Aufgabenblock — AFB III
Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.
Widerlege in 3–4 Sätzen, dass eine Lampe den Strom verbraucht, der aus der Batterie kommt.
Hinweis: Zähle gedanklich die Elektronen vor und hinter der Lampe – und frage dann, was aus der Lampe herauskommt.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Die Elektronen laufen im geschlossenen Kreis herum und werden dabei nicht weniger – vor und hinter der Lampe fließen gleich viele. Verbraucht wird nichts: Die Batterie überträgt Energie zur Lampe, und die Lampe gibt sie als Licht und Wärme an die Umgebung ab. Richtig muss es heißen, dass Energie übertragen und entwertet wird.
Vergleiche in 3–4 Sätzen, was im Stromkreis im Kreis läuft und was nur in eine Richtung fließt.
Hinweis: Die Fahrradkette hilft: Was bewegt sich dort im Kreis, und was kommt am Hinterrad an?
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Musterlösung: Die Elektronen laufen im Leiter im Kreis und werden nicht weniger; sie wandern dabei sehr langsam, etwa 0,1 mm pro Sekunde. Die Energie dagegen fließt nur in eine Richtung, von der Quelle zum Gerät, und wird dort an die Umgebung abgegeben. Genau wie bei der Fahrradkette: Die Kette läuft im Kreis, übertragen wird die Energie vom Pedal zum Hinterrad. Beides braucht den geschlossenen Kreis, ist aber nicht dasselbe.
Erkläre in 3–4 Sätzen, warum die Lampe sofort leuchtet, obwohl die Elektronen nur etwa 0,1 mm pro Sekunde vorankommen.
Hinweis: Ein Gartenschlauch ist schon voll Wasser, bevor du den Hahn aufdrehst.
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Musterlösung: Im Draht sind überall schon frei bewegliche Elektronen vorhanden, auch direkt im Glühdraht der Lampe. Beim Einschalten setzen sich alle Elektronen im ganzen Kreis praktisch gleichzeitig in Bewegung, denn das Signal breitet sich fast mit Lichtgeschwindigkeit aus. Kein Elektron muss also erst von der Batterie zur Lampe wandern. Wie beim vollen Gartenschlauch kommt sofort vorn etwas heraus, obwohl das Wasser selbst langsam fließt.
Begründe in 3–4 Sätzen, warum das Amperemeter vor und hinter der Lampe denselben Wert von 0,3 A anzeigt.
Hinweis: Überlege, wohin Elektronen verschwinden könnten – und ob es einen solchen Weg überhaupt gibt.
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Musterlösung: Der Stromkreis ist unverzweigt, es gibt also nur einen einzigen Weg. Elektronen können weder verschwinden noch sich anhäufen, deshalb fließt an jeder Stelle pro Sekunde gleich viel Ladung durch. Wegen I = Q/t ist die Stromstärke damit überall gleich groß, vor und hinter der Lampe je 0,3 A. Was die Lampe abgibt, ist Energie – und Energie ist nicht die Stromstärke.
Leite in 3–4 Sätzen her, warum an einem Knoten Iges = I1 + I2 gelten muss.
Hinweis: Stell dir eine Straßengabelung vor: Kann dort dauerhaft mehr hineinfahren als herausfährt?
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Musterlösung: Ein Knoten ist nur ein Verbindungspunkt; dort kann sich keine Ladung ansammeln. Was in einer Sekunde hineinfließt, muss in derselben Sekunde auch wieder heraus: Qges = Q1 + Q2. Teilt man beide Seiten durch die Zeit t, steht wegen I = Q/t genau Iges = I1 + I2 da. Bei I1 = 0,5 A und I2 = 0,3 A ergibt das Iges = 0,8 A.
Entscheide und begründe, ob zwei am selben Wollpullover geriebene Luftballons gleichnamig oder ungleichnamig geladen sind. Sie stoßen einander ab.
Hinweis: Beide Ballons wurden auf genau dieselbe Weise behandelt.
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Musterlösung: Die Ballons sind gleichnamig geladen, denn gleichnamige Ladungen stoßen sich ab. Das passt zur Behandlung: Beide wurden am selben Pullover gerieben und haben dabei Elektronen aufgenommen, sind also beide negativ geladen. Erzeugt wurde dabei nichts, die Elektronen wurden nur vom Pullover auf die Ballons verschoben. Der Pullover bleibt deshalb positiv geladen zurück.
Nimm in 3–4 Sätzen Stellung, ob Lena richtig vorgeht: Sie schließt das Amperemeter parallel zur Lampe an, weil sie „den Strom an der Lampe“ messen will.
Hinweis: Frage dich, welchen Weg die Ladung nehmen muss, damit das Gerät sie zählen kann.
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Musterlösung: Lenas Vorgehen ist falsch. Ein Amperemeter zählt die Ladung, die pro Sekunde durch das Gerät selbst hindurchfließt, deshalb muss es in Reihe in den Kreis eingebaut werden. Parallel angeschlossen liegt es neben der Lampe und misst nicht den Strom durch sie. Richtig wäre: den Stromkreis an einer Stelle auftrennen, das Amperemeter dort einsetzen und den Messbereich zuerst groß wählen.
Überprüfe in 3–4 Sätzen, ob die Aussage stimmt: „Mein Föhn verbraucht 1600 Watt pro Stunde.“
Hinweis: Schau dir an, was in der Einheit Watt schon steckt.
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Musterlösung: Die Aussage ist doppelt falsch. Watt ist die Einheit der Leistung, und in 1 W = 1 J/s steckt das „pro Sekunde“ schon drin – „Watt pro Stunde“ teilt also zweimal durch die Zeit. Richtig ist: Der Föhn hat die Leistung P = 1600 W. In einer Stunde überträgt er E = P · t = 1600 W · 3600 s = 5 760 000 J, das sind 1,6 kWh.
Beurteile in 3–4 Sätzen, wie du mit diesen fünf Messwerten derselben Stromstärke umgehst: 0,30 A; 0,31 A; 0,29 A; 0,52 A; 0,30 A.
Hinweis: Vergleiche jeden Wert mit seinen Nachbarn, bevor du rechnest.
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Musterlösung: Der Wert 0,52 A weicht deutlich von seinen Nachbarn ab und ist ein Ausreißer, vermutlich ein Ablese- oder Aufbaufehler. Nimmt man ihn mit, ergibt sich der Mittelwert 1,72 A : 5 = 0,344 A; ohne ihn 1,20 A : 4 = 0,30 A. Ein einzelner Fehlwert verschiebt das Ergebnis also spürbar. Richtig ist, den Ausreißer nicht einfach zu streichen, sondern die Messung zu wiederholen und das Vorgehen zu notieren.
Bewerte in 3–4 Sätzen, ob sich der Tausch einer 60-W-Glühlampe gegen eine gleich helle 8-W-LED lohnt. Die Lampe brennt täglich 3 Stunden, 1 kWh kostet 0,35 €.
Hinweis: Rechne zuerst aus, wie viel Leistung du überhaupt einsparst.
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Musterlösung: Die LED spart 60 W − 8 W = 52 W bei gleicher Helligkeit. In den täglichen 3 Stunden sind das 52 W · 3 h = 156 Wh = 0,156 kWh, im Jahr also 365 · 0,156 kWh = 56,94 kWh. Bei 0,35 € je kWh spart man rund 19,93 € pro Jahr, dazu hält die LED deutlich länger. Der Tausch lohnt sich daher, weil der Anschaffungspreis schon im ersten Jahr wieder hereinkommt.
