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Kernspaltung: Energieerzeugung

Wie aus einem gespaltenen Urankern Strom wird – und was dafür im Reaktor stecken muss.

1 Kernenergie: Gegenwart und Zukunft

Das Wichtigste auf einen Blick

Spaltung schwerer Kerne: Entdeckung, Technik, Zahlen, Pro und Contra.

  • Entdeckung:Otto Hahn und Fritz Straßmann am 17. Dezember 1938 in Berlin.
  • Deutung:Lise Meitner und Otto Frisch, Januar 1939; Hahn Nobelpreis Chemie 1944.
  • Prinzip:Langsames Neutron trifft Uran-235 → zwei mittelschwere Kerne (z. B. Barium-141, Krypton-92), 2–3 Neutronen, ca. 200 MeV.
  • Kettenreaktion:Freie Neutronen spalten weitere Kerne; im Reaktor geregelt (k = 1), in der Bombe unkontrolliert (k > 1).
  • Energiedichte:Massendefekt, E = m·c²; 1 kg U-235 liefert wie ca. 2,5 Mio. kg Steinkohle.
  • Brennstäbe:UO₂, auf 3–5 % U-235 angereichert; Natururan enthält nur 0,7 %.
  • Reaktorbauteile:Moderator (Wasser, Graphit) bremst Neutronen, Steuerstäbe (Bor, Cadmium) fangen sie; Kühlmittel, Druckbehälter, Containment.
  • Bauarten:Druckwasserreaktor (häufigster Typ), Siedewasserreaktor, RBMK (Tschernobyl), Schneller Brüter, kleine Reaktoren (SMR).
  • Meilensteine:Erster Reaktor Chicago Pile-1 (Enrico Fermi, 2. Dezember 1942), erstes Kernkraftwerk Obninsk 1954, deutsches Kahl 1961.
  • Heute:ca. 410–440 Reaktoren in gut 30 Ländern, ca. 9–10 % des Weltstroms; Frankreich ca. 65–70 %, Deutschland seit 15. April 2023 ohne.
  • Vorteile:Extrem hohe Energiedichte, kaum CO₂-Ausstoß, grundlastfähig.
  • Nachteile:Hochradioaktiver Abfall (Endlagerung über 100 000 Jahre), Unfallrisiko, Missbrauch für Waffen, hohe Baukosten, Uranabbau.

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