Zwei Sachaufgaben mit gestuften Hinweisen und vollständigem Erwartungshorizont — von der Federpistole bis zum Prellbock.
Max schießt eine 2 g schwere Gummikugel mit Hilfe einer gespannten Federpistole 4,5 m senkrecht nach oben (M1). Reibungsverluste können bei der Bearbeitung dieser Aufgabe vernachlässigt werden.
m = 2 g = 0,002 kg. Damit ist Epot = m · g · h = 0,002 kg · 9,81 m/s² · 4,5 m ≈ 0,088 J. Antwortsatz: Am höchsten Punkt hat die Kugel eine potenzielle Energie von rund 0,088 J.
Die gesamte Spannenergie der Feder wurde in potenzielle Energie umgewandelt, also ESpann = 0,088 29 J. Mit s = 5 cm = 0,05 m folgt
D = (2 · ESpann) : s² = (2 · 0,088 29) : 0,05² = 0,176 58 : 0,0025 ≈ 70,6 N/m. Antwortsatz: Die Federkonstante beträgt etwa 70,6 N/m.
Ohne die Annahme dürfte man ESpann und Epot nicht gleichsetzen. In Wirklichkeit geht ein Teil der Spannenergie durch Luftwiderstand und Reibung im Lauf verloren und wird in thermische Energie umgewandelt; außerdem bleibt in der Feder selbst etwas Energie. Die Feder müsste also mehr Energie gespeichert haben als 0,088 J, und die tatsächliche Federkonstante wäre größer als der berechnete Wert. Die Annahme macht die Aufgabe lösbar, liefert aber nur eine untere Abschätzung für D.
Eine Draisine (2000 kg) rollt mit 1,5 m/s gegen einen Prellbock am Gleisende. Dessen Federpuffer hat die Federkonstante \(D=50\,000\,\tfrac{\mathrm N}{\mathrm m}\). Reibung wird vernachlässigt.
\(E_\text{kin}=\tfrac12\cdot2000\,\mathrm{kg}\cdot(1{,}5\,\mathrm{\tfrac ms})^2=2250\,\mathrm J\).
\(s=\sqrt{\dfrac{2E}{D}}=\sqrt{\dfrac{2\cdot2250\,\mathrm J}{50\,000\,\mathrm{N/m}}}=0{,}30\,\mathrm m\).
\(F=50\,000\,\tfrac{\mathrm N}{\mathrm m}\cdot0{,}30\,\mathrm m=15\,000\,\mathrm N=15\,\mathrm{kN}\).
Die Energie vervierfacht sich. Weil auch die Spannenergie mit \(s^2\) wächst, verdoppelt sich die Stauchung auf 0,60 m — und die größte Kraft auf 30 kN.