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Übung AFB III

Zehn Aufgaben, bei denen du urteilst, prüfst und widerlegst — Rechnen allein reicht hier nicht.

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Aufgabenblock — AFB III

Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Was steckt in der Batterie?
AFB III

Beurteilen Sie die Aussage: „In einer Batterie ist Strom gespeichert.“

Hinweis: Denke an die Übertragungskette einer Taschenlampe — was fließt, was ist gespeichert?

Strategie: Schreibe die Energieübertragungskette der Taschenlampe auf und prüfe, an welcher Stelle „Strom“ überhaupt vorkommt.Warum so? Eine Kette trennt sauber, was gespeichert ist und was nur überträgt.
Lösungsskizze: Gespeichert: chemische Energie → übertragen: elektrische Energie → abgegeben: Licht und thermische Energie. Strom ist kein Speicher.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Aussage ist falsch. In der Batterie ist chemische Energie gespeichert. Der Strom ist nur der Weg, auf dem Energie übertragen wird. Die Kette lautet: chemische Energie der Batterie → elektrische Energie → Licht und thermische Energie der Lampe. Richtig wäre also: „In einer Batterie ist chemische Energie gespeichert.“

A2
Das Rad, das sich selbst antreibt
AFB III

Nehmen Sie Stellung zu der Behauptung eines Erfinders: Sein Rad treibe sich nach einem Anschubsen selbst weiter an und liefere nebenbei noch Strom für eine Lampe.

Hinweis: Zwei Gesetze helfen: Energieerhaltung und Energieentwertung.

Strategie: Frage zuerst: Woher soll die Energie kommen? Prüfe dann, was Reibung mit der Energie macht.Warum so? Ohne Energiequelle kann kein Gerät dauerhaft Energie abgeben.
Lösungsskizze: Keine Zufuhr → Vorrat begrenzt; Reibung entwertet ständig → Rad wird langsamer; eine Lampe nimmt zusätzlich Energie weg.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Behauptung ist unhaltbar. Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht aus dem Nichts entstehen — das Rad kann also nur die Energie abgeben, die es beim Anschubsen bekommen hat. Durch Reibung an Achse und Luft wird dieser Vorrat außerdem laufend in thermische Energie entwertet, und die Lampe entnimmt noch einmal Energie. Das Rad muss langsamer werden und stehen bleiben. Der Erfinder beschreibt ein Perpetuum mobile, und ein solches kann es nicht geben.

A3
LED oder Halogenlampe?
AFB III

Legen Sie begründet fest, welche der beiden Lampen Sie kaufen würden.

Hinweis: Eine LED mit 9 W kostet 6 €, eine Halogenlampe mit 40 W kostet 2 €. Beide brennen 1000 h im Jahr, 1 kWh kostet 35 ct.

Strategie: Rechne für beide Lampen zuerst die Jahresenergie in kWh und daraus die Stromkosten aus; addiere dann den Kaufpreis.Warum so? Nur die Gesamtkosten aus Anschaffung und Strom erlauben ein faires Urteil.
Lösungsskizze: LED: 0,009 kW · 1000 h = 9 kWh → 3,15 €. Halogen: 0,040 kW · 1000 h = 40 kWh → 14,00 €. Differenz 10,85 € gegen 4 € Mehrpreis.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Ich entscheide mich für die LED. Im ersten Jahr kostet die LED 6 € + 9 kWh · 0,35 €/kWh = 6 € + 3,15 € = 9,15 €, die Halogenlampe 2 € + 40 kWh · 0,35 €/kWh = 2 € + 14,00 € = 16,00 €. Die LED ist also schon nach dem ersten Jahr 6,85 € günstiger, und in jedem weiteren Jahr spart sie 10,85 €. Sie nutzt die zugeführte Energie besser, es entsteht weniger Abwärme.

A4
Leistung ohne Typenschild
AFB III

Entwickeln Sie ein Verfahren, mit dem man die Leistung eines Wasserkochers zu Hause bestimmen kann, obwohl das Typenschild unleserlich ist.

Hinweis: Im Sicherungskasten hängt ein Stromzähler, der die Energie in kWh anzeigt.

Strategie: Überlege, welche zwei Größen du messen musst, damit du P = E / t benutzen kannst.Warum so? Leistung ist keine Messgröße des Zählers — sie folgt aus Energie und Zeit.
Lösungsskizze: Alle anderen Geräte aus, Zählerstand notieren, Kocher genau 5 min laufen lassen, Zählerstand erneut ablesen, Differenz durch Zeit teilen.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Vorgehen: (1) Alle anderen Geräte ausschalten, damit nur der Kocher zählt. (2) Zählerstand notieren. (3) Den Kocher genau t = 5 min laufen lassen und die Zeit stoppen. (4) Zählerstand erneut ablesen und die Differenz bilden. (5) Mit P = E / t rechnen. Beispiel: Der Zähler steigt um E = 0,15 kWh, und 5 min sind 1/12 h. Dann ist P = 0,15 kWh : (1/12 h) = 1,8 kW = 1800 W. Genauer wird das Ergebnis, wenn man länger misst und die Messung wiederholt.

A5
Große Watt-Zahl, großer Verbrauch?
AFB III

Widerlegen Sie die Aussage: „Ein Gerät mit 2000 W verbraucht immer mehr Energie als eines mit 500 W.“

Hinweis: Ein Gegenbeispiel genügt. Denke an die Zeit.

Strategie: Suche zwei Laufzeiten, bei denen das schwächere Gerät am Ende die größere Energie hat, und rechne beide Energien aus.Warum so? Ein einziges sauber gerechnetes Gegenbeispiel widerlegt eine „immer“-Aussage vollständig.
Lösungsskizze: 2000 W · 60 s = 120 000 J = 120 kJ; 500 W · 600 s = 300 000 J = 300 kJ.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Gegenbeispiel: Ein Wasserkocher mit P = 2000 W läuft t = 1 min = 60 s und nimmt E = P · t = 2000 W · 60 s = 120 000 J = 120 kJ auf. Ein Fernseher mit P = 500 W läuft t = 10 min = 600 s und nimmt E = 500 W · 600 s = 300 000 J = 300 kJ auf. Das schwächere Gerät braucht hier mehr als doppelt so viel Energie. Die Watt-Zahl sagt nur, wie schnell Energie fließt; über die Energie entscheidet erst E = P · t, also auch die Zeit.

A6
Eine Bilanz, die nicht aufgeht
AFB III

Überprüfen Sie die Notiz eines Schülers zu einem Elektromotor: zugeführt 500 J, mechanisch nutzbar 350 J, Abwärme 200 J.

Hinweis: Stelle die Energiebilanz auf und vergleiche beide Seiten.

Strategie: Setze die drei Zahlen in E(zugeführt) = E(nutzbar) + E(Abwärme) ein und prüfe, ob die Gleichung stimmt.Warum so? Die Bilanzgleichung ist der Maßstab, an dem sich jede Angabe messen lassen muss.
Lösungsskizze: 350 J + 200 J = 550 J ≠ 500 J → Widerspruch; richtig wäre 500 J − 350 J = 150 J Abwärme.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Notiz ist fehlerhaft. Es gilt E(zugeführt) = E(nutzbar) + E(Abwärme). Eingesetzt: 350 J + 200 J = 550 J, das sind 50 J mehr, als überhaupt zugeführt wurden. Das widerspricht der Energieerhaltung, denn ein Motor kann keine Energie erzeugen. Stimmen die ersten beiden Werte, so muss die Abwärme E = 500 J − 350 J = 150 J betragen. Im Energieflussdiagramm wäre der Fehler sofort sichtbar: Die abgehenden Pfeile wären zusammen breiter als der ankommende.

A7
Warum 1 kWh gerade 3,6 MJ sind
AFB III

Zeigen Sie durch eine Rechnung, dass 1 kWh = 3,6 MJ gilt.

Hinweis: Eine Kilowattstunde ist die Energie, die bei 1 kW in einer Stunde fließt.

Strategie: Schreibe 1 kW und 1 h in Grundeinheiten und setze beides in E = P · t ein.Warum so? Nur in W und s passen die Einheiten direkt zu Joule: 1 W · 1 s = 1 J.
Lösungsskizze: 1 kW = 1000 W, 1 h = 3600 s; 1000 · 3600 = 3 600 000 J = 3600 kJ = 3,6 MJ.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: 1 kWh bedeutet: eine Leistung von P = 1 kW = 1000 W fließt t = 1 h = 3600 s lang. Mit E = P · t folgt E = 1000 W · 3600 s = 3 600 000 J, denn 1 W · 1 s = 1 J. Umgerechnet sind das 3 600 000 J = 3600 kJ = 3,6 MJ, weil jede Stufe (J → kJ → MJ) den Faktor 1000 hat. Damit ist 1 kWh = 3,6 MJ gezeigt.

A8
Schokolade abtrainieren?
AFB III

Diskutieren Sie die Behauptung: „Eine Tafel Schokolade mit 550 kcal hat man mit einer Stunde Radfahren wieder abtrainiert.“

Hinweis: Beim zügigen Radfahren gibt ein Jugendlicher zusätzlich etwa 300 W ab. Es gilt 1 kcal = 4,2 kJ.

Strategie: Rechne beide Energien in dieselbe Einheit um — die Tafel in kJ, das Radfahren über E = P · t — und vergleiche.Warum so? Ein Vergleich ist nur in gleichen Einheiten ehrlich.
Lösungsskizze: Tafel: 550 · 4,2 kJ = 2310 kJ. Radfahren: 300 W · 3600 s = 1 080 000 J = 1080 kJ. Verhältnis rund 2 : 1.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Dafür spricht, dass Radfahren viel Energie umsetzt: E = P · t = 300 W · 3600 s = 1 080 000 J = 1080 kJ in einer Stunde. Dagegen spricht die Rechnung für die Tafel: E = 550 kcal · 4,2 kJ/kcal = 2310 kJ. Das ist mehr als das Doppelte. Ergebnis: Eine Stunde reicht nicht; man bräuchte rund 2310 kJ : 1080 kJ ≈ 2,1 Stunden. Die Behauptung ist also deutlich zu optimistisch, auch wenn die Größenordnung stimmt.

A9
Standby im Haushalt
AFB III

Bewerten Sie, ob es sich lohnt, die Standby-Geräte einer Wohnung nachts abzuschalten.

Hinweis: Router, Fernseher und Konsole ziehen zusammen dauerhaft 15 W. Ein Jahr hat 8760 h, 1 kWh kostet 35 ct.

Strategie: Rechne die Jahresenergie in kWh und daraus die Kosten aus; beurteile dann nach Geld und nach Nutzen.Warum so? Eine kleine Leistung mal eine sehr lange Zeit ergibt eine große Energie.
Lösungsskizze: 0,015 kW · 8760 h = 131,4 kWh → 131,4 · 0,35 € = 45,99 € im Jahr.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: E = P · t = 0,015 kW · 8760 h = 131,4 kWh, Kosten = 131,4 kWh · 0,35 €/kWh = 45,99 € im Jahr. Obwohl 15 W winzig aussehen, kommen durch die lange Zeit rund 46 € und 131 kWh zusammen, die vollständig als Abwärme entwertet werden — ohne jeden Nutzen. Ich bewerte das Abschalten deshalb als sinnvoll: Der Gewinn ist spürbar, der Aufwand gering. Einschränkend gilt: Der Router wird oft bewusst durchlaufen gelassen, dann ist der Nutzen echt und die Bewertung fällt für dieses eine Gerät anders aus.

A10
Energie oder Leistung?
AFB III

Formulieren Sie in Fachsprache präzise, worin sich Energie und Leistung unterscheiden, und nutzen Sie dabei das Kontomodell.

Hinweis: Im Kontomodell entspricht die Energie dem Kontostand.

Strategie: Ordne jeder der beiden Größen ein Formelzeichen, eine Einheit und ein Bild aus dem Kontomodell zu.Warum so? Wer Größe, Einheit und Bedeutung zusammen nennt, kann beide nicht mehr verwechseln.
Lösungsskizze: Energie E in J = Kontostand; Leistung P in W = Überweisung je Sekunde; P = E / t, 1 W = 1 J/s.
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Musterlösung: Die Energie E ist eine Menge; sie wird in Joule (J) gemessen und entspricht im Kontomodell dem Kontostand, also dem Vorrat auf dem Energiekonto. Die Leistung P ist dagegen eine Rate; sie wird in Watt (W) gemessen und entspricht der Menge, die je Sekunde überwiesen wird. Es gilt P = E / t beziehungsweise E = P · t, und 1 W = 1 J/s. Kurz: Die Energie sagt, wie viel übertragen wird, die Leistung sagt, wie schnell das geschieht.