MINT lernen

Zusammenfassung

Das ganze Kapitel auf einer Seite: vier Bausteine, sieben Formeln und die drei Regeln, an denen die Punkte hängen.

1

Ladung — was wirklich wandert

Alles in diesem Kapitel beginnt beim Atom: Ein Körper ist genau dann geladen, wenn er zu wenige oder zu viele Elektronen hat. Protonen bleiben immer, wo sie sind.

Ladung Q

Die Gesamtladung eines Körpers ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Protonen- und Elektronenzahl. Stolperstein: Positiv heißt Elektronenmangel, nicht „mehr Protonen dazu“.

Q = (Np − Ne) · e

Ladungsregel

Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. Die Kraft wächst stark, wenn der Abstand kleiner wird — bei halbem Abstand auf das Vierfache.

gleich → Abstoßung
ungleich → Anziehung

Ladungserhaltung

Beim Reiben, Berühren und Erden wird Ladung nur verschoben, nie erzeugt. Stolperstein: Nach dem Ladungsausgleich sind beide Körper gleich stark geladen — nicht unbedingt ungeladen.

QA + QB = konstant

Influenz und Polarisation

Im Leiter wandern freie Elektronen durch den ganzen Körper (Influenz), im Isolator verschieben sie sich nur innerhalb der Atome (Polarisation). Deshalb wird auch ungeladenes Papier angezogen.

Leiter → Influenz
Isolator → Polarisation
Ladung zählen
Q = (Np − Ne) · e

Np = Protonenzahl, Ne = Elektronenzahl, e = Elementarladung. Ist Ne größer, wird Q negativ. Ein Elektroskop zeigt nur, dass und wie stark geladen ist — das Vorzeichen verrät es nicht.

Warum nur Elektronen wandern

Nur die äußeren Elektronen lassen sich ablösen, Protonen sitzen fest im Kern. „Protonen übertragen“ ist immer falsch.

2

Die drei Größen des Stromkreises

Ein Stromkreis wird durch drei Größen beschrieben. Wer sie sauber auseinanderhält, macht in der Arbeit die wenigsten Fehler: Die Spannung treibt an, die Stromstärke fließt, der Widerstand bremst.

Stromstärke I

Sie sagt, wie viel Ladung in jeder Sekunde durch den Leiterquerschnitt fließt. Gemessen mit dem Amperemeter, das in Reihe eingebaut wird.

I = Q / t  ·  [I] = 1 A

Spannung U

Sie beschreibt den Antrieb, den die Quelle jeder Ladung mitgibt. Gemessen mit dem Voltmeter, das parallel zum Bauteil liegt. Spannung liegt auch dann an, wenn kein Strom fließt.

[U] = 1 V

Widerstand R

Er sagt, wie stark ein Bauteil den Strom bremst. Er wächst mit der Länge des Drahtes, sinkt mit dem Querschnitt und hängt von Material und Temperatur ab.

R = U / I  ·  [R] = 1 Ω

Wasserkreislauf-Modell

Pumpe ≙ Quelle, Druck ≙ Spannung, Wasserstrom ≙ Stromstärke, Engstelle ≙ Widerstand. Ein Modell hilft beim Verstehen — es ersetzt aber keine Messung.

Druck ≙ U · Strom ≙ I
Engstelle ≙ R
Stromstärke aus Ladung und Zeit
I = Q / t

Umstellen: Q = I · t und t = Q / I. Die Zeit gehört immer in Sekunden, bevor gerechnet wird: 2 min = 120 s. Einheitenprobe: 1 A = 1 C/s.

Die häufigste Verwechslung

Häufiger Fehler: „Strom wird verbraucht“. Vor und hinter der Lampe fließt dieselbe Stromstärke – verbraucht wird Energie.

3

Die vier Rechenregeln für Schaltungen

Aus Ladungserhaltung und Energieerhaltung folgen die Knoten- und die Maschenregel. Zusammen mit dem ohmschen Gesetz lässt sich damit jede Schaltung dieses Kapitels durchrechnen.

Knotenregel

An jeder Verzweigung ist die Summe der zufließenden Stromstärken gleich der Summe der abfließenden. Folge: In der Parallelschaltung addieren sich die Ströme, die Spannung ist überall gleich.

I = I1 + I2 + …

Maschenregel

In jedem geschlossenen Umlauf ist die Summe der Quellenspannungen gleich der Summe der Teilspannungen. Folge: In der Reihenschaltung addieren sich die Spannungen, die Stromstärke ist überall gleich.

U = U1 + U2 + …

Ohmsches Gesetz

Bei einem ohmschen Widerstand ist die Stromstärke proportional zur Spannung. Achtung: Eine Glühlampe ist nicht ohmsch — ihr Widerstand wächst mit der Temperatur.

U = R · I
R = U / I  ·  I = U / R

Ersatzwiderstand

In Reihe addieren sich die Widerstände. Parallel addieren sich die Kehrwerte — der Ersatzwiderstand ist dann stets kleiner als der kleinste Einzelwiderstand.

Reihe: R = R1 + R2
parallel: 1/R = 1/R1 + 1/R2
Das ohmsche Gesetz und seine Umstellungen
U = R · I

Nach R umstellen: R = U / I. Nach I umstellen: I = U / R. Merkhilfe für die Reihenfolge: In U = R · I steht das gesuchte U allein; wer R oder I sucht, teilt durch die jeweils andere Größe.

Wie man sich die beiden Regeln merkt

Merke: Teilt sich der Weg, teilt sich die Stromstärke. Liegen Bauteile hintereinander, teilt sich die Spannung.

Warum der Ersatzwiderstand parallel kleiner wird

Ein zweiter Zweig ist eine zusätzliche Fahrspur: mehr Strom bei gleicher Spannung, also kleinerer Ersatzwiderstand.

4

Die Regeln, an denen die Punkte hängen

Erfahrungsgemäß gehen in dieser Arbeit die meisten Punkte nicht durch fehlendes Wissen verloren, sondern durch drei Kleinigkeiten.

1 — Erst umrechnen, dann rechnen

Schreibe die Umrechnung vor die erste Formelzeile: 250 mA sind 0,25 A, 2 min sind 120 s.

2 — Ansatz, Rechnung, Ergebnis mit Einheit, Antwortsatz

Formel, umstellen, einsetzen, Einheit, Antwortsatz: Für den Ansatz gibt es Punkte, für eine nackte Zahl nicht.

3 — Erst die Schaltung lesen, dann die Formel wählen

Lies erst die Schaltung: Reihe oder parallel? Davon hängt ab, welche Größe gleich bleibt und welche sich aufteilt.

1AFB I — Reproduzieren10 Aufgaben› !Typische FehlerDie 12 häufigsten Fehler dieses Kapitels› ?Selbsttest40 Fragen mit Auswertung nach Themen›