Derselbe Zweistufenbau wie beim Mikroskop — aber für Gegenstände, die man nicht näher heranholen kann.
Beim Fernrohr ist der Gegenstand praktisch unendlich weit entfernt — das einfallende Licht ist nahezu parallel.
Brennweite der vorderen Linse — groß, typisch mehrere Dezimeter bis Meter.
Brennweite der Augenlinse — klein, typisch wenige Zentimeter.
Baulänge, also der Abstand der beiden Linsen.
Große Vergrößerung verlangt ein langbrennweitiges Objektiv — und macht das Fernrohr dadurch zwangsläufig lang.
Objektiv und Okular mit wählbaren Brennweiten bilden ein Kepler-Fernrohr; das Bild im Sehfeld ist scharf, wenn das Licht das Fernrohr wieder parallel verlässt. In der Skizzen-Ansicht sind Zwischenbild und Brennpunkte zu erkennen; die Winkel sind zur besseren Sichtbarkeit übertrieben gezeichnet.
Halte fest: Das Fernrohr ist richtig gebaut, wenn der hintere Brennpunkt des Objektivs auf den vorderen Brennpunkt des Okulars fällt — dann gilt L = fObjektiv + fOkular, und die Vergrößerung ist V = fObjektiv / fOkular.
Drei Punkte, die in Klausuren regelmäßig verwechselt werden:
Beim Fernrohr ist die Objektivbrennweite groß, beim Mikroskop klein — die Geräte nicht durcheinanderbringen.
V ist hier eine Winkelvergrößerung, kein Abbildungsmaßstab: Es gibt kein auffangbares Endbild mit messbarer Größe.
L ≈ f1 + f2 gilt nur für den entspannten Normalfall, in dem beide Brennpunkte zusammenfallen.