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Reibungselektrizität

Zwei Aufgaben dazu, warum im Winter die Türklinke schlägt und wie sich Körper beim Reiben elektrisch aufladen.

1

Wer gibt ab, wer nimmt auf?

AFB I–II

Die Tabelle zeigt eine Reihe von Stoffen, geordnet nach ihrem Verhalten beim Reiben: Ein Stoff, der weiter oben steht, gibt beim Reiben Elektronen an einen Stoff ab, der weiter unten steht.

Ein Luftballon aus Kunststoff wird an einem Wollpullover gerieben.

Verhalten beim Reiben (oben: gibt Elektronen ab)
PlatzStoff
1Glas
2Wolle
3Papier
4Holz
5Kunststoff
6PVC
  1. Entnehmen Sie der Reihe, welcher der beiden Körper beim Reiben Elektronen abgibt und welcher sie aufnimmt.
  2. Stellen Sie den Vorgang beim Reiben in drei Schritten dar: Zustand vorher, Vorgang beim Reiben, Zustand nachher – jeweils mit dem Vorzeichen der Ladung.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Suchen Sie beide Stoffe in der Reihe und vergleichen Sie ihre Position.
Hinweis zu Aufgabe b)
Achten Sie darauf, im dritten Schritt beide Körper zu nennen – nicht nur den Ballon. „Darstellen“ verlangt eine geordnete, fachsprachlich korrekte Wiedergabe.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Wolle steht in der Reihe oberhalb von Kunststoff. Also gibt der Wollpullover Elektronen ab, und der Luftballon nimmt sie auf.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

1. Vorher: Ballon und Pullover sind beide ungeladen – in jedem Körper ist die Zahl der Protonen gleich der Zahl der Elektronen.

2. Beim Reiben: Durch die enge Berührung vieler Stellen gehen Elektronen vom Wollpullover auf den Luftballon über. Protonen bleiben, wo sie sind.

3. Nachher: Der Ballon hat einen Elektronenüberschuss und ist negativ geladen; der Pullover hat einen Elektronenmangel und ist positiv geladen. Beide Ladungen sind gleich groß.

2

Der Schlag an der Türklinke

AFB II–III

Im Winter bekommt Jana beim Anfassen einer Türklinke häufig einen kleinen elektrischen Schlag, im Sommer dagegen fast nie. Zuvor ist sie jeweils über einen Teppichboden gelaufen. Feuchte Luft leitet elektrische Ladung besser ab als trockene Luft; im Winter ist die Luft in geheizten Räumen sehr trocken.

Ihr Bruder meint dazu: „Beim Laufen über den Teppich erzeugst du eben neue Ladung.“

  1. Weisen Sie mithilfe der Ladungserhaltung nach, dass beim Reiben insgesamt keine Ladung entsteht.
  2. Erklären Sie, warum Jana im Winter deutlich häufiger einen Schlag bekommt als im Sommer.
  3. Entwickeln Sie einen Versuch, mit dem sich prüfen lässt, ob zwei an Wolle geriebene Kunststoffstäbe gleichnamig geladen sind.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Betrachten Sie nicht einen Körper allein, sondern beide zusammen als ein System, und bilanzieren Sie die Elektronen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Die Ladung entsteht in beiden Jahreszeiten gleich – entscheidend ist, was danach mit ihr passiert.
Hinweis zu Aufgabe c)
Nutzen Sie die Ladungsregel als Nachweismittel. Überlegen Sie, wie Sie einen Stab beweglich aufhängen und was Sie dann beobachten. Zu einem entwickelten Versuch gehören Aufbau, Durchführung und die Zuordnung „Beobachtung → Schlussfolgerung“.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Beim Reiben wandert eine bestimmte Anzahl \(n\) von Elektronen vom Teppich auf Janas Schuhe und Körper.

Der aufnehmende Körper erhält dadurch die Ladung \(-n\cdot e\), der abgebende Körper die Ladung \(+n\cdot e\). Für beide zusammen gilt:

\(Q_\mathrm{ges} = (-n\cdot e) + (+n\cdot e) = 0\)

Die Gesamtladung ist vor und nach dem Reiben null. Es wird also keine Ladung erzeugt, sondern nur getrennt. Der Bruder hat damit unrecht.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Beim Laufen über den Teppich wird Jana in beiden Jahreszeiten aufgeladen – der Vorgang selbst ist derselbe.

Im Sommer ist die Luft feucht. Auf Haut, Kleidung und Teppich bildet sich ein dünner Feuchtigkeitsfilm, der als Leiter wirkt; die getrennten Ladungen fließen deshalb laufend ab, und es sammelt sich nie viel an.

Im Winter ist die Heizungsluft sehr trocken. Dieser Abfluss fehlt, die Ladung sammelt sich an Janas Körper an. Beim Berühren der leitenden Metallklinke fließt sie dann auf einen Schlag ab – das spürt sie als Stromstoß und sieht es manchmal sogar als kleinen Funken.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Aufbau: Ein geriebener Kunststoffstab wird waagerecht in eine Drahtschlaufe oder in eine Fadenschlinge gelegt, sodass er sich frei drehen kann. Der zweite Stab wird ebenso an Wolle gerieben und in der Hand gehalten.

Durchführung: Das geriebene Ende des zweiten Stabes wird langsam dem geriebenen Ende des aufgehängten Stabes genähert, ohne ihn zu berühren.

Auswertung: Dreht sich der aufgehängte Stab weg, so stoßen sich die Stäbe ab – sie sind gleichnamig geladen. Dreht er sich hin, so ziehen sie sich an und wären ungleichnamig geladen.

Kontrolle: Der Versuch wird mit einem ungeriebenen Stab wiederholt. Bleibt der aufgehängte Stab dann in Ruhe, ist sichergestellt, dass die Bewegung nicht durch Luftzug oder die Hand verursacht wurde.