Aufgabenblock — AFB III
Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.
Beurteilen Sie die Aussage: „In einer Batterie ist Strom gespeichert.“
Hinweis: Denke an die Übertragungskette einer Taschenlampe — was fließt, was ist gespeichert?
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. In der Batterie ist chemische Energie gespeichert. Der Strom ist nur der Weg, auf dem Energie übertragen wird. Die Kette lautet: chemische Energie der Batterie → elektrische Energie → Licht und thermische Energie der Lampe. Richtig wäre also: „In einer Batterie ist chemische Energie gespeichert.“
Nehmen Sie Stellung zu der Behauptung eines Erfinders: Sein Rad treibe sich nach einem Anschubsen selbst weiter an und liefere nebenbei noch Strom für eine Lampe.
Hinweis: Zwei Gesetze helfen: Energieerhaltung und Energieentwertung.
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Musterlösung: Die Behauptung ist unhaltbar. Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht aus dem Nichts entstehen — das Rad kann also nur die Energie abgeben, die es beim Anschubsen bekommen hat. Durch Reibung an Achse und Luft wird dieser Vorrat außerdem laufend in thermische Energie entwertet, und die Lampe entnimmt noch einmal Energie. Das Rad muss langsamer werden und stehen bleiben. Der Erfinder beschreibt ein Perpetuum mobile, und ein solches kann es nicht geben.
Legen Sie begründet fest, welche der beiden Lampen Sie kaufen würden.
Hinweis: Eine LED mit 9 W kostet 6 €, eine Halogenlampe mit 40 W kostet 2 €. Beide brennen 1000 h im Jahr, 1 kWh kostet 35 ct.
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Musterlösung: Ich entscheide mich für die LED. Im ersten Jahr kostet die LED 6 € + 9 kWh · 0,35 €/kWh = 6 € + 3,15 € = 9,15 €, die Halogenlampe 2 € + 40 kWh · 0,35 €/kWh = 2 € + 14,00 € = 16,00 €. Die LED ist also schon nach dem ersten Jahr 6,85 € günstiger, und in jedem weiteren Jahr spart sie 10,85 €. Sie nutzt die zugeführte Energie besser, es entsteht weniger Abwärme.
Entwickeln Sie ein Verfahren, mit dem man die Leistung eines Wasserkochers zu Hause bestimmen kann, obwohl das Typenschild unleserlich ist.
Hinweis: Im Sicherungskasten hängt ein Stromzähler, der die Energie in kWh anzeigt.
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Musterlösung: Vorgehen: (1) Alle anderen Geräte ausschalten, damit nur der Kocher zählt. (2) Zählerstand notieren. (3) Den Kocher genau t = 5 min laufen lassen und die Zeit stoppen. (4) Zählerstand erneut ablesen und die Differenz bilden. (5) Mit P = E / t rechnen. Beispiel: Der Zähler steigt um E = 0,15 kWh, und 5 min sind 1/12 h. Dann ist P = 0,15 kWh : (1/12 h) = 1,8 kW = 1800 W. Genauer wird das Ergebnis, wenn man länger misst und die Messung wiederholt.
Widerlegen Sie die Aussage: „Ein Gerät mit 2000 W verbraucht immer mehr Energie als eines mit 500 W.“
Hinweis: Ein Gegenbeispiel genügt. Denke an die Zeit.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Gegenbeispiel: Ein Wasserkocher mit P = 2000 W läuft t = 1 min = 60 s und nimmt E = P · t = 2000 W · 60 s = 120 000 J = 120 kJ auf. Ein Fernseher mit P = 500 W läuft t = 10 min = 600 s und nimmt E = 500 W · 600 s = 300 000 J = 300 kJ auf. Das schwächere Gerät braucht hier mehr als doppelt so viel Energie. Die Watt-Zahl sagt nur, wie schnell Energie fließt; über die Energie entscheidet erst E = P · t, also auch die Zeit.
Überprüfen Sie die Notiz eines Schülers zu einem Elektromotor: zugeführt 500 J, mechanisch nutzbar 350 J, Abwärme 200 J.
Hinweis: Stelle die Energiebilanz auf und vergleiche beide Seiten.
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Musterlösung: Die Notiz ist fehlerhaft. Es gilt E(zugeführt) = E(nutzbar) + E(Abwärme). Eingesetzt: 350 J + 200 J = 550 J, das sind 50 J mehr, als überhaupt zugeführt wurden. Das widerspricht der Energieerhaltung, denn ein Motor kann keine Energie erzeugen. Stimmen die ersten beiden Werte, so muss die Abwärme E = 500 J − 350 J = 150 J betragen. Im Energieflussdiagramm wäre der Fehler sofort sichtbar: Die abgehenden Pfeile wären zusammen breiter als der ankommende.
Zeigen Sie durch eine Rechnung, dass 1 kWh = 3,6 MJ gilt.
Hinweis: Eine Kilowattstunde ist die Energie, die bei 1 kW in einer Stunde fließt.
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Musterlösung: 1 kWh bedeutet: eine Leistung von P = 1 kW = 1000 W fließt t = 1 h = 3600 s lang. Mit E = P · t folgt E = 1000 W · 3600 s = 3 600 000 J, denn 1 W · 1 s = 1 J. Umgerechnet sind das 3 600 000 J = 3600 kJ = 3,6 MJ, weil jede Stufe (J → kJ → MJ) den Faktor 1000 hat. Damit ist 1 kWh = 3,6 MJ gezeigt.
Diskutieren Sie die Behauptung: „Eine Tafel Schokolade mit 550 kcal hat man mit einer Stunde Radfahren wieder abtrainiert.“
Hinweis: Beim zügigen Radfahren gibt ein Jugendlicher zusätzlich etwa 300 W ab. Es gilt 1 kcal = 4,2 kJ.
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Musterlösung: Dafür spricht, dass Radfahren viel Energie umsetzt: E = P · t = 300 W · 3600 s = 1 080 000 J = 1080 kJ in einer Stunde. Dagegen spricht die Rechnung für die Tafel: E = 550 kcal · 4,2 kJ/kcal = 2310 kJ. Das ist mehr als das Doppelte. Ergebnis: Eine Stunde reicht nicht; man bräuchte rund 2310 kJ : 1080 kJ ≈ 2,1 Stunden. Die Behauptung ist also deutlich zu optimistisch, auch wenn die Größenordnung stimmt.
Bewerten Sie, ob es sich lohnt, die Standby-Geräte einer Wohnung nachts abzuschalten.
Hinweis: Router, Fernseher und Konsole ziehen zusammen dauerhaft 15 W. Ein Jahr hat 8760 h, 1 kWh kostet 35 ct.
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Musterlösung: E = P · t = 0,015 kW · 8760 h = 131,4 kWh, Kosten = 131,4 kWh · 0,35 €/kWh = 45,99 € im Jahr. Obwohl 15 W winzig aussehen, kommen durch die lange Zeit rund 46 € und 131 kWh zusammen, die vollständig als Abwärme entwertet werden — ohne jeden Nutzen. Ich bewerte das Abschalten deshalb als sinnvoll: Der Gewinn ist spürbar, der Aufwand gering. Einschränkend gilt: Der Router wird oft bewusst durchlaufen gelassen, dann ist der Nutzen echt und die Bewertung fällt für dieses eine Gerät anders aus.
Formulieren Sie in Fachsprache präzise, worin sich Energie und Leistung unterscheiden, und nutzen Sie dabei das Kontomodell.
Hinweis: Im Kontomodell entspricht die Energie dem Kontostand.
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Musterlösung: Die Energie E ist eine Menge; sie wird in Joule (J) gemessen und entspricht im Kontomodell dem Kontostand, also dem Vorrat auf dem Energiekonto. Die Leistung P ist dagegen eine Rate; sie wird in Watt (W) gemessen und entspricht der Menge, die je Sekunde überwiesen wird. Es gilt P = E / t beziehungsweise E = P · t, und 1 W = 1 J/s. Kurz: Die Energie sagt, wie viel übertragen wird, die Leistung sagt, wie schnell das geschieht.
