Lastenaufzug und Expander — mit gestuften Hinweisen und Erwartungshorizont.
Ein Lastenaufzug hebt eine Palette mit einer Masse von 450 kg gleichmäßig um 12 m nach oben (M1). Reibung im Seilzug wird vernachlässigt; g = 9,81 m/s².
F = FG = m · g = 450 kg · 9,81 m/s² = 4414,5 N ≈ 4,41 kN.
W = F · s = 4414,5 N · 12 m = 52 974 J ≈ 53 kJ. Antwortsatz: Der Aufzug verrichtet eine Hubarbeit von rund 53 kJ.
Die Hubarbeit lautet W = FG · h = m · g · h; die Lageenergie oben lautet Epot = m · g · h. Beide Terme sind identisch. Der Grund ist inhaltlich: Arbeit ist übertragene Energie. Die vom Motor aufgebrachte Arbeit verschwindet nicht, sondern steckt danach als Lageenergie in der Palette — sie kann beim Herablassen wieder abgegeben werden. Ohne Reibung gilt deshalb ΔEpot = W.
Ein Expander verhält sich wie eine Feder mit der Federkonstante D = 350 N/m. Eine Schülerin zieht ihn aus der Ruhelage um 40 cm auseinander.
s = 40 cm = 0,4 m, also F = D · s = 350 N/m · 0,4 m = 140 N.
W = ½ · D · s² = ½ · 350 · 0,4² = ½ · 350 · 0,16 = 28 J. Antwortsatz: Die Schülerin verrichtet eine Spannarbeit von 28 J.
140 N · 0,4 m ergäbe 56 J — genau doppelt so viel. Der Grund: 140 N ist nur die Endkraft. Am Anfang des Zuges war die Kraft null und ist erst linear angewachsen. Im F‑s‑Diagramm entspricht 140 N · 0,4 m der Rechtecksfläche, die tatsächliche Arbeit aber der Dreiecksfläche darunter — und die ist halb so groß. Gerechnet wird deshalb mit der mittleren Kraft von 70 N.
Beim Verdoppeln der Auslenkung auf 0,8 m verdoppelt sich die Kraft auf 280 N — in diesem Sinn ist die Aussage richtig, denn im Endmoment muss man doppelt so stark ziehen.
Die Arbeit steigt dagegen auf ½ · 350 · 0,8² = 112 J, also auf das Vierfache. Wer mit „anstrengend“ die insgesamt aufgebrachte Energie meint, für den ist die Aussage falsch. Urteil: Die Aussage ist nur für die Kraft im Endpunkt zutreffend; für den Energieaufwand unterscheidet sie sich deutlich, weil s in der Arbeitsformel im Quadrat steht.