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Textaufgaben: Experimente auswerten

Zwei Sachaufgaben zu den Präsentationsthemen — die phyphox-Messung auf dem Drehstuhl und das Kettenkarussell.

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Sachaufgaben

Die Aufgaben sind wie im Abitur aufgebaut: Sachtext, gegebenenfalls ein Material und drei Teilaufgaben. Die unterstrichenen Operatoren sagen dir, was genau verlangt ist — fahre mit der Maus darüber oder springe mit Tab darauf. Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont. Öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.

1

Messung mit phyphox

AFB II

Eine Gruppe bearbeitet Thema 01 und legt ein Smartphone im Abstand \(r = 0{,}35\,\mathrm{m}\) von der Drehachse auf einen Drehstuhl. Die Gruppe zählt 10 volle Umdrehungen in \(8{,}0\,\mathrm{s}\). Die App zeigt dabei eine Beschleunigung von \(20{,}8\,\mathrm{\frac{m}{s^2}}\) an (Material M1).

M1Messung auf dem Drehstuhl
Drehstuhl r = 0,35 m phyphox 10 Umdrehungen in 8,0 s

Das Smartphone liegt am Rand des Drehstuhls und misst die Beschleunigung mit.

  1. Berechne die Umlaufdauer, die Frequenz und die Winkelgeschwindigkeit.
  2. Berechne aus diesen Werten die Bahngeschwindigkeit und daraus die Zentripetalbeschleunigung.
  3. Vergleiche deinen berechneten Wert mit dem gemessenen und beurteile die Messung.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Umlaufdauer ist die Zeit für eine einzige Umdrehung — teile die Gesamtzeit durch die Anzahl der Umdrehungen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Nutze \(v = \omega\cdot r\) und anschließend \(a_Z = \dfrac{v^2}{r}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Bilde die Abweichung als Anteil des berechneten Wertes. Überlege dann, welche Messgröße hier am ungenauesten ist.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(T = \dfrac{8{,}0\,\mathrm{s}}{10} = \mathbf{0{,}80\,\mathrm{s}}\)

\(f = \dfrac{1}{T} = \mathbf{1{,}25\,\mathrm{Hz}}\)

\(\omega = \dfrac{2\pi}{T} = \dfrac{2\pi}{0{,}80\,\mathrm{s}} \approx \mathbf{7{,}85\,\mathrm{s^{-1}}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(v = \omega\cdot r = 7{,}85\,\mathrm{s^{-1}}\cdot 0{,}35\,\mathrm{m} \approx \mathbf{2{,}75\,\mathrm{\frac{m}{s}}}\)

\(a_Z = \dfrac{v^2}{r} = \dfrac{\left(2{,}75\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{0{,}35\,\mathrm{m}} \approx \mathbf{21{,}6\,\mathrm{\frac{m}{s^2}}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gemessen: \(20{,}8\,\mathrm{\frac{m}{s^2}}\) · berechnet: \(21{,}6\,\mathrm{\frac{m}{s^2}}\)

Abweichung: \(\dfrac{21{,}6 - 20{,}8}{21{,}6} \approx 0{,}037\), also rund \(4\,\%\).

Beurteilung: Die Messung bestätigt die Rechnung gut. Die verbleibende Abweichung ist plausibel, denn die Zeitmessung von Hand und das Abzählen der Umdrehungen sind ungenau, der Drehstuhl wird während der acht Sekunden außerdem langsamer, und der Abstand des Sensors von der Drehachse lässt sich nur ungefähr bestimmen. Für eine bessere Übereinstimmung sollte man über mehr Umdrehungen mitteln und den Antrieb gleichmäßiger halten.

2

Das Kettenkarussell im Freizeitpark

AFB III

Eine andere Gruppe bearbeitet Thema 08. In einem Kettenkarussell hängt ein Sitz im Abstand \(r = 6{,}0\,\mathrm{m}\) von der Drehachse. Für eine volle Runde braucht das Karussell \(T = 5{,}0\,\mathrm{s}\). Ein Fahrgast hat die Masse \(m = 60\,\mathrm{kg}\).

  1. Berechne die Winkelgeschwindigkeit und die Bahngeschwindigkeit des Sitzes.
  2. Berechne die Zentripetalkraft, die auf den Fahrgast wirkt.
  3. Der Betreiber verkürzt die Umlaufdauer auf \(4{,}0\,\mathrm{s}\). Ermittle die neue Zentripetalkraft und beurteile, ob eine Verkürzung um eine Sekunde eine kleine Änderung ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
\(\omega = \dfrac{2\pi}{T}\) und anschließend \(v = \omega\cdot r\) — oder direkt \(v = \dfrac{2\pi r}{T}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
\(F_Z = m\cdot\dfrac{v^2}{r}\). Der Radius steht im Nenner, die Geschwindigkeit im Quadrat im Zähler.
Hinweis zu Aufgabe c)
Rechne den neuen Wert vollständig durch. Bilde danach den Quotienten der beiden Kräfte und vergleiche ihn mit \(\left(\tfrac{5{,}0}{4{,}0}\right)^2\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\omega = \dfrac{2\pi}{5{,}0\,\mathrm{s}} \approx \mathbf{1{,}26\,\mathrm{s^{-1}}}\)

\(v = \omega\cdot r = 1{,}26\,\mathrm{s^{-1}}\cdot 6{,}0\,\mathrm{m} \approx \mathbf{7{,}54\,\mathrm{\frac{m}{s}}}\) (rund \(27\,\mathrm{\frac{km}{h}}\))

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(F_Z = m\cdot\dfrac{v^2}{r} = 60\,\mathrm{kg}\cdot\dfrac{\left(7{,}54\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{6{,}0\,\mathrm{m}} \approx \mathbf{569\,\mathrm{N}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(v_{\text{neu}} = \dfrac{2\pi\cdot 6{,}0\,\mathrm{m}}{4{,}0\,\mathrm{s}} \approx 9{,}42\,\mathrm{\frac{m}{s}}\)

\(F_{Z,\text{neu}} = 60\,\mathrm{kg}\cdot\dfrac{\left(9{,}42\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^2}{6{,}0\,\mathrm{m}} \approx \mathbf{888\,\mathrm{N}}\)

Beurteilung: Nein, die Änderung ist nicht klein. Die Umlaufdauer sinkt nur um ein Fünftel, die Kraft steigt aber von \(569\,\mathrm{N}\) auf \(888\,\mathrm{N}\) — um mehr als die Hälfte.

Der Grund: \(v\) ist umgekehrt proportional zu \(T\), und \(v\) geht quadratisch in \(F_Z\) ein. Damit wächst die Kraft mit \(\left(\dfrac{5{,}0}{4{,}0}\right)^2 = 1{,}5625\) — und tatsächlich ist \(569\,\mathrm{N}\cdot 1{,}5625 \approx 888\,\mathrm{N}\). Kleine Änderungen an der Umlaufdauer haben deshalb große Wirkung auf die Belastung von Ketten, Sitz und Fahrgast.