Zwei Linsen, zwei Schritte: erst stark vergrößernd abbilden, dann das Bild mit der Lupe betrachten.
Ein Mikroskop vergrößert in zwei Stufen: Objektiv und Okular arbeiten hintereinander.
Vergrößerung der ersten Stufe, auf dem Objektiv aufgedruckt (z. B. 40×).
Lupenvergrößerung der zweiten Stufe (z. B. 10×).
40er-Objektiv mit 10er-Okular ergibt 400-fache Gesamtvergrößerung.
Präparat und Okular liegen frei auf der optischen Achse. Je nach ihrer Lage wandert das orangefarbene Zwischenbild, und wirkt das Okular als Lupe, erscheint das grüne Endbild als virtuelles Bild links vom Okular.
Halte fest: Das Objektiv erzeugt ein reelles, vergrößertes Zwischenbild; nur wenn dieses innerhalb der Okularbrennweite liegt, wirkt das Okular als Lupe — und die beiden Vergrößerungen multiplizieren sich.
Drei Punkte, an denen es beim Mikroskop regelmäßig hakt:
Die beiden Stufen werden multipliziert, nie addiert — 40× und 10× ergeben 400×, nicht 50×.
Das Präparat muss knapp außerhalb des Objektivbrennpunkts liegen. Innerhalb von f entsteht gar kein reelles Zwischenbild.
Warum zwei Stufen? Eine einzelne Lupe mit gleicher Wirkung bräuchte eine extrem kleine Brennweite und wäre kaum noch nutzbar.