Zwei Aufgaben zu Selbstleuchtern, beleuchteten Körpern und der Frage, warum man einen Lichtstrahl nicht sehen kann.
Mia kommt abends vom Training nach Hause. Es ist schon dunkel. Zu Hause schreibt sie auf, was sie unterwegs alles gesehen hat (Material M1). Ihre Schwester behauptet: „Alles, was du im Dunkeln siehst, leuchtet auch selbst."
| Nr. | Das habe ich gesehen |
|---|---|
| 1 | die Kerze auf dem Fensterbrett |
| 2 | der Mond über den Dächern |
| 3 | der rote Rückstrahler an Papas Fahrrad |
| 4 | ein Glühwürmchen an der Hecke |
| 5 | das Straßenschild im Scheinwerferlicht |
| 6 | das Display ihres Handys |
Sechs Dinge, die Mia auf dem Heimweg gesehen hat.
Selbstleuchter: Kerze (1), Glühwürmchen (4), Handydisplay (6).
Beleuchtete Körper: Mond (2), Rückstrahler (3), Straßenschild (5).
Der Mond ist ein besonders schöner Fall: Er wirkt hell wie eine Lampe, wird aber nur von der Sonne angestrahlt.
Der Scheinwerfer des Autos ist der Sender: In ihm entsteht Licht. Das Licht läuft geradlinig zum Straßenschild. Dort wird es gestreut, also in viele Richtungen zurückgeworfen. Ein kleiner Teil davon läuft weiter bis zu Mias Auge — ihr Auge ist der Empfänger. Erst dann sieht sie das Schild.
Ohne einen dieser drei Schritte sieht Mia nichts: kein Scheinwerfer → kein Licht, kein Schild → nichts, was streut, geschlossene Augen → kein Empfänger.
Die Behauptung ist falsch. Der Rückstrahler (3) leuchtet überhaupt nicht selbst — schalte alle Autoscheinwerfer aus, und er ist unsichtbar. Er wirft nur das Licht zurück, das ihn trifft. Genauso ist es beim Mond und beim Straßenschild.
Richtig wäre: „Alles, was du siehst, schickt Licht in dein Auge." Ob dieses Licht in dem Gegenstand entstanden ist oder nur von ihm zurückgeworfen wird, ist ein Unterschied.
Herr Wolf verdunkelt den Physikraum. Er schaltet eine Taschenlampe an und richtet sie quer durch den Raum an die Wand. An der Wand sieht die Klasse einen hellen Fleck — zwischen Lampe und Wand ist aber nichts zu sehen. Dann klopft Herr Wolf zwei Tafelschwämme über dem Lichtweg aus. Plötzlich ist ein leuchtender Strahl quer durch den Raum sichtbar.
Vorher: Man sieht die leuchtende Taschenlampe und den hellen Fleck an der Wand. Der Raum dazwischen bleibt dunkel — vom Licht auf seinem Weg ist nichts zu erkennen.
Nachher: Ein schmaler, heller Strahl wird auf seiner ganzen Länge sichtbar. Er zeigt geradlinig von der Lampe zum Fleck an der Wand.
Licht, das an einem Auge vorbeifliegt, kann man nicht sehen. Sichtbar wird ein Gegenstand nur, wenn Licht von ihm aus in das Auge gelangt.
Die Kreidestäubchen sind winzige beleuchtete Körper: Sie werden vom Licht der Taschenlampe getroffen und streuen es in alle Richtungen — also auch zu den Augen der Klasse. Jedes Staubkorn wird so zu einem winzigen Punkt, den man sieht. Alle zusammen ergeben den leuchtenden Strahl.
Toms Aussage ist nicht haltbar. Im Weltraum ist fast nichts — kein Staub, keine Luft. Es gibt also nichts, was das Sonnenlicht seitlich zu einem Beobachter streuen könnte. Deshalb ist der Himmel neben der Sonne im All tiefschwarz, obwohl überall Licht unterwegs ist. Astronautinnen sehen die Sonne als grellen Punkt in einer schwarzen Umgebung.
Der Versuch zeigt genau das: Ohne Staub war der Lichtweg unsichtbar, obwohl das Licht schon da war.