Die Schatzkiste aus dem Fundbüro
AFB I–IIIm Fundbüro der Schule steht eine Kiste mit liegen gebliebenen Gegenständen. Die Klasse 5b hält an jeden Gegenstand einen Stabmagneten und trägt ein, was passiert.
In Material M1 sind vier Zeilen schon ausgefüllt, drei fehlen noch.
| Gegenstand | Material | Reaktion auf den Magneten |
|---|---|---|
| Büroklammer | Eisendraht | wird angezogen |
| Trinkflasche | Aluminium | keine Reaktion |
| Lineal | Kunststoff | keine Reaktion |
| Fahrradschlüssel | Stahl | wird angezogen |
| Ohrring | Silber | ? |
| Schere (Klinge) | Stahl | ? |
| Kabelrest (blank) | Kupfer | ? |
Alle Gegenstände wurden mit demselben Stabmagneten getestet.
- Gib für die drei fehlenden Zeilen an, was der Magnet bewirkt.
- Beschreibe, was die angezogenen Gegenstände gemeinsam haben.
- Ein Schüler folgert aus der Tabelle: „Alles, was aus Metall ist, wird angezogen.“ Überprüfe diese Aussage anhand von M1.
Tipp zu Aufgabe a)
Tipp zu Aufgabe b)
Tipp zu Aufgabe c)
Lösung zu Aufgabe a)
Ohrring aus Silber: keine Reaktion — Silber ist nicht magnetisch.
Schere aus Stahl: wird angezogen — Stahl besteht überwiegend aus Eisen.
Kupferkabel: keine Reaktion — Kupfer ist nicht magnetisch.
Lösung zu Aufgabe b)
Angezogen werden Büroklammer, Fahrradschlüssel und Schere. Alle drei bestehen aus Eisen bzw. aus Stahl, und Stahl ist zum größten Teil Eisen.
Gemeinsam ist ihnen also der Eisenanteil — nicht etwa die Farbe, die Härte oder das Gewicht. Ein Magnet reagiert nur auf Eisen, Nickel, Cobalt und Stoffe, die eines dieser Metalle enthalten.
Lösung zu Aufgabe c)
Die Aussage stimmt nicht. In M1 stehen gleich drei Metalle, die nicht angezogen werden: Aluminium (Trinkflasche), Silber (Ohrring) und Kupfer (Kabelrest).
Richtig ist umgekehrt: Alles, was der Magnet anzieht, ist ein Metall — aber längst nicht jedes Metall wird angezogen.
Eine bessere Formulierung wäre: „Angezogen werden nur Gegenstände, die Eisen, Nickel oder Cobalt enthalten.“
Die Magnetwalze in der Müllsortieranlage
AFB II–IIIIn einer Sortieranlage laufen zerdrückte Dosen, Plastikbecher und Glasscherben auf einem Band unter einer großen Magnetwalze hindurch (Material M2). Ein Teil des Abfalls bleibt am Magneten hängen und wird in einen eigenen Behälter abgestreift, der Rest fällt am Bandende weiter.
Am Ende einer Schicht ist Behälter A voll mit Konservendosen, in Behälter B liegen Getränkedosen, Plastik und Glas gemischt.
Konservendosen bestehen aus Weißblech (Stahl mit dünner Zinnschicht), Getränkedosen meist aus Aluminium.
- Erkläre, warum die Konservendosen in Behälter A landen, die Getränkedosen aber in Behälter B.
- Eine Praktikantin schlägt vor, einfach einen viel stärkeren Magneten einzubauen, damit auch die Getränkedosen aussortiert werden. Entscheide begründet, ob das funktioniert.
- Beurteile, ob sich mit dieser Anlage auch Glas von Plastik trennen lässt, und mache einen Vorschlag, wie man das Sortieren dennoch schaffen könnte.
Tipp zu Aufgabe a)
Tipp zu Aufgabe b)
Tipp zu Aufgabe c)
Lösung zu Aufgabe a)
Konservendosen bestehen aus Weißblech, also aus Stahl — und Stahl ist überwiegend Eisen. Eisen wird vom Magneten angezogen. Die Dosen bleiben an der Walze hängen, werden mitgedreht und hinter der Walze in Behälter A abgestreift.
Getränkedosen bestehen aus Aluminium. Aluminium ist zwar ein Metall, aber nicht magnetisch. Diese Dosen bleiben auf dem Band liegen und fallen am Bandende in Behälter B — zusammen mit Plastik und Glas, die ebenfalls nicht reagieren.
Lösung zu Aufgabe b)
Das funktioniert nicht. Die Stärke des Magneten entscheidet nur darüber, wie kräftig und aus welcher Entfernung magnetische Stoffe angezogen werden.
Aluminium gehört aber gar nicht zu den magnetischen Stoffen. Ein doppelt oder zehnfach so starker Magnet zieht es trotzdem nicht an — genauso wenig wie Glas oder Plastik.
Ein stärkerer Magnet hätte sogar Nachteile: Er würde die Weißblechdosen so fest halten, dass das Abstreifen schwerer wird, und mehr Energie verbrauchen.
Lösung zu Aufgabe c)
Mit dem Magneten lässt sich Glas nicht von Plastik trennen: Beide Stoffe sind nicht magnetisch, beide landen deshalb in Behälter B.
Man muss also eine andere Eigenschaft ausnutzen. Glas ist viel schwerer als gleich großes Plastik — in einem Wasserbecken sinkt Glas zu Boden, während die meisten Kunststoffe oben schwimmen. So lassen sich die beiden trennen.
Das zeigt allgemein: Jedes Sortierverfahren nutzt genau eine Eigenschaft aus. Der Magnet ist stark, wenn es um Eisen geht — für alles andere braucht man ein anderes Verfahren.
