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Radon im Haus

Ein unsichtbares radioaktives Edelgas aus dem Boden – die größte natürliche Strahlenquelle in Deutschland.

5 Radioaktivität in Forschung, Medizin und Alltag

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein natürliches Edelgas sammelt sich in Häusern an.

  • Radon-222:Radioaktives Edelgas, farb- und geruchlos, Alphastrahler, Halbwertszeit 3,8 Tage.
  • Entstehung:In der Uran-Radium-Zerfallsreihe aus Radium-226 in Boden und Gestein, vor allem Granit, Gneis, Schiefer.
  • Weg ins Haus:Risse im Fundament, Kellerböden, Leitungsdurchführungen; sammelt sich in schlecht gelüfteten Räumen.
  • Gefahrenquelle:Die kurzlebigen Zerfallsprodukte Polonium-218 und Polonium-214 lagern sich an Staub an.
  • Wirkung:Sie werden eingeatmet und bestrahlen die Lunge von innen.
  • Lungenkrebs:Zweithäufigste Ursache nach dem Rauchen; ca. 5 % der Fälle in Deutschland, ca. 2000–3000 Todesfälle pro Jahr.
  • Strahlenbelastung:Größter natürlicher Anteil: ca. 1,1 mSv von 2,1 mSv pro Jahr.
  • Grenzwert:Referenzwert nach Strahlenschutzgesetz (2018) 300 Bq/m³ im Jahresmittel; Einheit Becquerel pro Kubikmeter.
  • Vorsorgegebiete:Seit 2020 z. B. Erzgebirge, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald, Schwarzwald.
  • Messpflicht:An Arbeitsplätzen im Keller und Erdgeschoss; Messung mit Kernspurdetektoren über 3–12 Monate.
  • Schutz:Regelmäßig lüften, Keller abdichten, Absaugung unter der Bodenplatte, radondichte Bauweise bei Neubauten.
  • Historisch:„Schneeberger Krankheit“ der Bergleute im Erzgebirge, schon im 16. Jahrhundert beschrieben, seit 1879 als Lungenkrebs erkannt.

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