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Übung — AFB II

Zehn Aufgaben zum Weiterdenken: erst genau beobachten, dann erklären — und die Magnet-Regeln auf neue Situationen übertragen.

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Aufgabenblock — AFB II

Zehn Aufgaben aus dem ganzen Kapitel „Dauermagnete“. Hier reicht Auswendiglernen nicht: Du sollst beobachten und erklären, eine Regel auf eine neue Situation übertragen, Ergebnisse vergleichen und Tabellen auswerten. Zu jeder Aufgabe gibt es zwei gestufte Tipps und eine ausführliche Lösung zum Nachlesen.

A1
Die Büroklammerkette
AFB II

Du hältst einen Stabmagneten an eine Büroklammer — sie bleibt hängen. An diese Klammer hängst du eine zweite: Auch sie bleibt hängen. So wächst eine ganze Kette nach unten. Dann ziehst du den Magneten vorsichtig weg.

a) Was passiert mit der Kette, sobald der Magnet weg ist? b) Wie nennt man Eisen, das sich leicht magnetisieren lässt und die Wirkung sofort wieder verliert?

a) Wähle die richtige Beobachtung:
Tipp 1: Frage dich: Warum hält die erste Klammer überhaupt die zweite fest? Die Klammer wird am Magneten selbst zu einem Magneten.
Tipp 2: Die Elementarmagnete in der Klammer richten sich nur aus, solange der große Magnet in der Nähe ist. Fehlt er, zeigen sie sofort wieder kreuz und quer. Das Fachwort beginnt mit „weich…“.
Vollständige Lösung
a) Die Kette fällt auseinander. Jede Büroklammer wird nur so lange selbst zum Magneten, wie der Stabmagnet in der Nähe ist. Seine Wirkung richtet die Elementarmagnete in der ersten Klammer aus; diese Klammer richtet wiederum die Elementarmagnete der zweiten aus, und so weiter. Nimmst du den Magneten weg, zeigen die Elementarmagnete sofort wieder kreuz und quer — die Wirkungen heben sich auf und die Klammern fallen einzeln herunter.
b) Solches Eisen heißt weichmagnetisch (Weicheisen): leicht zu magnetisieren, verliert die Wirkung aber sofort wieder. Genau deshalb baut man daraus Elektromagnete — beim Schrottkran gilt: Strom an = hält, Strom aus = lässt los. Das Gegenteil ist hartmagnetisch (Stahl mit viel Kohlenstoff, AlNiCo, Neodym): daraus werden Dauermagnete gebaut.
S N Magnet da: Kette hält Magnet weg: alles einzeln
Kette aus Büroklammern
A2
Durch Papier — und durch Kupfer
AFB II

Eine Büroklammer liegt auf dem Tisch, darüber legst du ein Blatt Papier. Du führst den Magneten über das Papier — die Klammer wandert unter dem Papier mit. Danach legst du eine 5-Cent-Münze hin. Sie besteht aus einem Stahlkern mit Kupferüberzug. Auch sie wird angezogen. Ein reiner Kupferdraht daneben bleibt dagegen liegen.

a) Erkläre, warum die 5-Cent-Münze angezogen wird, obwohl außen Kupfer ist. b) Welcher Stoff im Inneren der Münze sorgt für die Anziehung?

a) Wähle die richtige Erklärung:
Tipp 1: Der Papier-Versuch zeigt es schon: Der Magnet muss den Gegenstand gar nicht berühren. Papier ist kein Hindernis. Frage dich, ob eine dünne Kupferschicht eines ist.
Tipp 2: Der Kupferdraht daneben bleibt liegen — Kupfer ist also nicht magnetisch. Wenn die Münze trotzdem angezogen wird, kann es nicht am Kupfer liegen, sondern nur an dem, was darunter steckt.
Vollständige Lösung
a) Ein Magnet wirkt durch dünne nichtmagnetische Schichten hindurch — durch Luft, durch Papier, durch Kunststoff und eben auch durch den Kupferüberzug. Das Kupfer selbst spielt dabei keine Rolle, es ist nur „im Weg“ und wird auch nicht magnetisch. Der Kupferdraht daneben beweist das: Kupfer allein wird nie angezogen.
b) Im Inneren steckt ein Stahlkern — und Stahl besteht hauptsächlich aus Eisen. Eisen ist der Klassiker unter den magnetischen Stoffen. Deshalb sind 1-, 2- und 5-Cent-Münzen magnetisch, während 10-, 20- und 50-Cent-Münzen aus Messing bestehen und nicht angezogen werden.
Magnet Papier wandert mit Stahl außen Kupfer, innen Stahl 5-Cent-Münze
Querschnitt der Münze
A3
Zwei Löffel aus Edelstahl
AFB II

In der Schulküche liegen zwei Löffel. Auf der Verpackung steht die Zusammensetzung des Edelstahls:

Zwei Edelstahl-Sorten im Vergleich
LöffelBezeichnungChromNickelEisen
AEdelstahl 13/013 %0 %über 70 %
BEdelstahl 18/1018 %10 %über 70 %

a) Lies aus der Tabelle ab, wie viel Prozent Nickel in Löffel B stecken. b) Wie viel Prozent Eisen enthalten beide Löffel mindestens? c) Welcher Löffel bleibt am Magneten hängen?

%
%
c) Welcher Löffel wird angezogen?
Tipp 1: Die beiden Zahlen im Namen sagen dir alles: Die erste ist der Chromanteil, die zweite der Nickelanteil. „18/10“ heißt also 18 % Chrom und 10 % Nickel.
Tipp 2: Beide Löffel enthalten über 70 % Eisen — der Eisenanteil kann den Unterschied also nicht erklären. Beim Edelstahl kommt es auf den Nickel- und Chromanteil an: 13/0 wird angezogen, 18/10 nicht.
Vollständige Lösung
a) 10 % Nickel (die zweite Zahl im Namen 18/10). b) Beide Löffel enthalten über 70 % Eisen. c) Angezogen wird nur Löffel A (13/0).
Und das ist das Spannende daran: Beide Löffel bestehen zum größten Teil aus Eisen — und trotzdem verhalten sie sich völlig verschieden. „Wird nicht angezogen“ heißt also nicht „enthält kein Eisen“. Beim Edelstahl entscheidet der Nickel- und Chromanteil darüber, wie die Bausteine im Inneren angeordnet sind. Bei 18/10 lassen sich die Elementarmagnete nicht mehr gemeinsam ausrichten — der Löffel bleibt am Magneten nicht hängen.
Magnet A: 13/0 bleibt hängen B: 18/10 fällt herunter
Gleich viel Eisen — anderes Verhalten
A4
Ringmagnete auf dem Stab — anziehen oder abstoßen?
AFB II

Auf einem senkrechten Stab steckst du Ringmagnete übereinander. Je nachdem, wie herum du einen Ring auflegst, klebt er auf dem unteren fest — oder er schwebt darüber, weil er weggedrückt wird.

a) Ordne jede Paarung dem richtigen Feld zu. Es geht immer um die einander zugewandten Pole. b) Beantworte danach die Zusatzfrage.

So geht es: Wähle zuerst eine Paarung aus (anklicken oder mit Tab anspringen und Enter drücken), klicke dann auf das passende Feld darunter. Mit den Pfeiltasten wechselst du zwischen den Paarungen.

b) Ein Ring schwebt über dem anderen. Was gilt für die einander zugewandten Pole?
Tipp 1: Es gibt nur eine einzige Regel, und die gilt immer: Gleiche Pole stoßen sich ab, verschiedene Pole ziehen sich an. Prüfe bei jeder Paarung nur: gleich oder verschieden?
Tipp 2: „Nordpol trifft Südpol“ und „Südpol trifft Nordpol“ sind beide verschieden — die Reihenfolge ändert nichts. Beim schwebenden Ring wirkt eine Kraft nach oben, also weg vom unteren Magneten.
Vollständige Lösung
a) Ziehen sich an: Nordpol trifft Südpol und Südpol trifft Nordpol — beide Male treffen verschiedene Pole aufeinander. Stoßen sich ab: Nordpol trifft Nordpol und Südpol trifft Südpol — hier sind es gleiche Pole.
b) Der schwebende Ring wird nach oben weggedrückt. Eine abstoßende Wirkung gibt es nur zwischen zwei Magneten, und zwar genau dann, wenn sich gleiche Pole gegenüberstehen. Drehst du den Ring um, klebt er sofort auf dem unteren fest — dann stehen sich verschiedene Pole gegenüber.
Merke: Abstoßung ist der einzige sichere Test dafür, dass wirklich zwei Magnete beteiligt sind. Ein unmagnetischer Eisennagel wird nämlich von beiden Polen angezogen und nie abgestoßen.
A5
Nägel am Stabmagneten — die Tabelle auswerten
AFB II

Ihr taucht einen Stabmagneten an fünf verschiedenen Stellen in eine Schale mit kleinen Eisennägeln und zählt jedes Mal, wie viele hängen bleiben.

Versuchsergebnis: hängengebliebene Nägel
Stelle am MagnetenNägel
linkes Ende9
links der Mitte4
Mitte0
rechts der Mitte4
rechtes Ende9

a) Wie viele Nägel halten die beiden Enden zusammen? b) Wie groß ist der Unterschied zwischen dem rechten Ende und der Mitte? c) Was folgt daraus für den Stabmagneten?

Nägel
Nägel
c) Welche Schlussfolgerung passt zur Tabelle?
Tipp 1: Lies erst die beiden Werte für die Enden ab (9 und 9) und lege sie zusammen. Für den Unterschied ziehst du den kleineren Wert vom größeren ab.
Tipp 2: Schau dir die Reihe an: 9 — 4 — 0 — 4 — 9. Von außen nach innen werden die Zahlen kleiner, in der Mitte sind es null Nägel. Genau dort sitzen die Pole nicht.
Vollständige Lösung
a) Linkes Ende 9 Nägel plus rechtes Ende 9 Nägel = 18 Nägel. b) Rechtes Ende 9 minus Mitte 0 = 9 Nägel Unterschied. c) Die Reihe 9 — 4 — 0 — 4 — 9 ist von außen nach innen fallend und liegt symmetrisch: Die Wirkung eines Stabmagneten sitzt an seinen beiden Enden, den Polen. In der Mitte ist sie am schwächsten — dort bleibt kein einziger Nagel hängen.
Achtung, häufiger Denkfehler: Viele vermuten die größte Kraft in der Mitte, weil dort „am meisten Magnet“ ist. Die Tabelle zeigt das Gegenteil. Und noch etwas: Die Nägel bleiben an beiden Enden gleich gut hängen — daran erkennst du also nicht, welches Ende der Nordpol ist. Das verrät dir nur ein Kompass oder die Beschriftung.
S N 94049 hier bleibt nichts hängen 9 — 4 — 0 — 4 — 9 stark außen, schwach innen
Nägel je Messstelle
A6
Vor und nach dem Hämmern
AFB II

Ein magnetisierter Nagel hält mühelos ein paar Eisenspäne fest. Du legst ihn auf eine harte Unterlage und schlägst mehrmals kräftig mit dem Hammer darauf. Danach hält derselbe Nagel fast nichts mehr.

a) Welche Beschreibung passt zu den Elementarmagneten nach dem Hämmern? b) Wie heißt dieser Vorgang mit einem Fachwort?

a) Nach dem Hämmern gilt:
Tipp 1: Denk an das Bild der Mini-Magnete: Unmagnetisch heißt „alle zeigen kreuz und quer“, magnetisiert heißt „alle zeigen in dieselbe Richtung“. Was macht ein Hammerschlag mit einer geordneten Reihe?
Tipp 2: Erschütterung, Hämmern und starkes Erhitzen bringen die Elementarmagnete durcheinander. Das Gegenteil von „magnetisieren“ ist gesucht — das Wort beginnt mit „ent…“.
Vollständige Lösung
a) Nach dem Hämmern zeigen die Elementarmagnete wieder kreuz und quer. Jeder einzelne hat weiterhin seinen eigenen Nord- und Südpol — sie sind also keineswegs zerstört. Weil sie aber in alle Richtungen zeigen, heben sich ihre Wirkungen nach außen auf, und der Nagel zieht kaum noch etwas an.
b) Der Vorgang heißt Entmagnetisieren. Es gibt drei Wege: Erschütterung oder Hämmern, Erhitzen über die Curie-Temperatur und — als Profi-Methode — ein elektrisches Wechselfeld mit abnehmender Stärke.
Wichtig: Die Elementarmagnete sind ein Modell, also ein hilfreiches Bild in deinem Kopf. In Wirklichkeit sind es winzige Bereiche im Atomgefüge, die man nicht als kleine Stabmagnete anschauen kann.
vorher: geordnet Hammer nachher: kreuz und quer Die Wirkungen heben sich auf.
Elementarmagnete im Nagel
A7
Curie-Temperaturen vergleichen
AFB II

Über einer bestimmten Temperatur verliert jedes magnetische Material seine Wirkung. Diese Grenze heißt Curie-Temperatur.

Curie-Temperaturen und Vergleichswerte
MaterialCurie-TemperaturVergleichTemperatur
Neodym-Magnetca. 80 °Ckochendes Wasser100 °C
Nickel358 °Cheiße Herdplatteetwa 250 °C
Eisen770 °CLötkolbenrund 350 °C
Cobalt1115 °C

a) Ein Lötkolben ist rund 350 °C heiß. Bei wie vielen der vier Materialien liegt die Curie-Temperatur darunter? b) Wie viele Grad liegen zwischen der Curie-Temperatur von Eisen und der eines Neodym-Magneten? c) Was passiert nach dem Abkühlen?

°C
c) Ein Neodym-Magnet lag im heißen Ofen und zieht nichts mehr an. Nach dem Abkühlen gilt:
Tipp 1: Gehe die vier Werte einzeln durch und vergleiche jeden mit 350 °C: 80 — 358 — 770 — 1115. Zähle nur die, die kleiner als 350 sind. Achtung bei 358: das ist knapp größer!
Tipp 2: Für b) ziehst du den kleineren Wert vom größeren ab: 770 °C minus 80 °C.
Vollständige Lösung
a) Nur bei einem Material liegt die Curie-Temperatur unter 350 °C: beim Neodym-Magneten mit ca. 80 °C. Nickel liegt mit 358 °C schon knapp darüber, Eisen mit 770 °C und Cobalt mit 1115 °C weit darüber. b) 770 °C minus 80 °C ergibt 690 °C Unterschied. c) Der Verlust bleibt. Was oberhalb der Curie-Temperatur verloren geht, kommt beim Abkühlen nicht von selbst zurück — der Magnet müsste neu magnetisiert werden.
Was du daraus mitnimmst: Genau deshalb lautet eine der Sicherheitsregeln „Magnete nicht erhitzen“. Ein Neodym-Magnet ist schon bei ca. 80 °C in Gefahr — das ist weniger als kochendes Wasser. Cobalt dagegen bleibt bis 1100 °C magnetisch und steckt deshalb in Hochleistungsmagneten.
803587701115 NeodymNickelEisenCobalt Lötkolben 350 °C
Curie-Temperaturen im Vergleich
A8
Der Kompass am Eisenzaun
AFB II

Auf einer Wanderung stellst du dich direkt an einen langen Eisenzaun und liest am Kompass eine Abweichung von 68° vom geografischen Norden ab. Ein paar Schritte weiter, weit weg vom Zaun, zeigt derselbe Kompass nur noch 3° Abweichung.

a) Um wie viel Grad hat der Zaun die Anzeige verfälscht? b) Woran liegt das?

°
b) Die richtige Erklärung lautet:
Tipp 1: Der Wert ohne Zaun ist der „normale“ Wert. Der Unterschied zwischen beiden Messungen ist das, was der Zaun zusätzlich verursacht hat: 68° und 3° vergleichen.
Tipp 2: Das Erdmagnetfeld ist sehr schwach. Deshalb bringen starke Magnete, Stromkabel, Werkzeug und große Eisenmassen die Nadel aus der Richtung. Der Kompass selbst ist völlig in Ordnung.
Vollständige Lösung
a) 68° minus 3° = 65°. So viel hat allein der Zaun verursacht. b) Der Zaun ist eine große Eisenmasse und damit ein Störfeld. Weil das Erdmagnetfeld sehr schwach ist, reicht schon nahes Eisen aus, um die fast reibungsfrei gelagerte Nadel zu sich zu ziehen.
Die 3° bleiben übrigens auch ohne Zaun bestehen — das ist die Missweisung, die es in Deutschland derzeit gibt.
Regel für draußen: Beim Kartenlesen immer ein paar Schritte weg von Zäunen, Autos, Fahrrädern, Werkzeug und Stromkabeln gehen — und den Kompass nicht neben das Smartphone legen.
Eisenzaun 68° am Zaun 3° frei im Gelände Norden Norden
Zwei Messungen, ein Kompass
A9
Missweisung und die geneigte Achse
AFB II

Zum Erdmagnetfeld gehören zwei Winkel, die man leicht verwechselt:

Zwei Winkel — zwei Bedeutungen
AngabeWert
Neigung der magnetischen Achse gegenüber der Erdachseetwa 11°
Abweichung der Kompassnadel vom geografischen Norden in Deutschlandetwa 3°

a) Wie heißt die Abweichung der Kompassnadel vom geografischen Norden? b) Wie groß ist der Unterschied zwischen den beiden Winkeln? c) Der magnetische Nordpol wandert derzeit mit etwa 50 km pro Jahr. Was bedeutet das?

°
c) Die Wanderung des magnetischen Nordpols bedeutet:
Tipp 1: Der Kompass „weist“ ein kleines bisschen daneben — daher der Name. Er beginnt mit „Miss…“ und beschreibt genau die 3° in Deutschland.
Tipp 2: Für b) ziehst du 3° von 11° ab. Für c) überlege: Wenn der magnetische Nordpol jedes Jahr ein Stück weiterwandert, bleibt dann die Richtung, in die deine Nadel zeigt, für immer gleich?
Vollständige Lösung
a) Die Abweichung heißt Missweisung: Magnetischer und geografischer Nordpol stimmen nicht überein, in Deutschland derzeit um etwa 3°. b) 11° minus 3° = 8° Unterschied.
c) Weil der magnetische Nordpol mit ca. 50 km pro Jahr wandert, ändert sich die Missweisung langsam. In einer sehr alten Karte steht deshalb ein Wert, der heute nicht mehr genau stimmt. Der geografische Nordpol bleibt dagegen an seinem Platz — er hängt nur von der Drehachse der Erde ab, nicht vom Magnetfeld.
Nicht verwechseln: Die 11° beschreiben die Neigung der magnetischen Achse im Erdinneren. Die 3° sind das, was du in Deutschland tatsächlich am Kompass abliest. Das ist nicht dieselbe Zahl und auch nicht dieselbe Sache.
Erdachse S N 11° magnetische Achse ist geneigt
11° Neigung im Erdinneren
A10
Welcher Pol liegt oben am Globus?
AFB II

Der rote Nordpol einer Kompassnadel dreht sich immer nach Norden. Er wird also dorthin gezogen — und nicht weggedrückt. Genau daraus kannst du schließen, welcher magnetische Pol in der Nähe des geografischen Nordpols liegt.

a) Begründe mit der Pol-Regel. b) Welcher magnetische Pol liegt nahe beim geografischen Nordpol?

a) Die richtige Begründung lautet:
Tipp 1: Die Nadel wird angezogen, nicht abgestoßen. Angezogen werden nur verschiedene Pole. Der Nadelpol, der nach Norden zeigt, ist ein Nordpol — was muss ihm also gegenüberstehen?
Tipp 2: Im Erdinneren verhält sich flüssiges Eisen wie ein gigantischer Stabmagnet. Am oberen Ende dieses „Erdmagneten“ sitzt genau der Pol, der den Nordpol der Nadel anzieht.
Vollständige Lösung
a) Der rote Pol der Nadel ist ihr Nordpol, und er wird nach Norden gezogen. Nach der Regel „gleiche Pole stoßen sich ab, verschiedene Pole ziehen sich an“ kann ihm dort kein Nordpol gegenüberstehen — sonst würde die Nadel weggedrückt. b) Beim geografischen Nordpol liegt also ein magnetischer Südpol.
Warum klingt das so verdreht? Die Namen stammen aus der Seefahrt: Der „nordweisende“ Pol der Nadel sollte auch Nordpol heißen. Erst später hat man erkannt, dass dann am oberen Ende der Erde ein magnetischer Südpol sitzen muss. Für die Praxis ändert das nichts — die Nadel zeigt trotzdem zuverlässig nach Norden.
S N geografischer Nordpol Nadel N Die Erde wirkt wie ein Stabmagnet.
Erde als Stabmagnet

Magnet-Prüfstand

Diese kleine Werkbank gehört zu keiner Aufgabe — probier hier einfach selbst aus, was ein Magnet mit welchem Gegenstand macht: Wähle einen Prüfgegenstand, fahre den Magneten heran und lies unten mit, ob er angezogen wird und warum.

ganz nahweit weg

Tastatur: Mit Tab springst du zu den Gegenständen, mit den Pfeiltasten wechselst du zwischen ihnen. Am Regler und auf dem Prüfstand-Bild bewegen die Pfeiltasten links/rechts den Magneten, Enter oder die Leertaste fahren ihn sofort ganz heran oder wieder zurück.

Bereit. Wähle einen Prüfgegenstand und fahre den Magneten heran.

Notiz: Der Prüfstand zeigt nur, ob ein Gegenstand angezogen wird. Er sagt nichts darüber, wie viel Eisen darin steckt — der Edelstahllöffel 18/10 besteht zu über 70 % aus Eisen und bleibt trotzdem liegen. Umgekehrt wird die 5-Cent-Münze angezogen, obwohl sie außen aus Kupfer besteht: Der Magnet wirkt durch die dünne Schicht hindurch.

Reflexion — bevor du weitergehst

Drei Fragen zum Nachdenken. Antworte erst für dich selbst — dann kannst du dir einen Denkanstoß dazu anzeigen lassen.

  • 1. Beobachten und erklären: Bei welcher Aufgabe hast du zuerst geraten und erst danach eine Erklärung gesucht? Was hättest du stattdessen zuerst tun können?
    Gute Reihenfolge: erst die Beobachtung in einem Satz aufschreiben („die Kette fällt auseinander“), dann die passende Regel dazu suchen („weichmagnetisch — die Ausrichtung hält nur, solange der Magnet da ist“). Wer mit der Erklärung anfängt, biegt sich die Beobachtung oft passend zurecht.
  • 2. Regel übertragen: Die Pol-Regel ist ein einziger Satz. In wie vielen der zehn Aufgaben hast du sie gebraucht — und hast du sie überall wiedererkannt?
    Sie steckt in den Ringmagneten (A4), im Nagel-Versuch (A5) und im Globus (A10). Dreimal dieselbe Regel, dreimal ein anderes Aussehen — genau das ist mit „Zusammenhänge herstellen“ gemeint.
  • 3. Tabellen auswerten: Bei den Edelstahl-Sorten, den Nägeln und den Curie-Temperaturen musstest du Zahlen vergleichen. Wo hast du dich fast vertan?
    Die klassische Falle ist Nickel mit 358 °C: Der Wert liegt nur knapp über den 350 °C des Lötkolbens — knapp darüber ist eben nicht darunter. Beim Vergleichen lohnt es sich, jede Zeile einzeln zu prüfen statt „ungefähr“ zu schätzen.