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Der Polonium-Fall Litwinenko

Ein Mord mit einem Alphastrahler, der von außen kaum messbar ist.

9 Kernwaffen, Unfälle und Schicksale

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein Mordfall zeigt, wie Polonium-210 im Körper wirkt.

  • Person:Alexander Litwinenko, ehemaliger Offizier des russischen Geheimdienstes FSB, Kritiker Putins, seit 2000 im Exil in London, britischer Staatsbürger.
  • Tattag:1. November 2006, Treffen im Millennium Hotel London mit Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun; sein Tee war mit Polonium-210 vergiftet.
  • Tod:23. November 2006, nach 22 Tagen an akuter Strahlenkrankheit.
  • Nachweis:Polonium erst kurz vor dem Tod gefunden, weil Alphastrahlung den Körper nicht verlässt.
  • Polonium-210:Reiner Alphastrahler, Halbwertszeit 138 Tage.
  • Gefahr:Außerhalb des Körpers harmlos, Papier und Haut schirmen ab; im Körper extrem giftig, ca. 1 µg tödlich.
  • Dosis:Aufgenommen geschätzt ca. 10 µg, einige GBq, ein Vielfaches der tödlichen Menge.
  • Herkunft:Po-210 wird in Kernreaktoren aus Bismut-209 hergestellt; russische Anlage Awangard (Sarow).
  • Spurensuche:Polonium-Kontaminationen in Hotels, Flugzeugen, Restaurants und Büros in London und Hamburg – ein „radioaktiver Fingerabdruck“ der Täter.
  • Untersuchung:Britischer Owen-Bericht, Januar 2016: Mord durch Lugowoi und Kowtun, „wahrscheinlich“ von Putin und FSB-Chef Patruschew gebilligt.
  • Urteil:2021 stellt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Verantwortung Russlands fest.
  • Bedeutung:Erster bekannter Polonium-Mord; Lehrbuchbeispiel für äußere gegen innere Bestrahlung.

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