Zwei Sachaufgaben zur Formel F_Z = m · v²/r — der Stein an der Schnur und die Kurvenfahrt.
Die Aufgaben sind wie im Abitur aufgebaut: Sachtext, gegebenenfalls ein Material und drei Teilaufgaben. Die unterstrichenen Operatoren sagen dir, was genau verlangt ist — fahre mit der Maus darüber oder springe mit Tab darauf. Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont. Öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.
Ein Stein der Masse \(m = 0{,}20\,\mathrm{kg}\) wird an einer Schnur auf einer waagerechten Kreisbahn mit dem Radius \(r = 0{,}80\,\mathrm{m}\) herumgeführt. Er schafft 3 volle Umdrehungen in \(1{,}5\,\mathrm{s}\) (Material M1).
Der rote Pfeil ist die Zentripetalkraft, die die Schnur auf den Stein ausübt.
\(T = \dfrac{1{,}5\,\mathrm{s}}{3} = \mathbf{0{,}50\,\mathrm{s}}\)
\(f = \dfrac{1}{T} = \mathbf{2{,}0\,\mathrm{Hz}}\)
\(v = \dfrac{2\pi r}{T} = \dfrac{2\pi\cdot 0{,}80\,\mathrm{m}}{0{,}50\,\mathrm{s}} \approx \mathbf{10{,}05\,\mathrm{\frac{m}{s}}}\)
\(a_Z = \dfrac{v^2}{r} = \dfrac{\left(10{,}05\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{0{,}80\,\mathrm{m}} \approx \mathbf{126\,\mathrm{\frac{m}{s^2}}}\)
Das ist etwa das Dreizehnfache der Erdbeschleunigung — und das bei einem Stein, den man mit einer Hand herumschwingt.
\(F_Z = m\cdot a_Z = 0{,}20\,\mathrm{kg}\cdot 126\,\mathrm{\frac{m}{s^2}} \approx \mathbf{25\,\mathrm{N}}\)
Kontrolle in einem Schritt: \(F_Z = m\cdot\dfrac{v^2}{r} = 0{,}20\cdot\dfrac{101}{0{,}80}\,\mathrm{N} \approx 25\,\mathrm{N}\).
Ein Auto der Masse \(m = 1200\,\mathrm{kg}\) durchfährt eine Kurve mit dem Radius \(r = 40\,\mathrm{m}\). Zunächst fährt es mit \(v_1 = 15\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) (rund \(54\,\mathrm{\frac{km}{h}}\)).
\(F_{Z,1} = m\cdot\dfrac{v_1^2}{r} = 1200\,\mathrm{kg}\cdot\dfrac{\left(15\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{40\,\mathrm{m}} = 1200\cdot\dfrac{225}{40}\,\mathrm{N} = \mathbf{6750\,\mathrm{N}}\)
\(F_{Z,2} = 1200\,\mathrm{kg}\cdot\dfrac{\left(30\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{40\,\mathrm{m}} = 1200\cdot\dfrac{900}{40}\,\mathrm{N} = \mathbf{27\,000\,\mathrm{N}}\)
Das ist genau das Vierfache des Wertes aus a).
Die Aussage ist falsch.
Begründung: In \(F_Z = m\cdot\dfrac{v^2}{r}\) geht die Geschwindigkeit quadratisch ein. Setzt man \(2v\) ein, so folgt \(F_{Z,\text{neu}} = m\cdot\dfrac{(2v)^2}{r} = 4\cdot m\cdot\dfrac{v^2}{r} = 4\,F_Z\).
Bei doppelter Geschwindigkeit ist also die vierfache Kraft nötig — von \(6750\,\mathrm{N}\) auf \(27\,000\,\mathrm{N}\). Genau deshalb werden Kurven bei hoher Geschwindigkeit so schnell kritisch: Die Straße kann irgendwann nicht mehr genügend Kraft übertragen, und das Auto folgt der Kurve nicht mehr.
Korrekte Fassung: „Wenn ich doppelt so schnell durch die Kurve fahre, brauche ich viermal so viel Halt auf der Straße.“