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Textaufgaben: Sammel- und Zerstreuungslinsen

Zwei Aufgaben zu Linsen: die Brennweite einer Lupe bestimmen und vier unbeschriftete Gläser richtig einordnen.

1

Die Lupe im Sonnenlicht

AFB II

Herr Wolf hält im Schulhof eine Lupe in die Sonne und fängt das Licht auf einem Blatt Papier auf. Er verschiebt die Lupe so lange, bis auf dem Papier ein winziger, sehr heller Punkt entsteht. Dann misst er den Abstand zwischen Lupe und Papier: 12 cm. Kurz darauf beginnt das Papier zu qualmen.

Anschließend probiert er eine zweite, dickere Lupe aus. Der hellste Punkt liegt jetzt schon bei 6 cm Abstand.

M1Parallele Strahlen an beiden Linsenarten
Sammellinse Brennpunkt f Zerstreuungslinse

Die Sammellinse bündelt parallel einfallendes Licht im Brennpunkt; die Zerstreuungslinse lässt es auseinanderlaufen.

  1. Nenne, wie der gemessene Abstand in der Fachsprache heißt, und gib die beiden Werte an.
  2. Erkläre mithilfe von M1, warum das Papier ausgerechnet an dieser Stelle zu qualmen beginnt.
  3. Vergleiche die beiden Lupen und gib eine Regel, wie die Dicke einer Linse mit dem gemessenen Abstand zusammenhängt.
Tipp zu Aufgabe a)
Das Sonnenlicht kommt praktisch parallel bei uns an. Wo treffen sich die parallelen Strahlen in M1?
Tipp zu Aufgabe b)
Überlege, wie viel Licht vorher auf die ganze Lupenfläche fiel und auf welcher Fläche es jetzt landet.
Tipp zu Aufgabe c)
Vergleiche: dickere Linse — größerer oder kleinerer Abstand?
Lösung zu Aufgabe a)

Der Abstand heißt Brennweite f. Sie ist der Abstand zwischen der Linsenmitte und dem Brennpunkt, in dem parallel einfallendes Licht gebündelt wird.

Erste Lupe: f = 12 cm. Zweite Lupe: f = 6 cm.

Lösung zu Aufgabe b)

Im Brennpunkt trifft das gesamte Licht, das vorher auf die ganze Lupenfläche verteilt war, auf einen winzigen Fleck. Die Energie des Sonnenlichts wird dadurch auf einer sehr kleinen Fläche zusammengedrängt, und das Papier erwärmt sich dort in Sekunden so stark, dass es qualmt und Feuer fangen kann.

Vorsicht: Niemals mit einer Lupe in die Sonne schauen — das Licht würde ebenso auf der Netzhaut gebündelt und sie sofort dauerhaft schädigen.

Lösung zu Aufgabe c)

Die zweite, dickere Lupe hat mit 6 cm die kleinere Brennweite.

Regel: Je stärker eine Sammellinse gewölbt (also je dicker sie in der Mitte) ist, desto stärker knickt sie die Strahlen und desto kürzer ist ihre Brennweite. Eine flache Linse hat eine große Brennweite.

2

Vier Gläser auf dem Tisch

AFB III

In der Physiksammlung liegen vier durchsichtige Gläser ohne Beschriftung. Die Klasse legt jedes auf eine Buchseite und notiert, was passiert (Material M1).

Lina soll aus diesen Gläsern ein einfaches Fernrohr bauen. Dafür braucht sie ein Glas, das ein Bild auf einem Schirm entstehen lassen kann.

M1Vier Gläser aus der Sammlung
GlasFormBeobachtung beim Durchschauen
Ain der Mitte dicker als am RandSchrift erscheint größer
Bin der Mitte dünner als am RandSchrift erscheint kleiner
Cin der Mitte deutlich dickerSchrift erscheint stark vergrößert
Düberall gleich dickSchrift bleibt gleich groß

Vier Glasplatten, die auf einem Blatt Text lagen.

  1. Ordne die vier Gläser den Bezeichnungen Sammellinse, Zerstreuungslinse und Planplatte zu.
  2. Entscheide, welches der Gläser Lina für ihr Fernrohr nehmen sollte, und begründe deine Wahl.
  3. Sarah sagt: „Eine Zerstreuungslinse ist nutzlos, sie macht ja alles nur kleiner." Beurteile diese Aussage.
Tipp zu Aufgabe a)
Die Form verrät alles: dicker in der Mitte oder dünner in der Mitte?
Tipp zu Aufgabe b)
Nur eine Linsenart kann Licht so bündeln, dass ein Bild auf einem Schirm auffangbar ist.
Tipp zu Aufgabe c)
Denke an Brillen für Kurzsichtige und an den Türspion in einer Wohnungstür.
Lösung zu Aufgabe a)

A und C: Sammellinsen (in der Mitte dicker, wirken vergrößernd; C ist stärker gewölbt und hat daher die kleinere Brennweite).

B: Zerstreuungslinse (in der Mitte dünner, verkleinert).

D: Planplatte — keine Linse, sie verändert das Bild nicht.

Lösung zu Aufgabe b)

Lina sollte ein Sammelglas nehmen, also A oder C. Nur eine Sammellinse vereinigt die Strahlen eines Gegenstandspunkts wieder in einem Bildpunkt; dadurch entsteht ein reelles Bild, das man auf einem Schirm auffangen kann.

Für das Objektiv eines Fernrohrs nimmt man die Linse mit der großen Brennweite, also A. Eine Zerstreuungslinse allein liefert kein auffangbares Bild.

Lösung zu Aufgabe c)

Die Aussage ist so nicht haltbar. Zerstreuungslinsen werden überall dort gebraucht, wo Strahlen aufgefächert werden sollen:

• in Brillen für Kurzsichtige — sie sorgen dafür, dass das Bild nicht schon vor der Netzhaut entsteht;
• im Türspion, damit man einen sehr großen Winkelbereich des Flurs überblickt;
• in Kameraobjektiven, wo sie mit Sammellinsen kombiniert werden, um Bildfehler auszugleichen.

Richtig an Sarahs Aussage ist nur: Allein kann eine Zerstreuungslinse kein Bild auf einem Schirm erzeugen.