halten.

Hinweis: Ein Zusammenhang zwischen zwei Größen zeigt sich nur, wenn alle übrigen Größen konstant bleiben. Legen Sie fest, was Sie messen, was Sie verändern und was Sie unverändert lassen.

Strategie: Planen Sie den Fahrbahnversuch: gleicher Wagen, gleiche Zugkraft, nur die Masse wird mit Wägestücken verändert. Legen Sie eine Messtabelle mit der Masse und der gemessenen Beschleunigung an und bilden Sie in einer dritten Spalte das Produkt m · a.Warum so? Die dritte Spalte macht sichtbar, dass nicht a, sondern das Produkt m · a gleich bleibt — und genau das ist die Aussage von F = m · a.
Lösungsskizze: Wagen auf der Fahrbahn, Zugkraft über einen Federkraftmesser konstant bei 1,0 N halten · Masse stufenweise auf 0,5 kg, 1,0 kg, 1,5 kg und 2,0 kg erhöhen · Beschleunigung mit Lichtschranken bestimmen · erwartet werden 2,0 m/s², 1,0 m/s², etwa 0,67 m/s² und 0,5 m/s² · doppelte Masse bedeutet halbe Beschleunigung, also umgekehrt proportional · m · a ergibt in jeder Zeile 1,0 N, und 1 N = 1 kg·m/s² · Störgröße Reibung: alle Messwerte fallen kleiner aus · Gegenmaßnahme: Fahrbahn so weit neigen, dass der Wagen ohne Zug gleichförmig rollt, oder eine Luftkissenfahrbahn benutzen, und jede Messung mehrfach wiederholen.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Man baut den Fahrbahnversuch auf: Ein Wagen wird über eine Schnur und eine Umlenkrolle gezogen, und die Zugkraft wird mit einem Federkraftmesser die ganze Zeit auf F = 1,0 N gehalten. Verändert wird ausschließlich die Masse, indem man Wägestücke auflädt, zum Beispiel auf 0,5 kg, 1,0 kg, 1,5 kg und 2,0 kg, während Zugkraft, Fahrbahn und Messstrecke unverändert bleiben; die Beschleunigung wird mit Lichtschranken gemessen und in eine Tabelle eingetragen. Erwartet werden 2,0 m/s², 1,0 m/s², etwa 0,67 m/s² und 0,5 m/s²: Bei doppelter Masse ist die Beschleunigung halb so groß, sie verhält sich also umgekehrt proportional zur Masse. Bildet man in einer dritten Spalte m · a, so steht dort jedes Mal 1,0 N, und zusammen mit dem Versuch bei veränderter Zugkraft führt das auf F = m · a und auf 1 N = 1 kg·m/s². Die wichtigste Störgröße ist die Reibung in Rädern und Umlenkrolle: Sie wirkt der Bewegung entgegen, sodass alle gemessenen Beschleunigungen kleiner ausfallen als berechnet. Klein hält man sie, indem man die Fahrbahn so weit neigt, dass der Wagen ohne Zugkraft gleichförmig weiterrollt, oder indem man eine Luftkissenfahrbahn benutzt, und indem man jede Messung mehrfach wiederholt. Der typische Fehler beim Auswerten ist, die Abweichung zwischen Rechnung und Messung für einen Widerspruch zur Formel zu halten — F = m · a beschreibt den reibungsfreien Fall, die Reibung ist im Modell bewusst weggelassen.