Zwei Sachaufgaben mit gestuften Hinweisen und vollständigem Erwartungshorizont — vom Wagen am Abhang bis zum Crashtest.
Ein Auto (1650 kg) rollt aus dem Stillstand einen 2,5 Meter hohen Abhang herunter (M1). Wir vernachlässigen alle Reibungskräfte und können deshalb davon ausgehen, dass die gesamte potenzielle Energie des Wagens in kinetische Energie umgewandelt wird.
Epot = m · g · h = 1650 kg · 9,81 m/s² · 2,5 m = 40 466,25 J ≈ 40,5 kJ.
Da die gesamte potenzielle Energie in kinetische Energie umgewandelt wird, gilt Ekin = 40 466,25 J. Umstellen von Ekin = ½ · m · v² nach v ergibt v = √((2 · Ekin) : m) = √((2 · 40 466,25) : 1650) = √49,05 ≈ 7,0 m/s. Antwortsatz: Der Wagen besitzt am unteren Ende des Abhangs eine Geschwindigkeit von etwa 7 m/s (rund 25 km/h).
Setzt man Epot = m · g · h in die umgestellte Formel ein, so erhält man v = √((2 · m · g · h) : m) = √(2 · g · h). Die Masse kürzt sich vollständig heraus. Ursache: Eine größere Masse speichert zwar mehr Lageenergie, benötigt für dieselbe Geschwindigkeit aber auch genau im selben Verhältnis mehr kinetische Energie. Beide Effekte heben sich auf — ein schwerer und ein leichter Wagen kommen (ohne Reibung) gleich schnell unten an.
Bei einem Crashtest fährt ein Auto (1200 kg) mit 50 km/h gegen ein festes Hindernis (\(g=9{,}81\,\mathrm{\tfrac m{s^2}}\)).
\(v=\tfrac{50}{3{,}6}\,\mathrm{\tfrac ms}\approx13{,}9\,\mathrm{\tfrac ms}\); \(E_\text{kin}=\tfrac12\cdot1200\,\mathrm{kg}\cdot(13{,}9\,\mathrm{\tfrac ms})^2\approx1{,}16\cdot10^{5}\,\mathrm J=116\,\mathrm{kJ}\).
Doppelte Geschwindigkeit, vierfache Energie: \(4\cdot116\,\mathrm{kJ}\approx463\,\mathrm{kJ}\).
\(h=\dfrac{v^2}{2g}=\dfrac{(13{,}9\,\mathrm{m/s})^2}{2\cdot9{,}81\,\mathrm{m/s^2}}\approx9{,}8\,\mathrm m\) — etwa ein Sturz aus dem dritten Stock.
Bei gleicher Bremskraft ist der Bremsweg proportional zur umzuwandelnden Energie. Bei doppelter Geschwindigkeit ist er daher viermal so lang.