Puckübung im Eishockeytraining
AFB I–IIIm Eishockeytraining schlägt Jonas den Puck über das Spielfeld. Unmittelbar nach dem Schlag hat der Puck eine Geschwindigkeit von 8,0 m/s und gleitet geradeaus über das Eis; ein Schläger berührt ihn danach nicht mehr. Das Eis ist so glatt, dass die bremsende Reibung hier vernachlässigt wird — auf den Puck wirkt in Gleitrichtung also keine resultierende Kraft mehr.
- Geben Sie die beiden Zustände an, in denen ein Körper bleibt, solange keine resultierende Kraft auf ihn wirkt.
- Bestimmen Sie den Weg, den der Puck in den ersten 4,0 s nach dem Schlag zurücklegt.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Ansatz: Das Trägheitsprinzip nennt zwei Zustände, in denen sich ohne resultierende Kraft nichts ändert. Erster Zustand: Der Körper bleibt in Ruhe. Zweiter Zustand: Der Körper bewegt sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit geradeaus weiter, also mit unverändertem Betrag und unveränderter Richtung. Antwortsatz: Solange keine resultierende Kraft auf einen Körper wirkt, bleibt er in Ruhe oder er bewegt sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit geradeaus weiter.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Ansatz: Nach dem Schlag ist die resultierende Kraft null, nach dem Trägheitsprinzip bleibt die Geschwindigkeit deshalb konstant bei \( v = 8{,}0\ \mathrm{m/s} \). Für gleichbleibende Geschwindigkeit gilt \( s = v \cdot t \). Rechnung: \( s = 8{,}0\ \mathrm{m/s} \cdot 4{,}0\ \mathrm{s} = 32\ \mathrm{m} \). Ergebnis: 32 m. Antwortsatz: Der Puck legt in den ersten 4,0 s nach dem Schlag einen Weg von 32 m zurück.
Rollkoffer im Stadtbus der Linie 5
AFB II–IIIDer Stadtbus der Linie 5 hat leer eine Masse von 12 000 kg und befördert an diesem Morgen 24 Fahrgäste. Auf der Gepäckablage hinter dem Fahrer liegt ein Rollkoffer mit einer Masse von 15 kg. Die Ablage ist 1,2 m lang und so glatt poliert, dass die Reibung zwischen Koffer und Ablage vernachlässigt werden kann. Der Bus fährt mit 36 km/h geradeaus und bremst dann 4,0 s lang bis zum Stillstand. Die Haltestelle liegt 6,5 km hinter dem Startpunkt der Fahrt, eine Einzelfahrt kostet 2,80 €. Ein Fahrgast beobachtet, dass der Koffer beim Bremsen nach vorn rutscht und von der Ablage fällt.
- Erklären Sie mit dem Trägheitsprinzip, warum der Koffer beim Bremsen des Busses nach vorn rutscht.
- Schätzen Sie ab, welchen Weg der Koffer während der 4,0 s Bremszeit zurücklegen würde, wenn ihn nichts bremst — und was dieser Weg für die 1,2 m lange Ablage bedeutet.
- Beurteilen Sie die Aussage des Fahrgastes: „Beim Bremsen wirkt auf den Koffer eine Kraft nach vorn, die ihn über die Ablage schiebt.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Ansatz: Bus und Koffer getrennt betrachten. Auf den Bus wirkt beim Bremsen eine resultierende Kraft entgegen der Fahrtrichtung, deshalb wird er langsamer. Auf den Koffer wirkt in Fahrtrichtung keine resultierende Kraft, weil die Ablage als reibungsfrei angenommen wird. Nach dem Trägheitsprinzip behält er seine Geschwindigkeit von 10 m/s daher unverändert bei. Ergebnis: Der Bus wird langsamer, der Koffer nicht. Antwortsatz: Der Koffer rutscht nicht nach vorn, weil ihn etwas schiebt, sondern weil er sein Tempo beibehält, während der Bus unter ihm langsamer wird — dadurch wandert er gegenüber dem Bus nach vorn.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Ansatz: Geschwindigkeit umrechnen, dann \( s = v \cdot t \) mit gleichbleibender Geschwindigkeit, weil auf den Koffer keine resultierende Kraft wirkt. Rechnung: \( v = 36\ \mathrm{km/h} : 3{,}6 = 10\ \mathrm{m/s} \), also \( s = 10\ \mathrm{m/s} \cdot 4{,}0\ \mathrm{s} = 40\ \mathrm{m} \). Vergleich mit der Ablage: Der Koffer erreicht deren Ende schon nach \( t = 1{,}2\ \mathrm{m} : 10\ \mathrm{m/s} = 0{,}12\ \mathrm{s} \). Ergebnis: etwa 40 m gegenüber 1,2 m. Antwortsatz: Der Koffer würde in den 4,0 s rund 40 m weit gleiten; die 1,2 m lange Ablage reicht dafür nicht annähernd aus, er verlässt sie bereits nach etwa 0,12 s. Nicht gebraucht werden die Masse des Busses, die Zahl der Fahrgäste, die Masse des Koffers, die Streckenlänge und der Fahrpreis.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Erwartet wird ein begründetes Urteil, das die Aussage zurückweist. Kriterium 1 — Partner: Zu jeder Kraft gehört ein Körper, von dem sie ausgeht; für eine Kraft nach vorn auf den Koffer lässt sich hier kein solcher Körper benennen. Kriterium 2 — Gesetzmäßigkeit: Nach dem 1. Newtonschen Axiom braucht der Koffer gar keine Kraft, um seine 10 m/s zu halten; eine Kraft nach vorn würde ihn im Gegenteil schneller machen, und das beobachtet niemand. Kriterium 3 — Erklärungskraft: Die Beobachtung ist ohne diese Kraft vollständig erklärt, allein damit, dass der Bus langsamer wird und der Koffer nicht. Als vollständige Antwort gilt ein klares Urteil („die Aussage ist falsch“) mit mindestens zwei dieser drei Begründungen. Zusatz möglich: Der Fahrgast urteilt aus dem mitbremsenden Bus heraus, und von dort sieht das Beibehalten des Tempos wie ein Schub nach vorn aus — dieselbe Trägheit ist auch der Grund für Sicherheitsgurte.
