Zwei Aufgaben zum Reflexionsgesetz: Winkel am Spiegel bestimmen und ausrechnen, wie groß ein Ganzkörperspiegel sein muss.
Tom richtet einen dünnen Lichtstrahl auf einen ebenen Spiegel. An der Auftreffstelle hat er das Lot eingezeichnet — die Linie, die senkrecht auf dem Spiegel steht. Der einfallende Strahl bildet mit dem Lot einen Winkel von 35° (Material M1).
Alle Winkel werden zwischen dem Strahl und dem Lot gemessen — niemals zur Spiegelfläche.
Der Reflexionswinkel beträgt ebenfalls 35°.
Reflexionsgesetz: Einfallswinkel = Reflexionswinkel. Beide Winkel werden zum Lot gemessen; einfallender Strahl, Lot und reflektierter Strahl liegen in einer Ebene.
Vorher: 35° + 35° = 70°. Nachher: 10° + 10° = 20°.
Der Winkel zwischen den beiden Strahlen wird also um 50° kleiner. Merke: Er ist immer doppelt so groß wie der Einfallswinkel.
Beim Spiegel ist die Oberfläche so glatt, dass alle parallel ankommenden Strahlen auch parallel zurücklaufen. Ihre Anordnung bleibt erhalten — deshalb entsteht ein Bild. Das nennt man gerichtete Reflexion.
Die Wand ist unter der Lupe rau und voller winziger Unebenheiten. Jeder Strahl trifft auf eine anders geneigte Stelle und wird in eine andere Richtung zurückgeworfen. Das Reflexionsgesetz gilt an jeder einzelnen Stelle weiterhin, aber das Bündel wird zerstreut: Man sieht die Wand hell, aber kein Bild. Das ist die diffuse Reflexion (Streuung).
Familie Braun möchte im Flur einen Spiegel aufhängen, in dem sich Lena (Körpergröße 1,60 m) vollständig von Kopf bis Fuß sehen kann. Im Baumarkt gibt es Spiegel mit 60 cm, 80 cm und 160 cm Höhe.
Lenas Vater sagt: „Ein Spiegel muss mindestens so groß sein wie der Mensch davor — sonst passt er nicht drauf. Und wenn du zwei Schritte zurückgehst, brauchst du sogar einen noch größeren."
Der Strahl von den Schuhen trifft den Spiegel genau auf halber Höhe zwischen Fußboden und Auge und geht von dort ins Auge. Der Strahl vom Scheitel trifft den Spiegel genau auf halber Höhe zwischen Scheitel und Auge.
Beides folgt aus dem Reflexionsgesetz: Einfalls- und Reflexionswinkel sind gleich, also liegt der Auftreffpunkt jeweils in der Mitte.
Gebraucht wird nur das Spiegelstück zwischen diesen beiden Punkten — und das ist genau die halbe Körpergröße.
1,60 m : 2 = 0,80 m = 80 cm. Der 80-cm-Spiegel reicht also aus (der 60-cm-Spiegel nicht). Wichtig ist zusätzlich, dass er in der richtigen Höhe hängt: Seine Oberkante muss auf halber Höhe zwischen Auge und Scheitel liegen.
Der zweite Teil ist falsch. Geht Lena zurück, werden zwar die Winkel flacher, aber die Auftreffpunkte auf dem Spiegel bleiben genau auf halber Augen- bzw. Scheitelhöhe. Die benötigte Spiegelhöhe hängt deshalb nicht vom Abstand ab — sie beträgt immer die Hälfte der Körpergröße.
Was sich ändert, ist nur, wie groß Lena sich im Spiegel erscheint und wie viel vom Flur sie zusätzlich sieht. Auch der erste Teil der Aussage stimmt also nicht.